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Fremdbilder - Selbstbilder

  • Kartonierter Einband
  • 272 Seiten
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Seit es das Judentum gibt, existieren Bilder von ihm, eigene und fremde. Manche Vorstellungen vom Judentum erweisen sich als schli... Weiterlesen
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Beschreibung

Seit es das Judentum gibt, existieren Bilder von ihm, eigene und fremde. Manche Vorstellungen vom Judentum erweisen sich als schlicht falsch, andere wiederum gewähren differenzierte Einblicke sowohl in die Verfasstheit der Mehrheitsgesellschaften also auch des jüdischen Selbstverständnisses. Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich mit Bildern des Judentums und der Juden. Seit der Antike kursieren realitätsverzerrende Stereotype des Judentums, die nicht selten zur Legitimierung einer Andersbehandlung der Juden durch die Mehrheitsgesellschaften herangezogen wurden. Nebst diesen Fremdbildern entwickelten auch die Juden selbst Bilder von sich, oftmals unter Einfluss der sie umgebenden Völker und durchaus nicht nur in Opposition zu diesen. Die drei ersten Beiträge behandeln Vorstellungen des Judentums in der Antike und der Spätantike. Eine erste Frage gilt dem jüdischen Monotheismusverständnis und den aus ihm ableitbaren Charakteristika der jüdischen Religion: Ist es zulässig, mit dem exklusiven Monotheismus Vorstellungen einer erhöhten Gewaltbereitschaft zu verknüpfen? Spielen bei solchen Ableitungen allenfalls moderne Projektionen mit hinein? An der Schnittstelle von Judentum und Christentum steht der Beitrag zum Selbstbild des Apostels Paulus: Gilt er sich selbst nach seiner Konversion nach wie vor als Jude? Der dritte Beitrag ist im Umfeld des rabbinischen Judentums in der Zeit nach der Zerstörung des Zweiten Tempels angesiedelt: Sind Frauen nach rabbinischem Verständnis eigentlich auch Juden und wenn ja inwieweit? Die vier Beiträge zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Judenbildern haben die christliche Mehrheitsgesellschaft zum gemeinsamen Referenzrahmen. Unter dem Einfluss der neuen Religion bildeten sich nicht nur christliche Imaginationen des Judentums aus vielmehr entwickelte auch das Judentum Vorstellungen von sich selbst, teils in Abgrenzung, teils im Austausch mit dem Christentum und seiner Kultur. Ein Beitrag widmet sich der Frage, wie mittelalterliche Christen jüdische Gelehrsamkeit wahrgenommen und bewertet haben. Dem jüdischen Bildverbot und dem durchaus produktiven Umgang mit ihm in mittelalterlichen Handschriften widmet sich ein zweiter Beitrag. Wie in einer weiteren Untersuchung erläutert wird, treten jüdische Figuren nicht nur in christlichen Legenden, Chroniken und Novellen auf, sondern bilden einen ganz wesentlichen Bestandteil des Figurenarsenals im mittelalterlichen Schauspiel. Welches Ausmass der Diffamierung die Judendarstellungen in den Spielen annehmen konnten, wird anhand originaler spätmittelalterlicher Textstellen eindinglich vor Augen geführt. Dass es während des gesamten Mittelalters und auch zur Reformationszeit zu Übertritten zum Christentum kam, ist hinlänglich bekannt. Welche Konsequenzen dabei eine Konversion auf das Selbstbild eines ehemaligen Juden haben konnte, wird in einem Beitrag zu Johannes Pfefferkorn gezeigt, der nach seiner Konversion von 1504 zugleich zur Zielscheibe und zum Quell religiöser Gehässigkeit wurde. Mit der Frühen Neuzeit und der beginnenden jüdischen Aufklärung befasst sich ein weiterer Artikel. Inwiefern können Juden, die oft zu unfreiwilliger Wanderschaft gezwungen waren, eigene Identität und Heimatvorstellungen entwickeln? Der so genannte Davidstern wird oft als das zeitlose jüdische Symbol schlechthin angesehen. Dass diese Vorstellung nicht nur deutlich zu kurz greift, sondern in mancherlei Hinsicht sogar schlicht falsch ist, zeigt eine umfassende Studie zum Hexagramm. Der letzte Beitrag schliesslich beschäftigt sich mit ausser- und innerjüdischen Vorstellungen des Zionismus, wodurch der Bogen zu hochaktuellen Fragestellungen geschlagen wird.

Autorentext
Die Herausgeber René Bloch ist Professor für Judaistik mit Schwerpunkt Antike und Mittelalter an der Theologischen Fakultät der Universität Bern. Seine jüngste Monographie untersucht den jüdisch-hellenistischen Umgang mit der griechischen Mythologie. Simone Haeberli ist Assistentin an der Interfakultären Forschungsstelle für Judaistik an der Universität Bern. In ihrer Dissertation untersuchte sie christliche Imaginationen jüdischer Gelehrsamkeit. Rainer C. Schwinges war bis 2008 Ordinarius für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Co-Direktor der Interfakultären Forschungsstelle für Judaistik an der Universität Bern. Er ist Mitherausgeber des ersten Bandes der Forschungsstelle mit dem Titel 'Juden in ihrer Umwelt', erschienen 2009 im Schwabe Verlag Basel.

Produktinformationen

Titel: Fremdbilder - Selbstbilder
Untertitel: Imaginationen des Judentums von der Antike bis in die Neuzeit. Eine Publikation der Interfakultären Forschungsstelle für Judaistik der Universität Bern
Editor:
EAN: 9783796526817
ISBN: 978-3-7965-2681-7
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: schwabe
Genre: Judentum
Anzahl Seiten: 272
Gewicht: 458g
Größe: H227mm x B155mm x T20mm
Jahr: 2010