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Georg Simmel Gesamtausgabe (Band 15): Goethe. Deutschlands innere Wandlung. Das Problem der historischen Zeit. Rembrandt
Georg Simmel

Dieser Band vereinigt die beiden berühmten Monographien Goethe von 1912 und Rembrandt von 1916, ergänzt um die einst separat ersch... Weiterlesen
Leinen-Einband (Ln), 678 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Dieser Band vereinigt die beiden berühmten Monographien Goethe von 1912 und Rembrandt von 1916, ergänzt um die einst separat erschienenen Vorträge "Deutschlands innere Wandlung" von 1914 und "Das Problem der historischen Zeit" von 1916. Die beiden Schriften Goethe und Rembrandt stießen bei ihrem Erscheinen auf starke Resonanz und große Beachtung in der Literatur- und Kunstwissenschaft und gehören bis heute fraglos zu den bekanntesten und einflußreichsten Studien Simmels. Dies ist um so erstaunlicher, da es keineswegs Simmels Anliegen war, in fachdisziplinäre Diskussionen einzugreifen. Simmel hatte die Studien im Rahmen seiner kunstphilosophischen Überlegungen geschrieben und dabei besonderes Gewicht auf die beiden Künstlerpersönlichkeiten gelegt, mit denen er ein Leben lang vertraut war. An Rodin und Michelangelo entwickelte er seine Theorie eines "individuellen Gesetzes", die er nun im Zusammenhang seiner Lebensphilosophie und in Hinblick auf das Prinzip der Ethik an zentraler Stelle zu plazieren gedachte - und die er dann auch später in seine Lebensanschauungen (1918) einfügte. Die Beschäftigung mit Goethe und Rembrandt galt ihm als Entfaltung dieses Gedankens. Sein früher Tod verhinderte die geplante Fortführung in Monographien zu Shakespeare und Beethoven.

"Aus Simmels Interesse an Goethe sprach die Sorge um die Philosophie. Im Geiste (...) der Unterscheidung zwischen Weltweisheit und Schulgelehrsamkeit Simmel seinen Lesern die Physiognomie einer überempirischen Individualität vor Augen, der es gelungen sei, ´nicht nur ein Punkt in der Welt´ zu sein, ´sondern selbst eine Welt´ (...) Sein Goethe ist eine Gestalt, die die Zerrissenheit der Moderne früh schon verspürte und der es gelang, ihre Individualität erfolgreich zu behaupten und über die Auseinandersetzung mit ihrer Welt zu unvergleichlichen Höhen der inneren Vollendung zu führen. Neben Goethe, und mit vergleichbarer Intensität, skizzierte Simmel auch Rembrandt als idealen Entwurf, und so ist es nur folgerichtig, wenn der 15. Band der Gesamtausgabe nun beide Schriften nebeneinanderstellt.(r) Neben einer hellsichtigen Studie über das Problem der historischen Zeit, die seine Überlegungen zur Hermeneutik der Geschichte fortsetzt, bietet dieser Band auch einen bestürzenden Vortrag aus dem November 1914, in dem der Philsophiedozent der Strassburger Universität von der ´absoluten Situation´ des Krieges und der Geburtsstunde des ´neuen Menschen´ schwadroniert. (...) Der fünfzehnte Band der Gesamtausgabe bietet somit den ganzen Simmel, Dokumente seiner frappierenden Klarsicht ebenso wie seiner Verblendung."

Autorentext

Georg Simmel wurde am 1. März 1858 in Berlin als jüngstes von sieben Kindern des Fabrikanten Edward Simmel und dessen Frau Flora (geb. Bodenstein) geboren und starb am 26. September 1918 in Straßburg. Die Familie ist jüdischer Herkunft, beide Elternteile traten jedoch schon früh zum christlichen Glauben über. Georg Simmel wurde evangelisch getauft. Von 1876 bis 1881 studierte er an der Berliner Universität Geschichte, Völkerpsychologie und Philosophie. Seine erste Promotionsschrift Psychologisch-ethnologische Studien über die Anfänge der Musik wurde von dem Philosophiehistoriker Zeller und dem Physiker Helmholtz wegen formaler Fehler und "zu gewagter" Thesen abgelehnt. Als Dissertation wird jedoch die prämierte Abhandlung Darstellung und Beurteilungen von Kants verschiedenen Ansichten über das Wesen der Materie akzeptiert. Nach Überwindung weiterer Hindernisse wurde er 1885 mit der Schrift Kantische Studien im Fach Philosophie habilitiert und an der Berliner Universität zum Privatdozenten ernannt. Mit der öffentlichen Antrittsvorlesung »Über das Verhältnis des ethischen Ideals zu dem logischen und dem ästhetischen« begann er seine sehr erfolgreichen Veranstaltungen, die auch gesellschaftlich große Resonanz fanden. Trotz seines akademischen Erfolgs wurde Simmel mit antisemitischen Ressentiments konfrontiert. So wurde 1898 sein erster Antrag auf Erteilung eines Extraordinariats vom Kultusministerium abgelehnt. 1908 scheiterte seine Berufung auf die zweite Professur für Philosophie in Heidelberg trotz der Empfehlungen von Max Weber und Eberhard Gothein am antisemitischen Gutachten des im Alldeutschen Verband engagierten Berliner Historikers Dietrich Schäfer (1845-1929). Heute gilt Simmel als einer der wichtigsten und faszinierendsten Vertreter der Soziologie des 20. Jahrhunderts, der entscheidend zur Formierung dieser Disziplin als eigenständiger Wissenschaft beigetragen hat.



Inhalt
Aus dem Inhalt: Goethe / Deutschlands innere Wandlung / Das Problem der historischen Zeit / Rembrandt

Produktinformationen

Titel: Georg Simmel Gesamtausgabe (Band 15): Goethe. Deutschlands innere Wandlung. Das Problem der historischen Zeit. Rembrandt
Untertitel: Band 15: Goethe. Deutschlands innere Wandlung. Das Problem der historischen Zeit. Rembrandt
Editor: Uta Kösser Hans-Martin Kruckis Otthein Rammstedt
Autor: Georg Simmel
EAN: 9783518579657
ISBN: 978-3-518-57965-7
Format: Leinen-Einband (Ln)
Herausgeber: Suhrkamp
Genre: Soziologie
Anzahl Seiten: 678
Gewicht: 673g
Größe: H202mm x B131mm x T40mm
Jahr: 2003

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