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Schlagwetter

  • Fester Einband
  • 121 Seiten
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"Um im historischen Material etwas lesen zu können, muß ich die Zeit zurückverfolgen und gleichzeitig die Zeitmomente neu montiere... Weiterlesen
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Beschreibung

"Um im historischen Material etwas lesen zu können, muß ich die Zeit zurückverfolgen und gleichzeitig die Zeitmomente neu montieren. Erst der Kontrast, erst die Differenz macht die Dinge sichtbar. Als müßte man zum Verständnis unserer eigenen Vergangenheit die Gegenwart umkonfigurieren können. Dieses eigentümliche Wissen ist jedesmal im Spiel, wenn man die Gefahr riecht." "Schlagwetter" - ein Begriff aus dem Bergbau - bezeichnet ein Gemisch aus Methan und Luft, das unter Tage entsteht. Es kann zu einem explosiven Grubengas werden, das für Bergleute deswegen so gefährlich ist, weil seine Bestandteile geruch- und geschmacklos sind. Früher benutzten Bergleute kleine Vögel in Käfigen als "Wahrsager", um ein Austreten des Grubengases frühzeitig bemerken zu können: Es war ein schlechtes Omen, wenn der Vogel plötzlich anfing zu zittern. Lässt sich unter solchen Gesichtspunkten auch die Geschichte erfassen? Sind die Vorzeichen historischer Erschütterungen genauso geschmack- und geruchlos wie das Grubengas, kaum zu bemerken und doch Indizien eines Wendepunktes? Didi-Huberman geht diesen Fragen in seinem neuen Essay nach, indem er sich mit dem Film beschäftigt, der die Konstellation von Bild und Kommentar auf ein ganz neues, bis dahin unbekanntes Niveau gehoben hatte: Pier Paolo Pasolinis La Rabbia, der nicht nur als politisch-poetischer Bilderreigen beeindruckt, sondern zugleich ein historischer Seismograph ist, der in der Poesie der Montage das Schlagwetter erahnen lässt.

Autorentext
Georges Didi-Hubermann, geboren 1953, ist Philosoph und Kunsthistoriker und lehrt an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Paris). Er ist Träger des Hans-Reimer-Preises der Aby-Warburg-Stiftung (Hamburg). Er veröffentlichte zahlreiche Untersuchungen zur Geschichte und Theorie der Bilder.

Klappentext

»Um im historischen Material etwas lesen zu können, muß ich die Zeit zurückverfolgen und gleichzeitig die Zeitmomente neu montieren. Erst der Kontrast, erst die Differenz macht die Dinge sichtbar. Als müßte man zum Verständnis unserer eigenen Vergangenheit die Gegenwart umkonfigurieren können. Dieses eigentümliche Wissen ist jedesmal im Spiel, wenn man die Gefahr riecht.« »Schlagwetter« - ein Begriff aus dem Bergbau - bezeichnet ein Gemisch aus Methan und Luft, das unter Tage entsteht. Es kann zu einem explosiven Grubengas werden, das für Bergleute deswegen so gefährlich ist, weil seine Bestandteile geruch- und geschmacklos sind. Früher benutzten Bergleute kleine Vögel in Käfigen als »Wahrsager«, um ein Austreten des Grubengases frühzeitig bemerken zu können: Es war ein schlechtes Omen, wenn der Vogel plötzlich anfing zu zittern. Lässt sich unter solchen Gesichtspunkten auch die Geschichte erfassen? Sind die Vorzeichen historischer Erschütterungen genauso geschmack- und geruchlos wie das Grubengas, kaum zu bemerken und doch Indizien eines Wendepunktes? Didi-Huberman geht diesen Fragen in seinem neuen Essay nach, indem er sich mit dem Film beschäftigt, der die Konstellation von Bild und Kommentar auf ein ganz neues, bis dahin unbekanntes Niveau gehoben hatte: Pier Paolo Pasolinis La Rabbia, der nicht nur als politisch-poetischer Bilderreigen beeindruckt, sondern zugleich ein historischer Seismograph ist, der in der Poesie der Montage das Schlagwetter erahnen lässt.

Produktinformationen

Titel: Schlagwetter
Untertitel: Der Geruch der Katastrophe
Autor:
EAN: 9783862530786
ISBN: 978-3-86253-078-6
Format: Fester Einband
Herausgeber: Konstanz University Press
Genre: Kunst
Anzahl Seiten: 121
Gewicht: 173g
Größe: H176mm x B113mm x T18mm
Veröffentlichung: 17.08.2016
Jahr: 2016

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