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Führung professionalisieren

Seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verfügt die deutsche Polizei über ein ver-bindliches Führungskonzept: das K... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 198 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verfügt die deutsche Polizei über ein ver-bindliches Führungskonzept: das Kooperative Führungssystem (KFS). Es wird regelmäßig durch die Innenministerkonferenz der Bundesländer bestätigt und hat damit den Charakter einer offiziellen Doktrin. In diesem Sinne ist das KFS fester Bestandteil der Ausbildung zum gehobenen und höheren Dienst, es ist eine wichtige Leitorientierung für die Gestaltung von Führungsfortbildungen, es hat systematischen Eingang in die Polizei-Dienstverordnung 100 gefunden und markiert schließlich den Sprachgebrauch der Führungskräfte in der Polizei. Das KFS muss als deutliche Zäsur in der Geschichte der Polizei nach dem zweiten Weltkrieg gelesen werden. Es ist eine ausdrückliche Absage an die unbedingte Gehorsamspflicht des hierarchisch-autoritären Führungsverständnisses, das nicht nur die Zeit des Faschismus sondern auch die Restau-rationsphase der jungen Bundesrepublik kennzeichnete. Gleichwohl - so muss man aus heutiger Sicht zu dem Schluss kommen - herrscht hier ein Organisations- und Führungsverständnis vor, das den heutigen Anforderungen an Führungskräfte kaum mehr gerecht wird. Die Organisation der Poli-zei ist in den letzten 15 Jahren durch eine Entwicklungsdynamik gekennzeichnet (Umorganisationen, Verbetriebswirtschaftlichung, Projektmanagement in vielfältigen Formen), die zugleich die Rolle der Führungskraft nachhaltig beeinflusst: Die im klassischen KFS unterstellte "Leistungsautorität" des Vorgesetzten (seine "fachliche und menschliche Autorität" - so Altmann/Berndt, die Väter des KFS) lässt sich angesichts der Diversifizierung der polizeilichen Aufgaben und Komplexität der Führungs-aufgabe nicht mehr aufrecht erhalten. An die Stelle der Zuschreibung von "Leistungsautorität" muss heute die Entwicklung professioneller Führungskompetenz treten, die sich in der Komplexität der Alltagsorganisation nicht nur zurechtfindet, sondern gestalterisch wirken kann. Die in diesem Buch versammelten Beiträge liefern Ansatzpunkte für die Erweiterung, Korrektur und Neuformulierung eines polizeilichen Führungskonzeptes, das zugleich der Maxime der dialogisch-kooperativen Grundhaltung im Führungsprozess treu bleibt.

Klappentext

Seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verfügt die deutsche Polizei über ein ver-bindliches Führungskonzept: das Kooperative Führungssystem (KFS). Es wird regelmäßig durch die Innenministerkonferenz der Bundesländer bestätigt und hat damit den Charakter einer offiziellen Doktrin. In diesem Sinne ist das KFS fester Bestandteil der Ausbildung zum gehobenen und höheren Dienst, es ist eine wichtige Leitorientierung für die Gestaltung von Führungsfortbildungen, es hat systematischen Eingang in die Polizei-Dienstverordnung 100 gefunden und markiert schließlich den Sprachgebrauch der Führungskräfte in der Polizei.
Das KFS muss als deutliche Zäsur in der Geschichte der Polizei nach dem zweiten Weltkrieg gelesen werden. Es ist eine ausdrückliche Absage an die unbedingte Gehorsamspflicht des hierarchisch-autoritären Führungsverständnisses, das nicht nur die Zeit des Faschismus sondern auch die Restau-rationsphase der jungen Bundesrepublik kennzeichnete. Gleichwohl - so muss man aus heutiger Sicht zu dem Schluss kommen - herrscht hier ein Organisations- und Führungsverständnis vor, das den heutigen Anforderungen an Führungskräfte kaum mehr gerecht wird. Die Organisation der Poli-zei ist in den letzten 15 Jahren durch eine Entwicklungsdynamik gekennzeichnet (Umorganisationen, Verbetriebswirtschaftlichung, Projektmanagement in vielfältigen Formen), die zugleich die Rolle der Führungskraft nachhaltig beeinflusst: Die im klassischen KFS unterstellte "Leistungsautorität" des Vorgesetzten (seine "fachliche und menschliche Autorität" - so Altmann/Berndt, die Väter des KFS) lässt sich angesichts der Diversifizierung der polizeilichen Aufgaben und Komplexität der Führungs-aufgabe nicht mehr aufrecht erhalten. An die Stelle der Zuschreibung von "Leistungsautorität" muss heute die Entwicklung professioneller Führungskompetenz treten, die sich in der Komplexität der Alltagsorganisation nicht nur zurechtfindet, sondern gestalterisch wirken kann.
Die in diesem Buch versammelten Beiträge liefern Ansatzpunkte für die Erweiterung, Korrektur und Neuformulierung eines polizeilichen Führungskonzeptes, das zugleich der Maxime der dialogisch-kooperativen Grundhaltung im Führungsprozess treu bleibt.



Inhalt

1 Vorwort
Christian Barthel

2 KFS? KFS 2.0!
Christian Barthel/Dirk Heidemann

3 Die Führungsethik des KFS 2.0
Christian Barthel/Dirk Heidemann

4 Gesellschaftliche Anforderungen an die Professionalisierung der Führung in der Polizei
Christian Barthel/Dirk Heidemann

5 Führung im Wandel. Taugt ein systemisches Führungsverständnis für die Polizei?
Volker Bauer

6 Strategien für Organisationen - Diskurse und laterales Führen in der Strategieentwicklung
Dr. Frank Ibold/Hansjörg Mauch

7 Begründungen für eine polizeiliche Führungslehre und die Skizzierung des neuen Polizeilichen Führungsmodells
Gerd Thielmann/Jürgen Weibler

8 Wechselwirkungen zwischen Struktur- und Kulturentwicklungen - Ein Praxisbericht
Udo Behrendes

9 Den Führungsdiskurs in der Polizei aktivieren: Das Beispiel des "Füh-rungsradar" in der rheinland-pfälzischen Polizei
Martin Kuntze

Produktinformationen

Titel: Führung professionalisieren
Untertitel: Perspektiven der Modernisierung des Kooperativen Führungssystems in der Polizei
Editor: Christian Barthel Dirk Heidemann
EAN: 9783866763579
ISBN: 978-3-86676-357-9
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Verlag f. Polizeiwissens.
Genre: Management
Anzahl Seiten: 198
Gewicht: 270g
Größe: H210mm x B149mm x T15mm
Jahr: 2014
Auflage: 1. Aufl.

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