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Ganz normale Bilder

«Wahre» Bilder rox. Dem gedruckten Buchstaben scheint man noch eher Misstrauen entgegenzubringen, es muss nicht alles «wahr» sein,... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 277 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

«Wahre» Bilder

rox. Dem gedruckten Buchstaben scheint man noch eher Misstrauen entgegenzubringen, es muss nicht alles «wahr» sein, was zu Papier kommt. Bei Bildern hingegen ist der Begründungsbedarf weitaus geringer. Das Abgebildete ist glaubwürdig, seine Repräsentation gewinnt - eben durch das Bild - sogar Beweiskraft. Ein vom Institut für Technikgeschichte der ETH Zürich angeregter Workshop hat sich der Frage gewidmet, ob und wie «visuelle Selbstverständlichkeit» generiert wird. Die daraus entstandene Publikation versammelt Beiträge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, bei denen technisch-bildgebende Verfahren gleichsam unhinterfragt die Produktion von wissenschaftlichen Aussagen implizieren. Wo über Crash-Szenarien in globalen Finanzmärkten debattiert wird, wo ärztliche Diagnosen gestellt und Therapievorschläge entwickelt werden: Überall seien «an bedeutender Stelle Visualisierungstechniken als Armaturen individuellen und kollektiven Sehens im Einsatz», so David Gugerli und Barbara Orland in ihrer Einleitung. Der Band berichtet über die «Profilierung ozeanischer Tiefe im Lotverfahren» (Sabine Höhler) ebenso wie über die unterschiedlichen «Kartennaturen» der Grossstadt Berlin (Jens Lachmund). Auch gegenwärtige technische Verfahren, darunter die Magnetresonanztechnik, werden inspiziert.



Autorentext
David Gugerli
David Gugerli ist ordentlicher Professor für Technikgeschichte an der ETH Zürich. In seinen Forschungsprojekten beschäftigt er sich mit der Geschichte der Energieversorgung, der technisch-wissenschaftlichen Erfassung von Räumen, der Entwicklung digitaler Telekommunikationsweisen und der Genese des technisierten menschlichen Körpers. In Buchform erschienen sind: (Hg.) Allmächtige Zauberin unserer Zeit. Zur Geschichte der elektrischen Energie in der Schweiz, 1994; Redeströme. Zur Elektrifizierung der Schweiz 1880-1914, 1996; (Hg.) Vermessene Landschaften. Kulturgeschichte und technische Praxis im 19. und 20. Jahrhundert, 1999; (zusammen mit Daniel Speich) Topografien der Nation. Politik, kartografische Ordnung und Landschaft im 19. Jahrhundert, 2002.


Barbara Orland
Barbara Orland ist Oberassistentin am Institut für Geschichte, Technikgeschichte der ETH Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Biomedizin sowie Biotechnologie in Landwirtschaft und Ernährung. Daneben ist sie damit befasst, eine Online-Einführung in die Technikgeschichte zu entwickeln. Veröffentlicht hat sie zu Konsum- und Alltagsgeschichte, Geschlechtergeschichte und Entstehung der Populärwissenschaft. In Buchform erschienen sind unter anderem: Wäsche Waschen. Technik- und Sozialgeschichte der häuslichen Wäschepflege, 1991; Haushaltsträume. Ein Jahrhundert Rationalisierung und Technisierung im Haushalt, 1990; Das Geschlecht der Natur, 1995, hg. mit Elvira Scheich.



Klappentext

Ganz «normale» Bilder bedürfen keiner Begründung. Jeder sieht oder kennt sie, ­ keiner regt sich auf oder wundert sich. Wenn alle meinen, das gleiche zu sehen und zu verstehen, dann scheint die «Wirklichkeit» abgebildet worden zu sein. Zumindest hat das Abgebildete ein Stück Glaubwürdigkeit gewonnen. Seine Repräsentation ist vertrauenswürdig und gewinnt mitunter sogar Beweiskraft. Viele moderne Selbstverständlichkeiten sind über technisch erzeugte Bilder entstanden. Obwohl der Aufwand zur Herstellung immer genauerer und vielseitig verwendbarer Bilder im Verlaufe der letzten beiden Jahrhunderte beträchtlich gewachsen ist, bleibt der Glaube an visuelle Evidenzen ungebrochen. Sichtbarkeit ist ­ in den Worten Hans Blumenbergs ­ tatsächlich zur letzten Instanz von Wahrheit geworden. Dabei ist das, was heute selbstverständlich ist, gestern nicht selten skandalös oder umstritten gewesen. Es stellt sich daher die Frage, wie Visualisierungen kulturell sanktionierte Evidenz erlangen. Wie können Bilder zum Abbild «objektiver» Realitäten werden? Und welche Rolle spielen hierbei die Instrumente und Verfahren der Bildherstellung? Exemplarisch beleuchten die in diesem Band versammelten Aufsätze die historische Kontingenz visuell erzeugter Selbstverständlichkeit, indem sie die Prozesse der technischen Herstellung von Karten, Plänen, Kurven, Fotografien, Magnetresonanzbildern und anderen Repräsentationsformen untersuchen. Mit Beiträgen von Cornelius Borck, Angelus Eisinger, Christian Erb, Peter Geimer, Volker Hess, Sabine Höhler, Jens Lachmund, Jürgen Link, Daniel Speich, Jakob Tanner und anderen.



Zusammenfassung
Ganz ´normale´ Bilder bedürfen keiner Begründung. Jeder sieht oder kennt sie, keiner regt sich auf oder wundert sich. Wenn alle meinen, das gleiche zu sehen und zu verstehen, dann scheint die ´Wirklichkeit´ abgebildet worden zu sein. Zumindest hat das Abgebildete ein Stück Glaubwürdigkeit gewonnen. Seine Repräsentation ist vertrauenswürdig und gewinnt mitunter sogar Beweiskraft. Viele moderne Selbstverständlichkeiten sind über technisch erzeugte Bilder entstanden. Obwohl der Aufwand zur Herstellung immer genauerer und vielseitig verwendbarer Bilder im Verlaufe der letzten beiden Jahrhunderte beträchtlich gewachsen ist, bleibt der Glaube an visuelle Evidenzen ungebrochen. Sichtbarkeit ist in den Worten Hans Blumenbergs tatsächlich zur letzten Instanz von Wahrheit geworden. Dabei ist das, was heute selbstverständlich ist, gestern nicht selten skandalös oder umstritten gewesen. Es stellt sich daher die Frage, wie Visualisierungen kulturell sanktionierte Evidenz erlangen. Wie können Bilder zum Abbild ´objektiver´ Realitäten werden? Und welche Rolle spielen hierbei die Instrumente und Verfahren der Bildherstellung? Exemplarisch beleuchten die in diesem Band versammelten Aufsätze die historische Kontingenz visuell erzeugter Selbstverständlichkeit, indem sie die Prozesse der technischen Herstellung von Karten, Plänen, Kurven, Fotografien, Magnetresonanzbildern und anderen Repräsentationsformen untersuchen. Mit Beiträgen von Cornelius Borck, Angelus Eisinger, Christian Erb, Peter Geimer, Volker Hess, Sabine Höhler, Jens Lachmund, Jürgen Link, Daniel Speich, Jakob Tanner und anderen.

Inhalt
David Gugerli, Barbara Orland: Einführung Räume im Visier Sabine Höhler: ´Dichte Beschreibungen´. Die Profilierung ozeanischer Tiefe im Lotverfahren von 1850 bis 1930 Daniel Speich: Alpenblick mit Geländer. Technisch hergestellte Landschaftserlebnisse in der Moderne Angelus Eisinger: Die Stadt im Plan. Stadtdiskurse und visuelle Darstellungen im Schweizer Städtebau zwischen 1935 und 1948 Jens Lachmund: Kartennaturen. Zur Historischen Soziologie der Stadtökologie von Berlin (West) Kurven und Werte Jürgen Link: Das ´normalistische Subjekt´ und seine Kurven. Zur symbolischen Visualisierung orientierender Daten Jakob Tanner: Wirtschaftskurven. Zur Visualisierung des anonymen Marktes Volker Hess: Die Bildtechnik der Fieberkurve. Klinische Thermometrie im 19. Jahrhundert Körperwirklichkeiten Peter Geimer: Fotografie als Fakt und Fetisch. Eine Konfrontation von Natur und Latour Cornelius Borck: Das Gehirn im Zeitbild. Populäre Neurophysiologie in der Weimarer Republik Barbara Orland: Babys in der Röhre. Wie die Pädiatrie in den 1980er-Jahren die Normalisierung der Magnetresonanztechnik unterstützte David Gugerli: Der fliegende Chirurg. Kontexte, Problemlagen und Vorbilder der virtuellen Endoskopie

Produktinformationen

Titel: Ganz normale Bilder
Untertitel: Historische Beiträge zur visuellen Herstellung von Selbstverständlichkeiten
Beiträge von: Cornelius Borck Angelus Eisinger
Editor: David Gugerli Barbara Orland
EAN: 9783034005517
ISBN: 978-3-0340-0551-7
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Chronos
Genre: Allgemeines & Lexika
Anzahl Seiten: 277
Gewicht: 459g
Größe: H223mm x B154mm x T20mm
Veröffentlichung: 01.08.2002
Jahr: 2002
Auflage: 08.2002

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