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Stadtentwicklung Moskau: Der Wohnsektor von 1954 bis heute

  • Kartonierter Einband
  • 72 Seiten
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Die Rede des damaligen Regierungschefs der UdSSR Nikita Sergejewitsch Chruschtschow auf dem nationalen Baukongress im Dezember 195... Weiterlesen
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Beschreibung

Die Rede des damaligen Regierungschefs der UdSSR Nikita Sergejewitsch Chruschtschow auf dem nationalen Baukongress im Dezember 1954 sollte für eine Zäsur im Bauwesen sorgen. Weg von unnötigen Schnörkeln, hin zu Produktivität wurde der Grundstein für den einprägsamen Massenbaustil der Sowjetunion gelegt, der bis heute Verwendung findet. Am Beispiel der florierenden Hauptstadt Russlands, Moskau, wird die Entwicklung ab jenem Datum bis heute gezeigt. Ihre Versuche in den Anfangsphasen, die immer wieder von Rückschlägen gekennzeichnet war und auch einher ging mit der politischen Entwicklung des Landes. Für die einzelnen Phasen des Fortschritts werden Beispiele genannt, deren gesellschaftliche Einflüsse betrachtet und mit der Beschreibung eines aktuellen Projektes wird der Bogen in die heutige Zeit geschlagen.

Autorentext

Hannes Blank wurde 1983 in Dieburg geboren. Bereits während seines BA-Studiums der Osteuropa-/Ostmitteleuropastudien hielt er sich regelmäßig für mehrere Monate in Russland, insbesondere Moskau auf. Resultierend aus den dort gemachten Erfahrungen und dem Interesse für diese sich ständig mit hoher Geschwindigkeit weiterentwickelnden Metropole entstand seine Abschlussarbeit zum Thema der Stadtentwicklung mit explizitem Bezug auf die Veränderungen bezüglich der Wohnsituation der Moskwici.



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 5, Wohnpolitik: Wohnraum = Untermauerung des Herrschaftsanspruches. Wohnraumproblematik und Politik gehen nicht erst seit der behandelten Rede Chruschtschows einher. Bereits 1903 wurde im ersten Parteiprogramm der Sozialdemokratie des Russischen Reiches die Wohnungsfrage aufgegriffen. Worin es hieß, dass nur durch deren Lösung sich freiere Betätigungs- und Wirkungsmöglichkeiten eröffnen, soziale und ökonomische Konflikte besser zur Entfaltung und schließlich zur politischen Lösung kommen würden. Auch nach dem Oktoberumsturz 1917 setzten die an die Macht gekommenen Bolschewiki die politische Gestaltung der Wohnungsfrage fort. Orientiert wurde sich dabei an der Grundvorstellung Friedrich Engels , der im Wohnungsproblem der Arbeiter vor allem eine Frage der Verteilung des Wohnraums gesehen hatte. Wie bereits erwähnt, schwenkte dieser Kurs ab Mitte der zwanziger Jahre um und das Hauptaugenmerk von staatlicher Seite wurde weg vom privaten Wohnungsbau hin zum Industriebau gelenkt, der in den Planungen absolute Priorität hatte - mit fatalen Folgen für die Wohnsituation der Bürger. Eine Änderung - ich möchte gar von einem radikalen Kurswechsel sprechen - fand mit der Rede des Parteivorsitzenden auf dem Baukongress 1954 statt, wenngleich es bis 1961 dauerte, bis die Wohnungsfrage Eingang in das Parteiprogramm der KPdSU fand: Die KPdSU stellt die Aufgabe, das akuteste Problem der Hebung des Wohlstands des Sowjetvolks, das Wohnungsproblem, zu lösen. Im Laufe des ersten Jahrzehnts wird der Wohnraummangel behoben werden. Familien, die noch in überbelegten und schlechten Wohnräumen leben, werden neue Wohnungen erhalten. [...] Im zweiten Jahrzehnt wird die Benutzung der Wohnung für alle Bürger allmählich unentgeltlich . Insbesondere das Ziel des zweiten Jahrzehnts ist als utopisch anzusehen, da es die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Sowjetunion maßlos überschätzte und die Realität außer Acht ließ. Nichtsdestotrotz verfolgte man weiterhin diesen Plan, insbesondere deswegen, da es sich hierbei um ein sehr geeignetes Instrument zur politischen Selbstdarstellung handelte und einen Themenbereich ansprach, der eine hohe Priorität im Volk besaß. Es entstand somit ein neuer Gesellschaftsvertrag zwischen der Führungsriege um Chruschtschow und der Bevölkerung. Dieser ungeschriebene Vertrag ließ den Regierenden das Monopol politischer Macht, die Kontrolle über Medien und die Reisefreiheit. Dafür verbesserten sie die Versorgung mit Wohnraum und Konsumgütern und garantierten Vollbeschäftigung sowie ein funktionierendes soziales Netz . Eine besondere Eigenart war, dass die Sowjetbürger den Erfolg der Wohnungspolitik an Veränderungen gegenüber gestern und vorgestern [messen], weniger an einer Positionsverbesserung im internationalen Vergleich. Dies kam der Staatsführung dahingehend zugute, dass der Abstand zum internationalen Vergleich so derart groß war, dass man ihn unmöglich hätte egalisieren können und die Forderung danach im Volk für erheblichen Unmut gesorgt hätte. Eine Analogie, wie sie auch Chruschtschow anstellte, als er mit den - seiner Meinung nach - baupolitischen Verfehlungen der letzten Jahre ins Gericht ging. Er tat dies in einer Art, wie es sich bis dato noch keiner getraut hatte. Zweifelsohne war diese Kritik begründet. Wie bereits erwähnt, war der Mangel an Wohnraum beträchtlich, die Lage in diesem Sektor teils katastrophal und die politische Führung hatte offensichtlich keine klare Vorstellung von dem starken Problemdruck, der in diesem Bereich bestand; noch weniger konnte von einem ausgeformten Programm die Rede sein. Diese Situation machte sich Chruschtschow zu Nutze, um über dies hinaus seine politischen Ambitionen zu verwirklichen, eine Klarheit in der politischen Führungsstruktur zu schaffen, welche seit dem Tode Stalins dringlicher denn je war. Seit Ende November befand er sich inmitten einer Auseinandersetzung mit seinem wichtigsten Rivalen, Stalin

Produktinformationen

Titel: Stadtentwicklung Moskau: Der Wohnsektor von 1954 bis heute
Untertitel: Der Wohnsektor von 1954 bis heute
Autor:
EAN: 9783956841316
ISBN: 978-3-95684-131-6
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Bachelor + Master Publishing
Genre: Regional- und Ländergeschichte
Anzahl Seiten: 72
Gewicht: 130g
Größe: H221mm x B154mm x T10mm
Jahr: 2014
Auflage: Erstauflage