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Die Jazz-Baroness

  • Fester Einband
  • 352 Seiten
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Rebellin, Adlige, Grande Dame des Jazz - das unglaubliche Leben der Nica RothschildAls im März 1955 die Nachricht vom Tod Charlie ... Weiterlesen
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Beschreibung

Rebellin, Adlige, Grande Dame des Jazz - das unglaubliche Leben der Nica Rothschild

Als im März 1955 die Nachricht vom Tod Charlie Parkers New York erschütterte, hatte die Presse ihren Skandal: "Bop-König stirbt im Appartment reicher Erbin". Wer war diese Frau, in deren Hotelsuite das Saxophon-Genie seine letzten Stunden verbrachte? Die mit Thelonius Monk oder Miles Davis in ihrem weißen Bentley Cabrio nachts von Jazzclub zu Jazzclub fuhr und als "Neger-Hure" beschimpft wurde? Pannonica Baronesse de Koenigswarter, geborene Rothschild, was schon immer die Rebellin ihrer berühmten Familie gewesen: Sie hatte unter de Gaulle gegen Deutschland gekämpft, war Bomber geflogen und Jeeps gefahren. Nun hatte sie ihr ödes Leben als Diplomatengattin hinter sich gelassen und in New York eine neue Leidenschaft entdeckt: Die Millionen-Erbin half den schwarzen Musikern mit Geld und großem Herz, sie kümmerte sich um Kranke, sorgte für Auftrittsgenehmigungen - und wurde so zur Schutzpatronin des Bebop. Jazzgenies von Monk bis Horace Silver widmeten ihr eigene Songs. Und Clint Eastwood setzte ihr in "Bird" ein filmisches Denkmal.Hannah Rothschild erzählt das stürmische Leben ihrer Großtante von der Kindheit in englischen Schlössern, der abenteuerliche Flucht vor den Nazis und den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs bis zu den Abgründen des schwarzen Amerika der sechziger Jahre. Eine faszinierende Biographie - und zugleich die unglaubliche Geschichte einer weltberühmten Dynastie.

»Hannah Rothschild gewährt ihren Lesern Einblick in die unglaubliche Geschichte einer weltberühmten Familie und liefert die faszinierende Biografie ihrer legendären Großtante.«, Living, Ute Laatz, 19.12.2013

Vorwort
Rebellin, Adlige, Grande Dame des Jazz das unglaubliche Leben der Nica Rothschild

Autorentext
Hannah Rothschild ist Regisseurin zahlreicher BBC-Dokumentarfilme und Reporterin, u.a. für Vanity Fair, The Times oder New York Times. Zudem arbeitet sie als Senior Editor at Large für Harpers Bazaar. Ihre Dokumentation über ihre Großtante Nica Rothschild unter dem Titel The Jazz Baroness wurde von der Kritik gefeiert für Stephen Frears ist der Film schlicht brilliant. Hannah Rothschild lebt in London. Hainer Kober, 1942 geboren, studierte Germanistik und Romanistik. Seit 1972 übersetzt er aus dem Französischen und Englischen. Unter anderem hat er Werke von Oliver Sacks, Jonathan Littell, Stephen Hawking, Terry Eagleton und Jean Ziegler ins Deutsche übertragen.

Leseprobe
1 Die andere Mein Großvater Victor hat sie als Erster erwähnt; er versuchte, mir einen einfachen 12-Takt-Blues beizubringen, aber meine elfjährigen Hände waren zu schwerfällig und zu klein. "Du bist wie meine Schwester", sagte er. "Du magst Jazz, hast aber keine Lust, ihn zu lernen." "Welche Schwester? Miriam oder Liberty?", fragte ich und versuchte die Spitze zu überhören. "Nein, die andere." Welche andere? Noch am selben Tag schaute ich im Stammbaum der Familie Rothschild nach und fand sie: Pannonica. "Wer ist Pannonica?", fragte ich meinen Vater Jacob, ihren Neffen. "Sie wurde immer Nica genannt, aber abgesehen davon, weiß ich eigentlich nichts", sagte er. "Niemand spricht je über sie." Unsere Familie ist so groß und weit verzweigt, dass er nicht überrascht schien, eine nahe Verwandte vollkommen aus den Augen verloren zu haben. Ich ließ mich nicht entmutigen und bestürmte eine andere Großtante, Nicas Schwester Miriam, die namhafte Naturwissenschaftlerin, die mir verriet: "Sie lebt in New York", aber nicht mehr preisgeben wollte. Eine andere Verwandte berichtete mir: "Sie ist eine große Kunstmäzenin, die Peggy Guggenheim oder Medici des Jazz." Und dann gab es die Gerüchte: Man nennt sie die "Jazz-Baroness". Sie lebt mit einem Schwarzen, einem Pianisten. Im Krieg flog sie Lancaster-Bomber. Der rauschgiftsüchtige Saxofonist Charlie Parker starb in ihrer Wohnung. Sie hatte fünf Kinder und lebte mit 306 Katzen zusammen. Die Familie hat sich von ihr losgesagt (hat sie nicht, erwiderte jemand). Zwanzig Stücke sind für sie geschrieben worden (nein, es waren vierundzwanzig). Auf der Fifth Avenue ist sie mit Miles Davis ein Rennen gefahren. Hast du von den Drogen gehört? Sie ging für ihn ins Gefängnis. Wer ist er? Thelonius Monk. Es war eine echte Liebesgeschichte, eine der größten. "Wie ist Nica?", fragte ich Miriam wieder. "Vulgär. Sie ist vulgär", sagte Miriam schroff. "Was soll das heißen?", wollte ich wissen. Dazu wollte Miriam sich nicht näher äußern, aber sie gab mir die Telefonnummer ihrer Schwester. Als ich 1984 zum ersten Mal nach New York kam, rief ich Nica wenige Stunden nach meiner Ankunft an. "Hättest du Lust, dich mit mir zu treffen?", fragte ich nervös. "Abgefahren!", antwortete sie entschieden ungroßtantenhaft und klang dabei so gar nicht wie eine Einundsiebzigjährige. "Komm nach Mitternacht downtown in den Club." Diese Gegend wartete noch auf ihre Luxussanierung und war damals bekannt für ihre Crackhöhlen und Raubüberfälle. "Wie finde ich ihn?", fragte ich. Nica lachte: "Schau dich nach dem Auto um", und hängte auf. Das Auto war wirklich nicht zu übersehen. Der große blassblaue Bentley war vorschriftswidrig geparkt, und auf seinen Ledersitzen lümmelten zwei Betrunkene herum. "Es ist gut, wenn die da drin sind dann wird das Auto nicht geklaut", erklärte sie mir später. Von der Straße etwas zurückliegend, führte eine kleine Tür in ein Kellergeschoss. Ich klopfte laut. Minuten später öffnete sich oben in der Tür eine Luke, und das dunkle Gesicht eines Mannes erschien hinter einem Gitterfenster. "Was?", fragte er. "Ich suche Pannonica", sagte ich. "Wen?" "Pannonica!", erwiderte ich in etwas verzweifelter englischer Tonlage. "Man nennt sie Nica." "Du meinst die Baroness! Warum sagst du das nicht gleich?" Die Tür ging auf und gab den Blick frei auf einen winzigen Kellerraum, schäbig und verraucht, in dem dicht gedrängt einige Leute saßen und einem Pianisten zuhörten. "Sie sitzt an ihrem Tisch." Nica, die als einzige Weiße leicht auszumachen war, saß direkt an der Bühne. Sie hatte kaum noch Ähnlichkeit mit der Frau, die ich in unseren Familienalben betrachtet hatte. Diese Nica war eine entzückende Debütantin gewesen, ihr rabenschwarzes Haar gezähmt und frisiert, die Augenbrauen zu modischen Bögen gezupft und der Mund zu einem perfekten Schmollen geschminkt. Auf einem anderen Porträt

Produktinformationen

Titel: Die Jazz-Baroness
Untertitel: Das Leben der Nica Rothschild
Übersetzer:
Autor:
EAN: 9783827011503
ISBN: 978-3-8270-1150-3
Format: Fester Einband
Herausgeber: Berlin Verlag
Genre: Musik
Anzahl Seiten: 352
Gewicht: 572g
Größe: H222mm x B144mm x T37mm
Jahr: 2013
Land: DE