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Papua Neuguinea - Leben im Regenwald
Gabriele Cavelius

Eine junge Frau begleitet ihren Mann, einen Missionar, in den 70ern bei seinem Einsatz auf eine Außenstation. Einfühlsam beschreib... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 214 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Eine junge Frau begleitet ihren Mann, einen Missionar, in den 70ern bei seinem Einsatz auf eine Außenstation. Einfühlsam beschreibt sie das Leben auf der Station und die gesellschaftlichen Veränderungen vom einfachen Leben der Ureinwohner, sogenanntem Aberglauben, Christentum, Kriminalität und Weißenhass.

"Mein Großvater pflegte noch Menschenfleisch zu essen, und mein Sohn fliegt jetzt eine F 28, so ist das Leben" - Zitat eines Einheimischen. Ausgefallene Lebensgeschichte aus einem fernen Land von ganz unterschiedlicher Kultur. Die Autorin begleitete ihren Mann mehrere Jahre bei seinem Einsatz auf einer Missionsstation im Urwald in den Siebziger Jahren. Sie ist jung, neugierig, hat bis dahin noch wenig erlebt. Papua Neuguina war einst deutsche Kolonie gewesen. Zur ideologischen Absicherung des kaiserlichen Herrschaftsanspruchs wurden - wie immer - Missionare ausgesandt, die den schönen Vorteil besaßen, billiger als das Militär zu sein und für eine "innere" Unterwerfung zu sorgen. So stammt auch der Ehemann der Autorin aus der Familie des damaligen "Pioniermissionars" in Neuguinea, Christian Keysser, manchmal auch als "Keyßer" zu finden. Sie fand sich in der ungewohnten Umgebung bald zurecht, schloss Freundschaft mit den Frauen am Ort, begann, Pidgin-Englisch zu erlernen. Obwohl sie weder irgendwelche besonderen Kenntnisse geschweige denn eine entsprechende Ausbildung besaß, übernahm sie die Krankenstation und machte sich nützlich. Sie schildert ihre Erlebnisse in einer Kultur zwischen Vergangenheit, archaischen Riten, und Moderne, die Konflikte und Veränderungen, die bei einem zweiten Einsatz in einer größeren Stadt zu beobachten sind. Korruption, Gewalt, Rodungen durch ausländische Konzerne und auch christliche Heuchelei. Auch interessante Details aus der Keysser-Zeit kommen ans Licht, so z.B. ein misslungener "frommer Weibertausch".

Autorentext

Eine Art Lebenslauf Geboren wurde ich 1949 in Urspringen (Unterfranken) in der "Villa", einer Polizei-Station, in der mein Vater Dienststellenleiter war. Ich wuchs auf in Erlenbach a. Main in einem christlich geprägten Elternhaus. Obgleich ich mit meiner Mutter am Mainufer Brennnesseln als Spinatersatz sammelte, hatte ich immer das Gefühl, es sei "alles da". Was wirklich da war, war Wärme: Andersens Märchen, Peter Rossegger, Bratäpfel in der Weihnachtszeit am Kachelofen. Später stand ich oft frierend mit meinem Geigenkasten am Bahnhof. Ich besuchte das Deutsche Gymnasium in Aschaffenburg, das jetzt wohl als "Musischer Zweig" bezeichnet wird. In dieser Zeit verschlang ich alles, was lesbar schien: Liebesromane aus der Leihbücherei, Jerry Cotton-Hefte, Pearl S. Buck ("Die Frau des Missionars"), Thomas Mann - mir galt alles als Literatur. Meine Ausbildung als Religionslehrerin absolvierte ich am Katechetischen Seminar in Neuendettelsau. Dieser Ort wurde von Insidern auch als Pfarrfrauenfabrik bezeichnet, da neben etlichen Ausbildungsstätten für Frauen dort auch die Augustana Hochschule und das Missionsseminar waren. Bei der Anstellungsprüfung zur Religionslehrerin war ich bereits hochschwanger, weil ich mein erstes Kind in der Sicherheit Deutschlands zur Welt bringen wollte. Nach dem zweiten Aufenthalt in P.N.G. zeigte sich, dass mein Mann und ich unseren gemeinsamen Weg zu Ende gegangen waren. Mein beruflicher Weg führte mich nach Landsberg a. Lech, wo ich zehn Jahre als Sozialpädagogin in der Asylberatung arbeitete. Hier lernte ich meinen zweiten Mann kennen, der in der gleichen Einrichtung für die Regierung von Oberbayern arbeitete. 2003 brachen wir unsere Zelte in Landsberg ab, um uns meinen alten Eltern widmen zu können. Ich pflegte meinen demenzkranken Vater bis zu seinem Tod im August 2007. Zum Ausgleich schrieb ich in seinen letzten Monaten abends an meinem Manuskript.

Leseprobe
Beginn der Regenzeit Während der Nacht hatte es unaufhörlich in Strömen geregnet. Am Abend war der Regen über den Urwald wie eine Wand herangerauscht. Erst waren die Vögel verstummt, die Natur war still geworden, wie tot, dann war nur ein leichtes Raunen zu vernehmen, ein Geräusch, wie im Windhauch aneinanderreibender Blätter. Je mehr sich der Regen näherte, desto mehr steigerte sich dieses Geräusch, immer unüberhörbarer werdend, bis es wie ein Wasserfall klang. Als der Regen das Haus erreicht hatte, trommelte er gleichförmig, laut und eintönig auf das Wellblechdach ein. Im Bett wirkte dieses gleichmäßige Prasseln irgendwann einschläfernd. Ich erwachte, wie eigentlich immer, vom Geschrei der Vögel. Die Einheimischen nannten sie garamut bilong tudak, Baumtrommeln der Dämmerung. Egal, ob Trockenzeit oder Regenzeit: kurz vor oder nach sechs Uhr ließen diese Vögel keinen Zweifel daran, dass die Nacht vorüber war. Jetzt ist sie da, die Regenzeit, dachte ich frohlockend beim Aufstehen. Sicher hatte schon diese eine Nacht genügt, die klaffenden Risse im Rasen um das Haus ein wenig zu schließen. Nur wenige Tage würden genügen, alles, was ringsum braun und verdorrt war, wieder ergrünen zu lassen. Ich ging in die Küche, um die Spritzen zum Auskochen aufzustellen. Vom Gang aus hörte ich meinen Sohn Amos in seinem Zimmer vor sich hinbrabbeln und singen. Stolz stellte ich den Topf mit den Spritzen auf meine neueste Errungenschaft: einen Gaskocher mit zwei Feuerstellen. Vorbei die Plackerei, als ich noch umständlich ein Feuer im Herd anzünden musste, um langsam das Wasser zu erhitzen. Welch eine Erleichterung gegenüber vorher! Während die Spritzen vor sich hinköchelten, holte ich mir aus dem Kerosin betriebenen Kühlschrank und dem Fliegengitter-Vorratsschrank mein Frühstück. Hätte es diesen Schrank nicht gegeben, so hätte man ihn erfinden müssen. Das Fliegengitter schützte die Lebensmittel vor Kakerlaken. Die Füße des Schranks ruhten zusätzlich in kerosingefüllten Dosen, so dass die Vorräte vor den allgegenwärtigen Ameisen sicher waren. Diese kamen in jeder Gestalt vor: im Haus waren es die ganz kleinen feinen sie waren praktisch überall, so dass sogar im Wohnzimmer die Getränke jeweils in eine wassergefüllte Untertasse gestellt werden mussten. Draußen gab es eine weitere Vielfalt dieser lästigen Spezies. Da waren die mittelgroßen schwarzen Ameisen sowie die größeren schwarzen begierig auf alles Vertilgbare. Am schlimmsten waren die kurakum, große rote, die sich vor allem an den Obstbäumen breitmachten und so richtig gemein und schmerzhaft zubeißen konnten. Am Vortag, dem letzen in der Trockenzeit, wie ich nun wusste, hatte ich Roggenbrot gebacken. Gut war es geworden, nach dem Rezept einer Freundin in meinem handgeschriebenen Kochbuch, feuchtes Roggenbrot à la Anita . Wir deutschen Frauen in Papua Neuguinea (P.N.G.) waren ständig dabei, Brotrezepte auszutauschen. Zum Roggenbrot gab es gesalzene Butter und Guavenmarmelade vom Baum vor dem Küchenfenster. Nachdem die Spritzen zwanzig Minuten gekocht hatten, ging ich ins Badezimmer. Amos war noch bei seinem Morgenritual, einem Vorsichhinträllern im Bett. Irgendwann würde er kommen, um kaikai, Essen zu verlangen. Dann würde er sich auf den Weg machen und die Veränderungen der Welt da draußen erkunden. Erst würde er ins Waschhaus gehen zu den Hausmädchen Yagamar und Sisies, die bereits geschäftig den Kerosinwasserkessel für die Wäsche anheizten. Wasser, wir hatten wieder kostbares Wasser! Und das mit Sicherheit noch für einige Monate. Hausmädchen und Außenarbeiter waren üblich auf einer Missionsstation wie Begesin. Für das Hausmädchen bedeutete das Angelerntsein in einem Missionshaushalt eine deutliche Steigerung des Brautpreises, der hauptsächlich in Schweinen entrichtet wurde. Für den wokboi, den Außenarbeiter, war draußen im Busch die Anstellung eine gute Möglichkeit, sich eben diesen Brautpreis zu verdie

Inhalt

Teil 1 Beginn der Regenzeit Der Anfang Über Adelaide nach Lae Schiffsüberfahrt in den Südseetraum Orientierungszeit auf der Küstenstation Biliau. Erste Eindrücke der fremden Kultur Initiationsfest für junge Männer Meine Freundin Gananui und was bleibt Ankunft auf der Außenstation Begesin. Beschreibung des Alltagslebens Teil 2 Zeit, was ist das? "Eine weiße Missis kann nähen"mit seinen sinnlichen Farben und Gerüchen" als Land im Umbruch. Dabei thematisiert sie auch die Zerstörung einer Kultur durch den Raubbau an der Natur - und den Menschen. Sie verrät nicht nur, warum Kaviere Heizungen benötigen (weg. Rostbildung an den Saiten), sondern auch - warum so viele Leute von Husten geplagt sind - was die Mutterbrust mit Ferkeln zu tun haben kann - warum Hühnerfleisch stets so seltsam zäh daherkommt - welcher der beste Gegenzauber bei Verhexung ist - warum Frauen beim Schleppen von Lasten am besten geeignet sind - was zu tun ist, wenn man jemanden nicht riechen kann - wie sie sich den Titel einer Bauchversieglerin einhandelte - wie "fliegende Lasttauben" - auch, wenn sie es nicht kann Übernahme der Krankenversorgung. In weiße Haut spritzen - geht das? Sanguma-Sinsing, Todeszauber-Tanzfest mit Folgen Buschtrips - wie einfach ist doch das Stationsleben Besuch einer Gottesanbeterin Die kiaps kommen Der Mund hat genug gesprochen Besuche aus Deutschland David mit Puma in Begesin Sprache erfinden Zauberei und Medizin Malaria Abschied von Begesin Deutschland Teil 3 Erneute Ausreise nach P.N.G. Alltag im Lutheran Shipping Compound Zeit des schweren Herzens für Janna Ein anderes heißes Land Amron, unsere Station Waterhole O Sinub ooo - wir hatten eine Insel in Papua Niugini Alltag im Südseetraum Amos geht ins Internat im Hochland Onerunka und archaische Gefühle in Raipinka Leitung des Lutheran Guest House in Madang Eine andere Art, zu reisen Reiseleitung bei deutschen Touristen durch Niugini Begegnungen mit Menschen im heißen Land Niugini Teil 4 Heimaturlaub in Deutschland Heimatgefühle Tschernobyl und das Leben geht weiter, auch in Niugini Vorträge über Niugini auf der Kazakhstan Zeit ohne Kinder Veränderungen Schatten über dem Paradies Alles hat seine Zeit Die Seele geht zu Fuß

Produktinformationen

Titel: Papua Neuguinea - Leben im Regenwald
Untertitel: Todeszauber, Busencheck, beheizte Klaviere und eine christliche Ohrfeige
Autor: Gabriele Cavelius
EAN: 9783860401385
ISBN: 978-3-86040-138-5
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Interconnections Verlag
Genre: Reiseberichte allgemein
Anzahl Seiten: 214
Gewicht: 268g
Größe: H206mm x B144mm x T18mm
Veröffentlichung: 01.10.2010
Jahr: 2010
Auflage: 2., verbesserte Auflage.
Land: DE

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