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Elektrisches Feuer 1746

  • Kartonierter Einband
  • 136 Seiten
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Helmut Veil, geb. 1943, war Allgemeinarzt in Frankfurt am Main und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der Natur... Weiterlesen
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Beschreibung

Autorentext

Helmut Veil, geb. 1943, war Allgemeinarzt in Frankfurt am Main und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der Naturwissenschaften. Er untersucht die kulturellen und ideellen Voraussetzungen epochaler Gärungsprozesse der Naturerkenntnis, in denen sich festgefügte Erklärungsmuster zersetzen und neue noch nicht etabliert haben.



Klappentext

Die Elektrizität hat um die Mitte des 18. Jahrhunderts alle anderen Fragen der Physik in den Hintergrund treten lassen und für einige Jahre die Öffentlichkeit in ihren Bann gezogen. Nie zuvor waren die gefährliche Kraft des elektrischen Feuers und seine bizarren Eigenschaften so eindrucksvoll demonstriert worden. Die experimentierenden Physiker standen im Rampenlicht einer Öffentlichkeit, die immer neue Spektakel verlangte, die von den phantasievollen Naturkundigen bereitwillig in Szene gesetzt wurden. Die Messestadt Leipzig war ein Glücksfall für ein Zusammentreffen vieler Faktoren, die die Aufmerksamkeit auf elektrische Darbietungen lenkten und ohne Zeitverzug in alle Winkel Europas verbreiteten. Aber wo endet Wissenschaft und wo beginnt Scharlatanerie?

Über diese Frage gerieten zwei bekannte Experimentatoren, die Professoren Johann Heinrich Winckler in Leipzig und Georg Matthias Bose in Wittenberg heftig aneinander. Die jahrelangen Anfeindungen kulminierten 1747 in einer Klageschrift Wincklers an den Kurfürsten von Sachsen mit dem Verlangen nach Satisfaktion. Das devote Deutsch des kurfürstlichen Verwaltungsaktes und der Vorreden in Buchveröffentlichungen drohte das schnörkellose der Wissenschaft zu ersticken, das als aufgeklärtes Pflänzchen im engen Korsett der Ständegesellschaft zu wachsen versuchte.

Da die Wissenschaftler noch nicht messen konnten, registrierten sie lediglich Effekte wie Funken, Blitze und schmerzhafte Empfindungen und spekulierten über imaginäre Teilchen eines elektrischen Feuers. Die Leidener Flasche, die Elektrizität speicherte, wird eine auf Messungen beruhende Wissenschaft einleiten, aber sie war wegen ihrer Kapazität so gefährlich, dass ernsthafte Wissenschaftler vom Leichtsinn öffentlicher Vorführungen Abstand nahmen.

Auch als E-Book (PDF): www.humanities-online.de



Inhalt

Einführung in eine elektrisierte Welt 7 Die Beleidigungsakte Bose?-?Winckler. Landläufer und andere Wissenschaftler 13 Die Wahrnehmung der Zeitgenossen: nützliches Vergnügen oder Theater blöder Köpfe? 51 Die Elektrizität der Leidener Flasche: Leichtsinn und Erkenntnis 61 Orte des Geschehens: Leipzig mit Apels Garten, Wittenberg und Lauban 70 Adliges Publikum, Elektrisierer überall 77 Zwei Wege zur experimentellen Physik: Bemerkungen zu den Biographien der Kontrahenten 94 Schlusswort oder ein Ende des Leichtsinns 109 Anhang 113 Originaltexte 113 Anmerkungen 128 Der Autor 135

Produktinformationen

Titel: Elektrisches Feuer 1746
Untertitel: Ein bizarrer Streit um Wissenschaft und Öffentlichkeit in Leipzig
Autor:
EAN: 9783941743779
ISBN: 978-3-941743-77-9
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Humanities Online
Genre: Naturwissenschaften allgemein
Anzahl Seiten: 136
Gewicht: 218g
Größe: H220mm x B148mm x T8mm
Jahr: 2019