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Canal Grande

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Leseprobe
Fünf Finnen und ein Sanierungsfall Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen. Was geschieht, wenn ... Weiterlesen
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Beschreibung

Fünf Finnen und ein Sanierungsfall Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen. Was geschieht, wenn fünf Finnen im Auftrag der UNESCO nach Venedig reisen, um die Stadt vor dem Versinken zu retten? Nun, es geschieht eine ganze Menge Unsinn. Urkomisch, intelligent, voller Anspielungen auf Literatur, Kunst und Kultur: "Canal Grande" ist ein fesselnder Roman und eine unterhaltsame Auseinandersetzung nicht nur mit Venedig, sondern auch mit den Finnen und der abendländischen Kultur.

Ein köstlicher Venedigroman!

Autorentext
Hannu Raittila (geb. 1956) gilt als einer der interessantesten und wichtigsten Autoren Finnlands. Man kennt ihn als Verfasser von Kolumnen, Hörspielen, Drehbüchern, von fünf Bänden mit Erzählungen und mehreren Romanen. Für "Canal Grande" erhielt er den "Finlandia-Preis", die bedeutendste literarische Auszeichnung des Landes. 2014 wurde er für "Kontinentaldrift" mit dem Runeberg-Preis ausgezeichnet, einem weiteren renommierten Literaturpreis. Raittila hat ein besonderes Gespür für die absurden Seiten der Gegenwart und einen scharfen Blick auf die Entwicklungen der modernen Welt.

Klappentext

Fünf Finnen und ein Sanierungsfall

Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen.

Was geschieht, wenn fünf Finnen im Auftrag der UNESCO nach Venedig reisen, um die Stadt vor dem Versinken zu retten? Nun, es geschieht eine ganze Menge Unsinn. Urkomisch, intelligent, voller Anspielungen auf Literatur, Kunst und Kultur: "Canal Grande" ist ein fesselnder Roman und eine unterhaltsame Auseinandersetzung nicht nur mit Venedig, sondern auch mit den Finnen und der abendländischen Kultur.



Zusammenfassung
Fünf Finnen und ein Sanierungsfall

Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen.

Was geschieht, wenn fünf Finnen im Auftrag der UNESCO nach Venedig reisen, um die Stadt vor dem Versinken zu retten? Nun, es geschieht eine ganze Menge Unsinn. Urkomisch, intelligent, voller Anspielungen auf Literatur, Kunst und Kultur: Canal Grande ist ein fesselnder Roman und eine unterhaltsame Auseinandersetzung nicht nur mit Venedig, sondern auch mit den Finnen und der abendländischen Kultur.



Leseprobe
Der Nebel hielt auch in der dritten Woche an. Wir waren aus hellem Sonnenschein hineingetaucht, als das Flugzeug nur wenige hundert Meter über der Landebahn in eine Wolke glitt. Ich sah den Flughafen nicht und auch nicht die Umgebung. Da ich auf der Karte eine weite Ebene zwischen Meer und Gebirge ausgemacht hatte, nahm ich an, dass der Flughafen in dieser Niederung lag, wo höchstens Überschwemmungen den Flugbetrieb stören konnten.
Kulturrätin Snell deutete auf den Nebel und erklärte, wir müssten ein Taxi nehmen. Sie war eine dicke Frau und kam ins Keuchen, als wir gezwungen waren, die Rolltreppe hinunterzusteigen. Ich hatte auf den Schalter gedrückt, aber die Treppe war nicht angesprungen. Heikkilä und ich gingen in die Richtung, in die Snell nach einem Wagen gewunken hatte. Saraspää schrie durch den Nebel, wir sollten nicht zu weit gehen, denn dort sei das Meer.
Die Snell sprach mit einem Bediensteten und wiederholte ständig ein einziges Wort: "vaporetto". Aber damals konnte ich mir darunter noch nichts vorstellen. Die Kulturrätin schien nicht zu begreifen, was ihr der Mann in der Dienstuniform erklärte. Saraspää mischte sich ein und fragte, ob Frau Snell nicht wisse, dass Vaparettos und Taxis bei diesem Wetter nicht in der Lagune verkehrten. Wir müssten mit dem Auto in die Stadt fahren. Nun verstand ich überhaupt nichts mehr. In der Nähe schrien Möwen, und Fischgeruch stieg mir in die Nase.
Mit dem Bus fuhren wir durch den Nebel. Die Fahrt schien lange zu dauern, aber der Eindruck kam wohl daher, dass man die Landschaft nicht sehen konnte. Wir kamen irgendwohin, wo Autos in Reihen standen. Das wurde nach dem Aussteigen klar. Immer mehr Hecks von Autos tauchten vor uns aus dem Nebel auf. Sie waren geparkt wie die Fahrzeuge einer motorisierten Einheit vor dem Angriff. Ich dachte, wir befänden uns auf dem Parkplatz eines großen Supermarktes, doch nirgendwo waren Kunden, die Einkaufswagen schoben. Man hätte das Rattern hören müssen. Andererseits kannte ich die Öffnungszeiten der Geschäfte nicht. Hielt man hier Siesta?
Ich wunderte mich ein wenig über die große Zahl der Autos. Man hatte mir erzählt, es gebe in der Stadt gar keinen Autoverkehr. Auch Einkaufszentren sollte es eigentlich nicht geben, obwohl die Stadt angeblich von Kaufleuten gegründet worden war. Die ganze Zeit roch es nach Meer, und der Nebel ließ sehr kleine Tropfen auf meinem Popelinmantel zurück. Der Asphalt unter den Füßen ging in gepflasterten Straßenbelag über. Venedig aber war nicht zu sehen.
Wir liefen eine Hauswand entlang. Die Fahrzeuggeräusche traten in den Hintergrund, nur Wasser plätscherte auf der linken Seite, und Heikkilä warnte davor, sich zu weit von dem Gebäude fortzubewegen. Er behauptete, die Gehsteige in dieser Stadt seien schmal, sogar an der Hauptstraße. Er erinnerte daran, dass die Verkehrswege hier Kanäle waren. Wir gingen gerade am Rand des größten von ihnen entlang. Ein Zug näherte sich und blieb zischend stehen. Man hörte eine wirre, hektische Durchsage, danach brummte und schnappte die Elektrolok im Nebel wie ein großes Tier. Die Snell keuchte schwer. Wir stiegen eine Treppe hinauf. Heikkilä erläuterte, wir befänden uns auf einer Brücke, überquerten in diesem Moment den Canal Grande.
Auf der anderen Seite fingen Snell und Saraspää wieder mit ihren Überlegungen an, ob wir ein Taxi oder ein Vaporetto nehmen sollten. Heikkilä erklärte mir, sie meinten einen Wasserbus. Ich verstand, dass auch das Taxi eigentlich ein Boot war. Die Snell blickte in eine Broschüre, offenbar der Fahrplan der Verkehrsbetriebe, und teilte uns mit, Vaporetto Nummer eins halte in der Nähe des Hotels, wo für uns Zimmer reserviert waren.
Saraspää sagte, die Vaporettos führen nur zu jedem dritten angegebenen Zeitpunkt. Niemand fragte, warum. Plötzlich heulte unmittelbar neben uns ein großer Motor auf, und Dieselgestank drang mir in die Nase. Die Umdrehungen wurden weniger, und das Motorengeräusch entfernte sich, gerade so, als hätte ein schwer beladener LKW die Kupplung kommen lassen und sich in kleinem Gang mühsam in Bewegung gesetzt. Man hörte das Wasser platschen, und kurz darauf schlugen vor unseren Füßen die Wellen auf das Pflaster.
Ohne auch nur einen Blick auf den Fahr- oder Stadtplan zu werfen, erzählte Saraspää dann, der Einser hielte auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals, und wir müssten einen halben Kilometer durch Gassen zum Ponte Rialto gehen und von dort aus die gleiche Strecke auf der anderen Seite des großen Kanals wieder zurück. Die Gassen seien verschlungen, von kleinen Kanälen durchzogen, und sie würden so trügerische Biegungen machen, dass man als Fußgänger bald in die Richtung ging, aus der man eigentlich kam. Bei diesem Nebel, erklärte Saraspää, sollten wir mit unserem Gepäck keinen Fuß in eine Nebengasse setzen.
Im Wassertaxi kommentierte Heikkilä ununterbrochen, welch berühmte Paläste und anderen Gebäude wir gerade passierten. Er ist Dozent an der Universität Helsinki, genießt ein Stipendium der Finnischen Akademie und war als Experte für Kulturgeschichte in die Arbeitsgruppe berufen worden. Er war gut im Reden, der Herr Dozent. Schon im Flugzeug hatte er mir über seine Forschungen, bei denen es um die Stadtstaaten des Mittelalters und der Renaissance ging, Auskunft gegeben.
Sehr gern hätte ich all die Paläste gesehen, die Heikkilä pries. Als ich mich mit dem Auftrag vertraut gemacht hatte, hatte ich natürlich Bilder gesehen: Da ragten Häuser direkt aus dem Wasser, und wo sich bei normalen Gebäuden Treppen befanden, war jeweils eine Anlegestelle gewesen. Ich hatte auch die Baupläne jener Häuser zu Gesicht bekommen und wusste, dass sie auf Erlenstämmen errichtet worden waren.
Plötzlich schnauzte der Bootsführer Heikkilä an. Verlegen hörte dieser sofort auf, über die Geschichte der unsichtbaren Häuser am Kanal zu dozieren. Saraspää fing an zu lachen. Das Boot drosselte die Geschwindigkeit und legte an einem Kai aus Marmor an.
Wir gingen an Land, die Snell nach langem Zögern. Die massige Frau traute sich einfach nicht, einen Fuß auf den Kai zu setzen, der mehr als einen halben Meter unterhalb des schaukelnden Bootsdecks lag. Ich streckte die Hand aus, und sie stützte sich so schwer darauf, dass wir fast beide von ihrem Körpergewicht in den Kanal gerissen worden wären.




Produktinformationen

Titel: Canal Grande
Untertitel: Roman - Geschenkausgabe
Übersetzer:
Autor:
EAN: 9783442739653
ISBN: 978-3-442-73965-3
Format: Fester Einband
Herausgeber: BTB Tb.
Genre: Sonstige Literatur
Anzahl Seiten: 480
Gewicht: 223g
Größe: H157mm x B95mm x T26mm
Jahr: 2009
Land: DE