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Rassismus
George M. Fredrickson

"Rassismus" ist ein gefühlsbeladener, unscharfer Begriff und gegenwärtig besteht die Neigung, ihn zum Allerweltswort für jede Art ... Weiterlesen
Fester Einband, 194 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

"Rassismus" ist ein gefühlsbeladener, unscharfer Begriff und gegenwärtig besteht die Neigung, ihn zum Allerweltswort für jede Art von Fremdenfeindlichkeit und Verfolgung aufgrund religiöser oder kultureller Differenz zu machen.

Das Wort "Rassismus" wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts gebräuchlich, als ein neuer Begriff benötigt wurde, um die Theorien zu beschreiben, auf die die Nationalsozialisten die Judenverfolgung gründeten. Wie bei vielen Begriffen existierte das Phänomen bereits, bevor das Wort geprägt wurde. Doch darüber, welche Überzeugungen und Verhaltensweisen als "rassistisch" zu gelten haben, bestand nicht immer Einigkeit. Der amerikanische Historiker George Fredrickson spricht von der Existenz einer rassistischen Einstellung oder Ideologie, wenn ethnokulturelle Differenzen für angeboren, unauslöschlich und unveränderbar erklärt werden. Er formuliert eine Definition des Rassismus, die die Grenzen zu anderen Erscheinungen wie religiöse Intoleranz oder Xenophobie markiert, und skizziert die Geschichte des rassistischen Denkens vom Antisemitismus des Mittelalters über die Legitimation der europäischen Expansion und der Sklavenwirtschaft, bis hin zur Rassenhygiene der Nationalsozialisten und zu heutigen Versuchen, durch positive Diskriminierung Rassismus aufzuheben. Die verschiedenen historischen Ausdrucksformen des Rassismus hatten ein gemeinsames Ziel: reale oder vermeintliche Unterscheide (Pigmentierung der Haut, Religionszugehörigkeit, Abstammungsmythen) zu essentiellen Merkmalen eines Kollektivs umzudeuten, um damit nicht nur die Gleichwertigkeit der Anderen sondern auch deren Menschsein negieren zu können. Denn im Gegensatz zur Intoleranz, negiert der Rassismus jede Möglichkeit der Assimilierung Diskriminierter durch eine Veränderung ihrer Identität, ihres Glaubens oder ihrer Gewohnheiten. So war der religiös begründete Antijudaismus zunächst nicht per se rassistisch, verwandelte sich jedoch in dem Maße, wie die Juden des Mittelalters nicht mehr ihres Glaubens wegen verfolgt wurden, sondern weil sie als ihrem Wesen nach verderbt und mit dem Teufel im Bunde galten. Solche Rassifizierung religiöser Diskriminierung prägte Spanien im 16. Jahrhundert, wo Juden trotz der meist erzwungenen Glaubensübertritte verfolgt wurden, weil man die Aufrichtigkeit ihrer Bekehrung bezweifelte. Einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Rassismus bedeutet die "Umcodierung" von der religiösen zur wissenschaftlich verbrämten, biologistischen Begründung rassischer Ungleichheit in der Epoche der Aufklärung. Gerade die brutalsten Formen der Rassendiskriminierung in den amerikanischen Südstaaten und im nationalsozialistischen Deutschland fanden in den eugenischen Rassentheorien geeignete Legitimationsideologien. Nach der Niederlage des Nationalsozialismus, den Erfolgen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und dem Ende des Apartheidregimes mögen zwar "offen rassistische Regime" in Mißkredit geraten sein; dennoch zeugen Kastensysteme und andere Ausbeutungsformen von der Zählebigkeit des Konstrukts unzerstörbarer und unüberbrückbarer Unterschiede zwischen den Menschen. Der "neue Rassismus" verweist nicht mehr auf die genetische Ausstattung, sondern auf "kulturelle" Differenzen. In seiner fundierten und gut lesbaren Studie zeigt Fredrickson wie an Stelle des biologistischen Rassenbegriffs nun eine ethnozentrische Ideologie der "unvereinbaren Kulturen" tritt.

Autorentext

George M. Fredrickson, geb. 1934, ist Professor emeritus für die Geschichte der Vereinigten Staaten an der Stanford University und war Co-Direktor des Forschungsinstituts für Vergleichende Studien zu Rasse und Ethnizität.



Klappentext

In dieser wissenschaftlich fundierten und ebenso knapp wie scharfsinnig argumentierenden Studie betrachtet George Fredrickson die Geschichte des Rassismus der westlichen Welt von seiner Entstehung im späten Mittelalter bis in die heutige Zeit. Beginnend mit dem mittelalterlichen Antisemitismus verfolgt der Autor die Ausweitung des rassistischen Denkens in der Folge der europäischen Expansion und des Sklavenhandels. Und er untersucht wie mit der Aufklärung und dem romantischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts ein neuer intellektueller Kontext für Debatten über Sklaverei und die Emanzipation der Juden geschaffen wurde. Fredrickson endet mit einer provokanten Darstellung des Aufstiegs und Untergangs der Regime des 20. Jahrhunderts, die am offensichtlichsten rassistisch konstituiert waren - der amerikanische Süden, Nazi-Deutschland und Südafrika unter der Apartheid - im Kontext der globalen historischen Entwicklungen. Dieses aufschlußreiche Werk ist das erste, das den Rassismus innerhalb eines derart breiten historischen und geographischen Kontextes betrachtet. Nicht nur Fredricksons einzigartiger Vergleich der bedeutendsten Erscheinungsformen des modernen Rassismus - der Hegemonie der Weißen und des Antisemitismus - sondern auch die außergewöhnliche Lesbarkeit macht es zu einem herausragenden Buch.

Produktinformationen

Titel: Rassismus
Untertitel: Ein historischer Abriß
Autor: George M. Fredrickson
Übersetzer: Horst Brühmann Ilse Utz
EAN: 9783930908981
ISBN: 978-3-930908-98-1
Format: Fester Einband
Herausgeber: Hamburger Edition
Genre: Medien & Kommunikation
Anzahl Seiten: 194
Gewicht: 388g
Größe: H215mm x B146mm x T24mm
Jahr: 2004
Auflage: 1. Aufl. 09.2004

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