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Der Stadtnomade

  • Kartonierter Einband
  • 247 Seiten
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Literatur ist kein "fast food": Bücher sind keine Hamburger, die sich mal eben schnell im Vorbeigehen verschlingen lasse... Weiterlesen
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Beschreibung

Literatur ist kein "fast food": Bücher sind keine Hamburger, die sich mal eben schnell im Vorbeigehen verschlingen lassen. Deshalb lohne es sich, gute Texte wieder und wieder zu lesen, schreibt Juan Goytisolo. In den Werken des spanischen Schriftstellers findet sich daher eine Vielzahl von Verweisen zu dessen eigenen Lektüren. In seiner sogenannten grotesken Autobiographie "Paisajes después de la batalla" ("Landschaften nach der Schlacht") aus dem Jahr 1982 treibt er diese Praxis auf die Spitze. Grund genug, ein gutes Vierteljahrhundert nach Erscheinen des Romans einen frischen Blick auf diese Erzählung zu werfen - und sie neu in die Entwicklung von Goytisolos Gesamtwerk einzuordnen. Der Roman gleicht einem urbanen Ruinenfeld. Denn dem seit Jahrzehnten zwischen Paris und Marrakesch lebenden, zwischen dem christlichen Abendland und der islamischen Welt pendelnden Spanier geht es darin um zivilisatorische Desintegrations- und Evolutionsprozesse, die er am Modell des Pariser Viertels Sentier-Barbès-Bonne Nouvelle in Szene setzt. Schon in den siebziger Jahren wurde dieser Stadtteil von Migranten islamischen Glaubens, insbesondere aus maghrebinischen, arabischen und vorderasiatischen Ländern geprägt. Es entstand damit ein anthropologisch faszinierender Raum kultureller Kontraste, den Juan Goytisolo sich während seines Exils fern der Franco-Diktatur als Wahlheimat auserkoren hatte - und als Schauplatz seiner Gesellschaftssatire in "Paisajes después de la batalla". Franziska Bossy folgt dem Stadtnomaden Juan Goytisolo in diese literarische Metropole. In ihrer Studie zeigt sie, wie sich das textuelle Referenzsystem des fragmentarischen Romans entschlüsseln lässt: Es bildet eine Analogie zur immer nur bruchstückhaften Wahrnehmung der komplexen Großstadt-Architektur. In diesem Sinne untersucht die Autorin die zirkuläre Erzählung mit Hilfe von raumtheoretischen Lektürestrategien sowie weiterführenden Methoden der Stadtsemiotik und -rhetorik, die formell an Roland Barthes, Umberto Eco, Jurij Lotman und Homi K. Bhabha anschließen. Nicht zuletzt bietet die akribische Analyse von Juan Goytisolos einzig wahrem Stadtroman Interpretationshilfen, die eingedenk bisheriger Forschungsarbeiten neues Licht auf den Text werfen. Im Verlauf dieser Re-Lektüre wird deutlich, dass "Paisajes después de la batalla" aus heutiger Sicht ohne Übertreibung als ein Schlüsselwerk der spanischen Literatur des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann.

Klappentext

Literatur ist kein »fast food«: Bücher sind keine Hamburger, die sich mal eben schnell im Vorbeigehen verschlingen lassen. Deshalb lohne es sich, gute Texte wieder und wieder zu lesen, schreibt Juan Goytisolo. In den Werken des spanischen Schriftstellers findet sich daher eine Vielzahl von Verweisen zu dessen eigenen Lektüren. In seiner sogenannten grotesken Autobiographie »Paisajes después de la batalla« (»Landschaften nach der Schlacht«) aus dem Jahr 1982 treibt er diese Praxis auf die Spitze. Grund genug, ein gutes Vierteljahrhundert nach Erscheinen des Romans einen frischen Blick auf diese Erzählung zu werfen - und sie neu in die Entwicklung von Goytisolos Gesamtwerk einzuordnen. Der Roman gleicht einem urbanen Ruinenfeld. Denn dem seit Jahrzehnten zwischen Paris und Marrakesch lebenden, zwischen dem christlichen Abendland und der islamischen Welt pendelnden Spanier geht es darin um zivilisatorische Desintegrations- und Evolutionsprozesse, die er am Modell des Pariser Viertels Sentier-Barbès-Bonne Nouvelle in Szene setzt. Schon in den siebziger Jahren wurde dieser Stadtteil von Migranten islamischen Glaubens, insbesondere aus maghrebinischen, arabischen und vorderasiatischen Ländern geprägt. Es entstand damit ein anthropologisch faszinierender Raum kultureller Kontraste, den Juan Goytisolo sich während seines Exils fern der Franco-Diktatur als Wahlheimat auserkoren hatte - und als Schauplatz seiner Gesellschaftssatire in »Paisajes después de la batalla«. Franziska Bossy folgt dem Stadtnomaden Juan Goytisolo in diese literarische Metropole. In ihrer Studie zeigt sie, wie sich das textuelle Referenzsystem des fragmentarischen Romans entschlüsseln lässt: Es bildet eine Analogie zur immer nur bruchstückhaften Wahrnehmung der komplexen Großstadt-Architektur. In diesem Sinne untersucht die Autorin die zirkuläre Erzählung mit Hilfe von raumtheoretischen Lektürestrategien sowie weiterführenden Methoden der Stadtsemiotik und -rhetorik, die formell an Roland Barthes, Umberto Eco, Jurij Lotman und Homi K. Bhabha anschließen. Nicht zuletzt bietet die akribische Analyse von Juan Goytisolos einzig wahrem Stadtroman Interpretationshilfen, die eingedenk bisheriger Forschungsarbeiten neues Licht auf den Text werfen. Im Verlauf dieser Re-Lektüre wird deutlich, dass »Paisajes después de la batalla« aus heutiger Sicht ohne Übertreibung als ein Schlüsselwerk der spanischen Literatur des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann.



Inhalt

Inhaltsübersicht: Vorbemerkung: Ein Espresso im Café du Gymnase - 1. Juan Goytisolos urbane "Landschaften nach der Schlacht": "Paisajes después de la batalla", Pikareske wider die Postmoderne - Begriffsfindung: Satirische Parodieformen als ironische Intertexte der Pikareske - Postkolonialer Kulturpragmatismus: Die Entropologie der Großstadtparodie - 2. Stadtsemiotik und Stadtrhetorik: Stadttexturen: Die Wahrnehmung urbaner Zeichen - Semiologie der "Stadtlektüre" bei Barthes und Eco - Parodistische Erzählstrategien als Dekonstruktion von Text und Stadt - 3. Der Stadtnomade - Protagonist in der "Hauptstadt des 21.Jahrhunderts": Das nomadische Bewusstsein - Die Palimpsest-Stadt - Die Textstadt als "Raum in Bewegung" - 4. Erzähler-Figuren in "Paisajes después de la batalla": Goytisolos polymorpher Protagonist - Der Stadtnomade als Sinnbild des narrativen Palimpsests - Ironischer Erzähler, Satirischer Revolutionär, Grotesker Reverend - 5. Stadt-Fiktionen in "Paisajes después de la batalla": Das Paris-Palimpsest - Urbane Topographien im Sentier - Die Bastardstadt: Auf den Trümmern des Establishment - 6. Genre-Vorbilder in "Paisajes después de la batalla": Die zirkuläre Erzählstruktur - Die Stadterfahrung als Schreibpraxis - Die Pikareske wider die literarischen Konventionen - 7. "Don Quijote" in "Paisajes después de la batalla": Die Auto(r)referentialität der Erzählinstanz - Die narratologischen Strukturen - Die Evolution der Erzählfigur - 8. Die literarische Metropole in "Paisajes después de la batalla": Goytisolos Ruinen: eine selbstreferentielle Politsatire - Die 'groteske Autobiographie' - Der Nahkampf mit dem Text - Anhang - Bibliographie, Filmographie - Personenregister

Produktinformationen

Titel: Der Stadtnomade
Untertitel: Die literarische Metropole in Juan Goytisolos Paisajes después de la batalla
Autor:
EAN: 9783428125722
ISBN: 978-3-428-12572-2
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Duncker & Humblot GmbH
Genre: Romanische Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 247
Gewicht: 338g
Größe: H235mm x B156mm x T14mm
Jahr: 2009

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