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Reinheit der Sprache, des Herzens und des Leibes

  • Kartonierter Einband
  • 293 Seiten
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Ausgehend von der Erkenntnis, daß die herkömmliche Purismus-Debatte den Begriff der Sprachreinheit einseitig unter dem Primat der ... Weiterlesen
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Beschreibung

Ausgehend von der Erkenntnis, daß die herkömmliche Purismus-Debatte den Begriff der Sprachreinheit einseitig unter dem Primat der sogenannten Fremdwortfrage verstanden hat, entwickelt der Autor in dieser Studie ein komplexeres Bild der Wort-, Bedeutungs- und Wirkungsgeschichte des Begriffs "Reinheit" im deutschen Sprachraum von Luther bis Adelung, um von dieser Grundlage aus auch den engeren Begriff der "Sprachreinheit" neu einzugrenzen. Dies gelingt vor allem dadurch, daß der diskutierte Begriff zuerst als Problem der Rhetorik - nämlich in der differenzierten Tradition der rhetorischen puritas - gesehen wird; auf der Einsicht in den gleichermaßen ästhetischen wie pragmatischen Charakter der Rhetorik basiert der interdisziplinäre Forschungsansatz, mit dem der Autor seinen Gegenstand erschließt. Das zentrale Anliegen dieser Studie ist es, die Wirksamkeit der Kategorie puritas nicht auf die Sprache beschränkt zu sehen, sondern ihr in weiteren relevanten Feldern der sich im Untersuchungszeitraum konstituierenden bürgerlichen Gesellschaft nachzugehen: im sowohl lebenspraktisch wie wissenschaftstheoretisch dominanten Bereich der Theologie und Religiosität - hier insbesondere bei Luther und im Pietismus, im Bereich der Poetik sowie der Sprachgeschichte und -philosophie, im Bereich der politischen und nationalen Identitätsbildung und nicht zuletzt im Bereich der Körperpflege und der Schamnormen. Anhand umfangreicher Analysen der originären Quellenschriften kann der Autor dem problematischen Begriff sein ideologisches, mentalitätsgeschichtliches Umfeld zurückgewinnen, das allein zu erklären vermag, weshalb "Reinheit der Sprache" bis heute ein höchst problematischer, zwischen Restriktion und Innovation oszillierender Begriff geblieben ist. - Ein Anhang stellt die aus Luthers Schriften gewonnenen Belegstellen zum Thema "Reinheit" im Originalwortlaut (teilweise mit Übersetzungen aus dem Lateinischen) zur Verfügung.

Autorentext
Gerhard Härle ist Professor für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik sowie Prorektor für Studium und Lehre an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Er begründete das Forschungsprojekt Das Literarische Unterrichtsgespräch und leitet diverse Projekte zur Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Literaturdidaktik, Literaturgeschichte, Literaturtheorie, literarische Bildung und Gruppenpädagogik nach TZI.

Produktinformationen

Titel: Reinheit der Sprache, des Herzens und des Leibes
Untertitel: Zur Wirkungsgeschichte des rhetorischen Begriffs 'puritas' in Deutschland von der Reformation bis zur Aufklärung
Autor:
EAN: 9783484680111
ISBN: 978-3-484-68011-1
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Gruyter, Walter de GmbH
Genre: Allgemeine und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 293
Gewicht: 704g
Größe: H246mm x B175mm x T22mm
Jahr: 1996
Auflage: Reprint 2015