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Franziska
Fulvio Tomizza

Das bewegende Schicksal einer Vergessenen, die im Jahr 1900 in einem verlassenen Winkel Sloweniens geboren wird, ist Ausgangspunkt... Weiterlesen
Fester Einband, 226 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Das bewegende Schicksal einer Vergessenen, die im Jahr 1900 in einem verlassenen Winkel Sloweniens geboren wird, ist Ausgangspunkt für Tomizzas letzten Roman. Franziska ist Waise, weil ihre Geburt wegen der 1000 Kronen, die Kaiser Franz Joseph jedem am ersten Tag des neuen Jahrhunderts geborenen Kind zuerkennt, brutal hinausgezögert wurde. Schon in früheren Büchern hat Tomizza die realen Biografien von Unbekannten zum Ausgangspunkt seiner Fiktionen gemacht, hier schildert er mit großem Feingefühl das Leben dieser unscheinbaren Frau, das durch den historischen Hintergrund etwas Exemplarisches bekommt.

Autorentext

Fulvio Tomizza wurde 1935 in Materada (Istrien) geboren und siedelte 1954, als seine Heimat jugoslawisch wurde, nach Triest über, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1999 lebte. Tomizza erhielt wichtige italienische Literaturpreise und den Großen österreichischen Staatspreis für europäische Literatur. Auf Deutsch erschienen u.a.: Das Liebespaar aus der Via Rosetti (1989), Die venezianische Erbin (1991), Materada (1993) und im Zsolnay Verlag Die fünfte Jahreszeit (1997).



Leseprobe

Die erste Begegnung zwischen Nino und Franziska fand in den letzten Tagen des Jahres 1918 statt. Ferrari besaß; noch keine feste Bleibe, da er wegen seiner Arbeit als Ingenieur stä;ndig zwischen Gö;rz und Triest pendeln muß;te. In Triest hatte er das Mä;dchen flü;chtig gesehen, und es war ihm gelungen, das Sanitä;tsbü;ro ausfindig zu machen, in dem sie angestellt war. Am Abend des Stephanstags traf er sie dort allein an, als sie, von der unmittelbaren Nä;he ihrer Wohnung profitierend, noch ein paar Vorgä;nge abschloß;, die ihr von den ä;lteren und weiter entfernt wohnenden Kolleginnen anvertraut worden waren. Der Oberleutnant rä;usperte sich, um auf sich aufmerksam zu machen, und sagte dann in einem verqueren Deutsch: "Ich bin von Gö;rz daeben gekomen, fü;r meine Freundin Francesca zu sehen." Lä;chelnd erwiderte die junge Angestellte: "Sie kö;nnen Ihre Italienisch reden. Ich verstehen Italienisch wie Sie reden Deutsch." "Um so besser", meinte der Offizier erleichtert. "Wieso sind Sie eigentlich noch bei der Arbeit?" Franziska erschrak bei dieser Frage, die mö;glicherweise von einem noch dazu nicht mehr jungen Vorgesetzten kam; sie erhob sich, packte die Papiere zusammen und machte Ordnung auf dem Schreibtisch, wobei sie versicherte: "Jetzt auch ich fertig und marsch nach Hause." "Ich bin nicht gekommen, um Sie zu vertreiben. Schü;chtere ich Sie denn ein?" beeilte sich der Oberleutnant zu erwidern und nahm seine Mü;tze ab, so daß; die ausladende Stirn und das oben noch dichte schwarze Haar sichtbar wurden. Am meisten beeindruckten das Mä;dchen die durchdringenden dunklen Augen; sie hatten etwas Unstetes, Erregtes, Miß;trauisches an sich, aber auch etwas absolut Gü;tiges. Sie ü;berging seine Frage und fragte statt dessen ihrerseits: "Woher Sie kennen meine Namen?" "Wir haben uns in San Daniele gesehen. Erinnern Sie sich nicht?" Der Eindruck dieses Zusammenstoß;es hatte die Erinnerung an die Person ausgelö;scht. Jetzt tauchte auch sie wieder im Gedä;chtnis auf und fand ihren prä;zisesten Anhaltspunkt in der ausgeprä;gten Stirn. "Doch", erwiderte sie, halb ü;berrascht und halb verä;rgert. "Damals Sie mir haben viele Angst gemacht." "Sie dagegen haben mir auß;erordentlich gefallen. Deswegen bin ich auch hier und weiß; noch Ihren Namen, und natü;rlich nicht nur ihn. Allerdings habe ich nicht gehofft, Sie in Triest wiederzusehen." Franziska hatte sich zum Fortgehen fertiggemacht, und das half ihr, sich abwehrend zu verhalten. "Sie haben Kaserne in Gö;rz?" erkundigte sie sich hö;flich. "Nicht mehr", antwortete der Offizier vergnü;gt. "Mit dem heutigen Abend fä;ngt mein Triestiner Leben an. Sehe ich Sie wieder?" Sie waren auf den Korridor hinausgetreten, Franziska hatte das Licht gelö;scht und das Bü;ro zugesperrt. "Hier ich arbeite und ich sehe alle Kollegen." Nino Ferrari neigte den Kopf zum Zeichen des Abschieds und blickte ihr nach, wä;hrend sie sich entfernte. Wie ihre blonden Haare selbst in der Dunkelheit leuchteten, und wie imposant ihre Figur wirkte... Doch sie war entschieden zu jung fü;r ihn, zu frisch und zu unreif. Als Franziska an diesem Abend im Bett lag, horchte sie auf das Hin und Her der Zü;ge, ihr Ankommen und Abfahren. Und sie sagte sich, wie trö;stlich es sei, diese vertraut gewordenen Gerä;usche und Tö;ne im Haus zu haben.

Produktinformationen

Titel: Franziska
Untertitel: Eine Geschichte aus dem 20. Jahrhundert
Autor: Fulvio Tomizza
Übersetzer: Ragni Maria Gschwend
EAN: 9783552049987
ISBN: 978-3-552-04998-7
Format: Fester Einband
Herausgeber: Zsolnay
Genre: Romane & Erzählungen
Anzahl Seiten: 226
Gewicht: 363g
Größe: H210mm x B136mm x T26mm
Jahr: 2001

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