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Ketzereien
Georg Groddeck

»Die ganze ärztliche Kunst beruht auf dem Individualisieren. Nur wer den Menschen beurteilen kann, wer dem Kranken helfen will, is... Weiterlesen
Fester Einband, 559 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

»Die ganze ärztliche Kunst beruht auf dem Individualisieren. Nur wer den Menschen beurteilen kann, wer dem Kranken helfen will, ist wirklich Arzt, niemals aber der, welcher Krankheiten erkennt und gegen Krankheiten kämpft. Einzig und allein das Studium des Einzelnen, des Kranken, nicht der Krankheit - ist unsere Aufgabe.« In diesen knappen Sätzen drückt sich die Grundeinstellung des jungen Georg Groddeck aus. Er will Arzt sein und nicht Mediziner, er will dem einzelnen Menschen helfen, keine Wissenschaft betreiben. Das ist in einer Zeit, die von den Triumphen der naturwissenschaftlichen Medizin bestimmt ist und mehr die Krankheit als den erkrankten Menschen im Blickpunkt hat, ketzerisch. Als Schüler von Ernst Schweninger, ebenfalls Außen seiter im Medizinbetrieb Ende des 19. Jahrhunderts, kämpfte Groddeck für ein individualisiertes Behandeln des einzelnen Erkrankten, dabei seine ganzen Lebensverhältnisse mit einbeziehend. Die hier veröffentlichten 37 Arbeiten aus der Zeit von 1889 bis 1908 sind teilweise gemeinsam mit Schweninger, teils auf dessen Anregung entstanden. Vor allem die Arbeiten bis 1896, die die universitäre Medizin kritisieren, zeichnen sich durch einen satirischen und polemischen Ton aus, in dem schon Groddecks ganze sprachliche Kraft und Poetik zum Ausdruck kommt. In weiteren Arbeiten, die vielfach als Beiträge für medizinische Enzyklopädien erschienen, werden hydro- und mechanotherapeutische Themen behandelt, die auch die Grundlage für Groddecks Behandlungen in seinem eigenen Sanatorium ab 1900 bilden. Zudem wehrt er sich in einigen Artikeln vehement gegen staatliche Vorschriften für das ärztliche Handeln. Ebenso dürften seine ärztlichen Vorträge, die er in seiner militärärztlichen Zeit hielt, nicht den Beifall seiner Vorgesetzten gefunden haben. In diesen frühen Schriften, die überwiegend erstmals wieder neu veröffentlicht sind, werden bereits die Spuren von Groddecks ärztlicher Haltung, die sein späteres, psychoanalytisch beeinflußtes Wirken bestimmen, deutlich: das leidende Individuum, dem der

Autorentext

Michael Giefer ist Arzt und Psychoanalytiker in eigener Praxis, Psychoanalysehistoriker und im Vorstand der Georg Groddeck-Gesellschaft. Er ist Herausgeber der Briefwechsel Georg Groddecks mit Sándor Ferenczi und Sigmund Freud sowie der psychosomatischen Schriften Groddecks.



Klappentext

»Die ganze ärztliche Kunst beruht auf dem Individualisieren. Nur wer den Menschen beurteilen kann, wer dem Kranken helfen will, ist wirklich Arzt, niemals aber der, welcher Krankheiten erkennt und gegen Krankheiten kämpft. Einzig und allein das Studium des Einzelnen, des Kranken, nicht der Krankheit - ist unsere Aufgabe.« In diesen knappen Sätzen drückt sich die Grundeinstellung des jungen Georg Groddeck aus. Er will Arzt sein und nicht Mediziner, er will dem einzelnen Menschen helfen, keine Wissenschaft betreiben. Das ist in einer Zeit, die von den Triumphen der naturwissenschaftlichen Medizin bestimmt ist und mehr die Krankheit als den erkrankten Menschen im Blickpunkt hat, ketzerisch. Als Schüler von Ernst Schweninger, ebenfalls Außen seiter im Medizinbetrieb Ende des 19. Jahrhunderts, kämpfte Groddeck für ein individualisiertes Behandeln des einzelnen Erkrankten, dabei seine ganzen Lebensverhältnisse mit einbeziehend. Die hier veröffentlichten 37 Arbeiten aus der Zeit von 1889 bis 1908 sind teilweise gemeinsam mit Schweninger, teils auf dessen Anregung entstanden. Vor allem die Arbeiten bis 1896, die die universitäre Medizin kritisieren, zeichnen sich durch einen satirischen und polemischen Ton aus, in dem schon Groddecks ganze sprachliche Kraft und Poetik zum Ausdruck kommt. In weiteren Arbeiten, die vielfach als Beiträge für medizinische Enzyklopädien erschienen, werden hydro- und mechanotherapeutische Themen behandelt, die auch die Grundlage für Groddecks Behandlungen in seinem eigenen Sanatorium ab 1900 bilden. Zudem wehrt er sich in einigen Artikeln vehement gegen staatliche Vorschriften für das ärztliche Handeln. Ebenso dürften seine ärztlichen Vorträge, die er in seiner militärärztlichen Zeit hielt, nicht den Beifall seiner Vorgesetzten gefunden haben. In diesen frühen Schriften, die überwiegend erstmals wieder neu veröffentlicht sind, werden bereits die Spuren von Groddecks ärztlicher Haltung, die sein späteres, psychoanalytisch beeinflußtes Wirken bestimmen, deutlich: das leidende Individuum, dem der Arzt zu dienen hat, wenn auch noch mehr als Objekt denn als Subjekt, in den Mittelpunkt seines Handelns zu stellen.

Produktinformationen

Titel: Ketzereien
Untertitel: Schriften zum Arzten und zur Medizin 1889-1908
Editor: Michael Giefer
Autor: Georg Groddeck
EAN: 9783866001701
ISBN: 978-3-86600-170-1
Format: Fester Einband
Herausgeber: Stroemfeld Verlag
Genre: Psychoanalyse
Anzahl Seiten: 559
Gewicht: 933g
Größe: H228mm x B153mm x T45mm
Jahr: 2013
Auflage: 2013

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