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Gib dem Herrn die Hand, er ist ein Flüchtling

  • Fester Einband
  • 125 Seiten
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Der eindringliche und schonungslose Essay des bedeutenden Exilliteraturforschers Hans-Albert Walter gegen irrationale Anti-Flüchtl... Weiterlesen
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Beschreibung

Der eindringliche und schonungslose Essay des bedeutenden Exilliteraturforschers Hans-Albert Walter gegen irrationale Anti-Flüchtlings- Reflexe und menschenfeindlichen Populismus. Ein politisches Testament der Vernunft. Ein persönliches Resümee zu Fragen der Emigration.

Sie wurden als Wirtschaftsparasiten und Überfremdungsflut verleumdet, mit Hilfe bürokratischer Hürden behindert, abgewiesen und zurückgeschickt in Gefahr und Tod. Die Älteren unter ihnen waren oft nicht integrationsbereit, alle versuchten, sich heimatlich einzurichten. Und sie kamen aus Deutschland, Österreich, Europa. - An diese Flüchtlingsschicksale des Exils zwischen 1933 und 1945 erinnerte Hans-Albert Walter mit seinem essayistischen Zwischenruf bereits 1992 anlässlich brennender Unterkünfte für Asylsuchende, steigender Stimmenzahlen für rechtsradikale Parteien und angesichts politischer Taktierer, die gegenüber "besorgten" Bürgern Verständnis zeigen zu müssen glaubten und sich mit entsprechenden Forderungen profilieren wollten. Hans-Albert Walter hat viele Emigranten persönlich gekannt und ihre Schicksale und Werke intensiv erforscht; sein Essay fasst klar zusammen, wie unterschiedlich und doch jeweils typisch sich Flüchtlinge in ihren Aufnahmeländern verhalten und welche Gründe es dafür gibt. Und er erinnert daran: Es ist nicht lange her, da floh man von hier aus. Schnell kann jeder zum Flüchtling werden. Hilfe muss menschliche Selbstverständlichkeit sein.

Autorentext

Hans-Albert Walter, Jahrgang 1935, leitete von 1976 bis 1981 die Arbeitsstelle für deutsche Exilliteratur an der Universität Hamburg (heute die Walter-A.-Berendsohn-Forschungsstelle) und wirkte ab 1981 freiberuflich als Wissenschaftsjournalist und Literaturwissenschaftler. Für seine Verdienste um die Erforschung des deutschen Exils erhielt er 1988 die Ehrendoktorwürde der Universität zu Köln, 1993 den Hessischen Kulturpreis für Wissenschaft und 2007 das Bundesverdienstkreuz. Sein Hauptwerk ist die bereits in mehreren Bänden erschienene "Deutsche Exilliteratur 1933 - 1950", deren letzter Band 2017 postum erscheinen soll. Zu seinem Schaffen gehören aber auch die vielen von ihm herausgegebenen und mit Nachworten oder ausführlichen Begleitbänden ergänzten Werke von Autorinnen und Autoren des Exils sowie ungezählte Rundfunksendungen. Hans-Albert Walter lebte in seinem Geburtsort Hofheim am Taunus und ist im Februar 2016 gestorben.



Klappentext

Sie wurden als Wirtschaftsparasiten und Überfremdungsflut verleumdet, mit Hilfe bürokratischer Hürden behindert, abgewiesen und zurückgeschickt in Gefahr und Tod. Die Älteren unter ihnen waren oft nicht integrationsbereit, alle versuchten, sich heimatlich einzurichten. Und sie kamen aus Deutschland, Österreich, Europa. - An diese Flüchtlingsschicksale des Exils zwischen 1933 und 1945 erinnerte Hans-Albert Walter mit seinem essayistischen Zwischenruf bereits 1992 anlässlich brennender Unterkünfte für Asylsuchende, steigender Stimmenzahlen für rechtsradikale Parteien und angesichts politischer Taktierer, die gegenüber "besorgten" Bürgern Verständnis zeigen zu müssen glaubten und sich mit entsprechenden Forderungen profilieren wollten. Hans-Albert Walter hat viele Emigranten persönlich gekannt und ihre Schicksale und Werke intensiv erforscht; sein Essay fasst klar zusammen, wie unterschiedlich und doch jeweils typisch sich Flüchtlinge in ihren Aufnahmeländern verhalten und welche Gründe es dafür gibt. Und er erinnert daran: Es ist nicht lange her, da floh man von hier aus. Schnell kann jeder zum Flüchtling werden. Hilfe muss menschliche Selbstverständlichkeit sein.



Leseprobe
Immer aufs neue bestätigte sich, was Brecht in den satirischen Satz gefaßt hat, der edelste Teil eines Menschen sei sein Paß, und diese Erfahrung hatte prägende Kraft auf Lebenszeit. Ludwig Marcuse griff regelmäßig ins Jackett, bevor er aus dem Haus ging, und er zögerte nicht mit der Erklärung, als er beim zweiten oder dritten Mal meinen fragenden Blick bemerkte. Der Paß. Er verlasse die Wohnung nie ohne Paß. Dabei gingen wir nur spazieren oder ins Restaurant [...]. Die Zeit der Staatenlosigkeit war für Ludwig Marcuse schon seit zwei Jahrzehnten vorbei.

Produktinformationen

Titel: Gib dem Herrn die Hand, er ist ein Flüchtling
Untertitel: Essay
Autor:
Schöpfer:
EAN: 9783946595007
ISBN: 978-3-946595-00-7
Format: Fester Einband
Herausgeber: Leske, C.W.
Anzahl Seiten: 125
Gewicht: 155g
Größe: H186mm x B111mm x T15mm
Veröffentlichung: 15.09.2016
Jahr: 2016
Land: CZ