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Archäologen der Moderne

  • Kartonierter Einband
  • 236 Seiten
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15 Die Versuche der Autoren, die Strukturen der "modernen" Vernunft zu rekonstruieren, fallen dementsprechend unterschie... Weiterlesen
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Beschreibung

15 Die Versuche der Autoren, die Strukturen der "modernen" Vernunft zu rekonstruieren, fallen dementsprechend unterschiedlich aus: Wahrend fUr Hork heimer und Adorno in den Greueltaten der Faschisten die Genese der bereits im Mythos angelegten naturbeherrschenden, instrumentellen Vernunft ihren logischen historischen Zenit erreicht, ortet Habermas in der menschlichen Sprache ein Telos der Verstandigung (vgl. TKH 1: 387), das sich yom Mythos zur Moderne sukzessive zu einer kommunikativen Vernunft entfaltet, in der die mythischen Weltbilder ihrer totalisierenden Kraft beraubt werden. Die Wahrheit von propositionalen Aussagen und die Richtigkeit von Handlungen sind nicht langer durch ihre Einordnung in ein sakrosanktes kosmisches Welt bild vorab garantiert, sondern sie konnen sich allein durch einen intersub jektiv herbeigefiihrten Konsens bewahren: Das Sakrale wurde verfliissigt. Hingegen stimmen die frUbe und spate Kritische Theorie in ihrem Ver dikt iiber den Mythos iiberein: Mythos wird als eine Form der NaturverfalIen heit verstanden. "My then wie magische Riten Meinen die sich wiederholende Natur" (DA: 19). In den mythischen Weltbildern werden "Natur und Kultur ( . . . ) auf dieselbe Ebene projiziert" (TKH 1: 78). Diese -zunachst ganz vorder griindige -·Ubereinstimmung solI natiirlich nicht dariiber hinwegtauschen, daB im Detail viele Unterschiede festzustellen sind. Wahrend sich fiir Horkheimer und Adorno in den "archaischen Willkiirakten von Machtergreifung" (ND: 315) bereits die "Einheit von mythischer Natur und aufgeklarter Naturbeherrschung" (DA: 5) abzeichnet, bilden My then fiir Habermas "innerhalb der uns zugangli chen kulturellen Uberlieferungen den scharfsten Kontrast zu dem Weltver standnis, das in modernen Gesellschaften herrscht" (TKH 1: 73).

Klappentext

15 Die Versuche der Autoren, die Strukturen der "modernen" Vernunft zu rekonstruieren, fallen dementsprechend unterschiedlich aus: Wahrend fUr Hork­ heimer und Adorno in den Greueltaten der Faschisten die Genese der bereits im Mythos angelegten naturbeherrschenden, instrumentellen Vernunft ihren logischen historischen Zenit erreicht, ortet Habermas in der menschlichen Sprache ein Telos der Verstandigung (vgl. TKH 1: 387), das sich yom Mythos zur Moderne sukzessive zu einer kommunikativen Vernunft entfaltet, in der die mythischen Weltbilder ihrer totalisierenden Kraft beraubt werden. Die Wahrheit von propositionalen Aussagen und die Richtigkeit von Handlungen sind nicht langer durch ihre Einordnung in ein sakrosanktes kosmisches Welt­ bild vorab garantiert, sondern sie konnen sich allein durch einen intersub­ jektiv herbeigefiihrten Konsens bewahren: Das Sakrale wurde verfliissigt. Hingegen stimmen die frUbe und spate Kritische Theorie in ihrem Ver­ dikt iiber den Mythos iiberein: Mythos wird als eine Form der NaturverfalIen­ heit verstanden. "My then wie magische Riten Meinen die sich wiederholende Natur" (DA: 19). In den mythischen Weltbildern werden "Natur und Kultur ( . . . ) auf dieselbe Ebene projiziert" (TKH 1: 78). Diese -zunachst ganz vorder­ griindige -·Ubereinstimmung solI natiirlich nicht dariiber hinwegtauschen, daB im Detail viele Unterschiede festzustellen sind. Wahrend sich fiir Horkheimer und Adorno in den "archaischen Willkiirakten von Machtergreifung" (ND: 315) bereits die "Einheit von mythischer Natur und aufgeklarter Naturbeherrschung" (DA: 5) abzeichnet, bilden My then fiir Habermas "innerhalb der uns zugangli­ chen kulturellen Uberlieferungen den scharfsten Kontrast zu dem Weltver­ standnis, das in modernen Gesellschaften herrscht" (TKH 1: 73).



Inhalt

I. Einleitung.- II. Der circulus vitiosus: Mythos und Aufklärung.- II.1 Natur und Geschichte.- Exkurs: Benjamins Begriff der "Allegorie".- II.1 Natur und Geschichte (Fortsetzung).- III. Dialektik der Aufklärung.- III.1 Angst und Selbsterhaltung.- III.2 Herrschaft durch Anpassung.- III.3 Organisierte Handhabung der Mimesis.- Exkurs: Evolutionstheorie.- III.3.1 Mana.- III.3.2 Animismus.- III.3.3 Magie.- III.4 Mythos als Opium des Volkes.- Exkurs: Die Irrfahrt der Selbstfindung.- III.5 Unter dem Bann von Mythos und Moderne.- III.6 Schlägt Aufklärung in Mythologie zurück?.- III.7 Zusammenfassung.- IV. Das Verhältnis von Mythos und Rationalität im Werk von Jürgen Habermas.- IV.1 Gemeinsamkeiten und Differenzen der Mythoskritik von Horkheimer/Adorno und Habermas.- IV.2 Die universalpragmatischen Grundlagen der Mythoskritik.- IV.2.1 System und Lebenswelt.- IV.2.2 Originärer und parasitärer Sprachgebrauch.- IV.3 Von kognitiven und moralischen Stufen zu einer Theorie der sozialen Evolution.- IV.3.1 Jean Piagets genetische Epistemologie.- IV.3.2 Habermas' Konzept der Evolution von Weltbildstrukturen.- IV.3.3 Die Krise an der empirischen Basis: das Verschwinden der Stufe 6 und seine Folgen.- IV.3.4 Von der bannenden Kraft des Heiligen zur Autorität des begründeten Konsenses.- IV.3.5 Von der Abwehr zur Aneignung: die Rettung der semantischen Potentiale des Mythos.- V. Schlußbetrachtung.- Verzeichnis der Siglen.- Namenregister.

Produktinformationen

Titel: Archäologen der Moderne
Untertitel: Zum Verhältnis von Mythos und Rationalität in der Kritischen Theorie
Autor:
EAN: 9783531123981
ISBN: 978-3-531-12398-1
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Genre: 20. & 21. Jahrhundert
Anzahl Seiten: 236
Gewicht: 340g
Größe: H230mm x B157mm x T17mm
Jahr: 1992
Auflage: 1992

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