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Warum waren die Mönche so dick?

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24 pikante Funde aus den Archiven der Kirchengeschichte - Das erfolgreiche Buch jetzt in bibliophiler Neuausgabe - Ein himmlisches... Weiterlesen
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Beschreibung

24 pikante Funde aus den Archiven der Kirchengeschichte - Das erfolgreiche Buch jetzt in bibliophiler Neuausgabe - Ein himmlisches Vergnügen vom Großmeister der religiösen Satire! Etwa zwei Kilogramm Brot pro Tag, zwischen 6 und 30 Eiern, rund drei Liter Wein und zweimal täglich Fleisch - so eine 6882-Kalorien-Diät hat es in sich. "Dicke Männer sind intelligenter als dünne" - diese Feststellung des Aristoteles diente Thomas von Aquin als Antwort auf die beständigen Hänseleien seiner Mitbrüder... Es geht um Schwergewichte, doch mit der ihm eigenen Leichtigkeit entfaltet Hans Conrad Zander in seinen Geschichten ein vergnügliches Panorama des kirchlichen Lebens in den vergangenen Jahrhunderten. Lesen Sie, wovor ein Mann die Flucht ergreifen sollte, was Ulrich Zwingli beim Friseur widerfuhr, wie Teresa von Avila es schaffte, ohne Psychotherapie selig zu werden, oder was es mit dem göttlichen Transvestiten auf sich hat.

Autorentext
Hans Conrad Zander, geboren 1937 in Zürich, lebt heute in Köln. Er war Mönch im Dominikanerorden, Reporter des "Stern" und Gastprofessor an der Universität Essen. Bekanntgeworden ist er als Autor von WDR und NDR ("Zeitzeichen") und als Verfasser von Sachbüchern und Satiren vor allem zur Religionsgeschichte.

Klappentext

24 pikante Funde aus den Archiven der Kirchengeschichte

- Das erfolgreiche Buch jetzt in bibliophiler Neuausgabe
- Ein himmlisches Vergnügen vom Großmeister der religiösen Satire!

Etwa zwei Kilogramm Brot pro Tag, zwischen 6 und 30 Eiern, rund drei Liter Wein und zweimal täglich Fleisch - so eine 6882-Kalorien-Diät hat es in sich. »Dicke Männer sind intelligenter als dünne« - diese Feststellung des Aristoteles diente Thomas von Aquin als Antwort auf die beständigen Hänseleien seiner Mitbrüder...
Es geht um Schwergewichte, doch mit der ihm eigenen Leichtigkeit entfaltet Hans Conrad Zander in seinen Geschichten ein vergnügliches Panorama des kirchlichen Lebens in den vergangenen Jahrhunderten. Lesen Sie, wovor ein Mann die Flucht ergreifen sollte, was Ulrich Zwingli beim Friseur widerfuhr, wie Teresa von Avila es schaffte, ohne Psychotherapie selig zu werden, oder was es mit dem göttlichen Transvestiten auf sich hat.



Zusammenfassung
24 pikante Funde aus den Archiven der Kirchengeschichte

- Das erfolgreiche Buch jetzt in bibliophiler Neuausgabe
- Ein himmlisches Vergnügen vom Großmeister der religiösen Satire!

Etwa zwei Kilogramm Brot pro Tag, zwischen 6 und 30 Eiern, rund drei Liter Wein und zweimal täglich Fleisch so eine 6882-Kalorien-Diät hat es in sich. »Dicke Männer sind intelligenter als dünne« diese Feststellung des Aristoteles diente Thomas von Aquin als Antwort auf die beständigen Hänseleien seiner Mitbrüder...
Es geht um Schwergewichte, doch mit der ihm eigenen Leichtigkeit entfaltet Hans Conrad Zander in seinen Geschichten ein vergnügliches Panorama des kirchlichen Lebens in den vergangenen Jahrhunderten. Lesen Sie, wovor ein Mann die Flucht ergreifen sollte, was Ulrich Zwingli beim Friseur widerfuhr, wie Teresa von Avila es schaffte, ohne Psychotherapie selig zu werden, oder was es mit dem göttlichen Transvestiten auf sich hat.



Leseprobe
In einem kleinen Chalet bei Arosa, ganz aus Lärchenholz, hat meine englische Großmutter ihre späten Jahre verlebt. Das Wichtigste, was sie aus Ashton-under-Line mitgebracht hatte, war die "Encyclopedia of Religion and Ethics". Wie besessen las sie sich durch die dreizehn dicken Bände dieser einzigartigen Sammlung aller historischen Purzelbäume unserer Religion: "Much better than the Bible!"
Manchmal gönnte sie sich eine religiöse Pause. Dann hieß sie mich auf einem Schemelchen zu ihren Füßen Platz nehmen. Während wir zu zweit einträchtig Mandelschalen knackten, erzählte sie mir Geschichten. Lauter wahre Geschichten. Lauter komische Geschichten. Lauter Komödien aus der Geschichte der Religion.
Eins wunderte mich. Was sie mir erzählte, waren alles katholische Komödien. Dabei war sie doch Anglikanerin. "Großmutter, warum erzählst du mir keine protestantischen Komödien?"
Dass sie der High Church angehörte, also jenem Flügel der Kirche von England, der es eher mit den katholischen Dingen hält als mit den protestantischen, dies zu erklären, war ihr wohl zu heikel. Schweigend sah sie hinaus ins Schneegestöber über Arosa.
"Weißt du, was der Himmel ist?"
Wie sollte ich kleiner katholischer Bub das wissen?
"Der Himmel ist jener unendlich einsame Ort, wo die unendlich einsame protestantische Seele in unendlicher Einsamkeit mit ihrem unendlich einsamen Gotte ringt." Und sie erzählte mir die Komödie von Robinson Crusoe.
Nicht die gefälschte Komödie, die alle kennen, sondern die echte. Die wahre Komödie von Daniel Defoes protestantischer Einsamkeit.
Dann nichts mehr als das Knacken der Mandeln. Und ein leiser anglikanischer Seufzer: "Es gibt sie, die protestantische Komik. Es gibt sie auch. Es gibt sie schon. Man muss nur sehr sehr sorgfältig danach suchen."
So entstand die Idee zu diesem Buch. Meiner anglikanischen Großmutter zu Ehren habe ich, zwischen Wittenberg und Genf rastlos hin- und herreisend, nach Spurenelementen protestantischer Komik gesucht. Habe, meiner Großmutter nacheifernd, alle 24 Bände der "Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche" durchforscht. Sehr sehr sorgfältig. Habe auch Helmut Thielicke gelesen. Bin sogar zu Peter Berger nach Boston geflogen. Und es wäre falsch zu behaupten, dass ich nicht fündig geworden wäre. In fünf Jahren habe ich immerhin fünfeinhalb protestantische Komödien gefunden.
Ob das reicht?
Im altehrwürdigen Verlagshaus zu Gütersloh, nach bleiernem Schweigen, eine ökumenische Einsicht: "Wir müssen zur katholischen Kirche zurück."
So ist dieses Buch zustandegekommen. Ein paar evangelische Komödien gewiss, doch ökumenisch angereichert mit vielen katholischen Komödien. Die meisten neu, doch auch einige klassische Komödien, die in katholischen Verlagen vergriffen sind und von vielen vermisst wurden.
Ein ökumenisch korrektes Buch ist es trotzdem nicht geworden. Was meine englische Großmutter bewegt hat, was mich noch heute leidenschaftlich bewegt, ist ein ganz anderes Christentum. Es ist das Christentum von Thomas Morus und Erasmus von Rotterdam.
In einem Garten am Ufer der Themse in Chelsea haben die beiden zusammen gesessen, der englische Heilige und der niederländische Spötter, es war noch vor der Reformation. Einen Sommer lang haben sie zusammen gespottet über die römische Kurie. Über den Aberglauben der Pfaffen. Über die Komik der Heiligen Inquisition.
Wer von den beiden hat besser über die katholische Kirche gespottet? Wohl doch der Heilige. "Es ist", so beschreibt Erasmus seinen englischen Freund, "als wäre es ihm ständig ums Lachen. Von Jugend auf hatte er solche Lust am Spaßmachen, dass man sagen könnte, er sei dazu geboren."
Gespottet haben sie und haben geträumt: den everlasting dream von einer selbstironischen, aufgeklärten Katholizität. Es ist auch mein Traum.
Festgehalten hat Erasmus jene sommerlichen Gespräche an der Themse in einem Büchlein, das er, Thomas Morus zu Ehren, "Encomium Moriae" nannte: "Lob der Torheit". Am besten gefällt mir jene Stelle, wo die Engel, auf den Flühen des Himmels hockend, staunend herabblicken in den Betrieb der Welt: "Es ist aber auch ein Theater!"
Heute wie eh ist es ein Theater mit Stücken, die tragischer sind als Shakespeares Tragödien. Mit Komödien, die so falsch gestimmt sind, dass selbst einem Engel das Lachen vergehen könnte - wäre nicht, unter allen falschen Komödien dieser Welt, doch eine wahre. Das ist, den Engeln zum himmlischen Vergnügen, die Divina Commedia der Religion.

1. Warum waren die Mönche so dick?
Worin wir die 6.882-Kalorien-Diät kennen lernen.

Vom größten Mönch und Gottesgelehrten des Mittelalters, vom heiligen Thomas von Aquin, wird berichtet, dass seine Mitbrüder extra für ihn eine nierenförmige Bucht in den klösterlichen Esstisch gehobelt haben. Damit er überhaupt Platz nehmen konnte. So dick war der heilige Thomas von Aquin.
Er nahm das übrigens mit Humor. Wenn seine Mitbrüder ihn hänselten, pflegte er zu sagen: "Schon bei Aristoteles steht geschrieben: Dicke Männer sind intelligenter als dünne."
Unter diesem Gesichtspunkt kommt den Forschungen des französischen Historikers Michel Rouche besondere Bedeutung zu. Sie beweisen, dass die meisten Mönche des Mittelalters dem heiligen Thomas von Aquin an Intelligenz und an Humor kaum nachstanden. Rouche hat nämlich mit geradezu mönchischem Fleiß alle verfügbaren Dokumente über die klösterlichen Küchen und Keller jener Zeit ausgewertet. Hier sein statistisch exakter Schluss: In der Abtei Saint-Germain-des-Pres vor den Toren von Paris verzehrte im 10. Jahrhundert ein ganz normaler Mönch an einem ganz normalen Wochentag genau 6.882 Kalorien.
Wir wollen das gar nicht erst in Joule umrechnen, sonst wird es noch mehr. Begnügen wir uns mit dem Hinweis, dass die berühmte Kalorientabelle von Barbara Lüdecke für einen vergleichbaren modernen Beruf, nämlich für Lehrer, weit weniger als die Hälfte gestattet: nicht 6.880, sondern 2.400 Kalorien. Was darüber ist, das ist vom Bösen. Besonders, wenn man bedenkt, dass die Menschen im Mittelalter wesentlich kleiner gewachsen waren als heute.
Gewiss, anderwärts ging es ein bisschen magerer zu als in Saint-Germain-des-Prés. Aber nur ein bisschen. Nirgendwo in Frankreich sank der normale tägliche Kalorienverbrauch pro Mönch unter 4.700. Und es sei gewarnt vor nationalen Vorurteilen. Zugegeben, französische Mönche aßen besser. Aber alle verfügbaren historischen Quellen deuten darauf hin: Deutsche Mönche - auch englische Mönche übrigens - aßen mehr. Wir werden noch sehen, warum.
Und auch dies sei betont: Michel Rouche ist keineswegs ein übelwollender Antiklerikaler, ein hämischer Linksintellektueller. Wie wohlwollend er im Gegenteil seine Rechnung aufgezogen hat, zeigt der Umstand, dass er nur die Rationen für einen ganz normalen klösterlichen Wochentag berechnet hat.

Produktinformationen

Titel: Warum waren die Mönche so dick?
Untertitel: Wahre Komödien aus der Geschichte der Religion
Autor:
EAN: 9783579068763
ISBN: 978-3-579-06876-3
Format: Fester Einband
Herausgeber: Gütersloher Verlagshaus
Genre: Religiöse Schriften & Gebete
Anzahl Seiten: 187
Gewicht: 336g
Größe: H208mm x B134mm x T22mm
Jahr: 2009
Auflage: 2. A.
Land: CZ