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Arbeit an Sprache

  • Kartonierter Einband
  • 208 Seiten
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In "Sprache als Objekt" (J 976) habe ich einen wissenschaftlichen Sprachbegriff kritisiert, der Sprachpraxis verdinglich... Weiterlesen
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Beschreibung

In "Sprache als Objekt" (J 976) habe ich einen wissenschaftlichen Sprachbegriff kritisiert, der Sprachpraxis verdinglicht und genau deshalb nicht geeignet ist, Sprache dort, wo sie in der Realität verdinglicht ist - z. B. in der Werbung - als solche zu beschreiben. Dieses Buch nun verdankt sich meinem Bemühen, eine Alternative vorzustellen, d. h. eine Art sprachwissenschaftlicher Tätigkeit, die derartige Verdinglichungen vom Ansatz her vermeidet. Um das Ergebnis vorweg zunehmen: Diese Alternative sieht ganz anders aus, als man bei solchem An spruch meinen könnte und als ich mir selbst anfangs vorgestellt hatte. Eine "Linguistik der Anspielung", die dip überkommene grammatiktheoretische Begriff lichkeit auf ihre gesellschaftlIch-historische Bedingtheit zurückführt und so kri tisch aneignet, und die dieser vor allem eine eigenständige, "erfahrungs bezogene" Begrifflichkeit gegenüberstellt, die u. a. an rhetorische Kategorien anknüpft und auf diese Weise die Spaltung zwischen Sprach- und literatur wissenschaft überwindet, ist eine Illusion. Die Alternative liegt nicht - zu m indest nicht primär - auf der Ebene der theoretischen "Systeme" und begriff lichen "Instrumentarien" (diese Metaphern indizieren nämlich bereits den zu kritisierenden Gesamtzusammenhang), sie liegt auf der Ebene der sprachwissen schaftlichen Tätigkeit. Die Alternative muß vorgeführt, nicht vor-geschrieben werden; sie betri fft das Verhältnis der forschenden Subjekte zu ihrem Gegen stand (und das sind in der Regel auch Subjekte, die sprechenden nämlich) und sie begreift sich als "politische" Sprachwissenschaft. Im I.

Klappentext

In "Sprache als Objekt" (J 976) habe ich einen wissenschaftlichen Sprachbegriff kritisiert, der Sprachpraxis verdinglicht und genau deshalb nicht geeignet ist, Sprache dort, wo sie in der Realität verdinglicht ist - z. B. in der Werbung - als solche zu beschreiben. Dieses Buch nun verdankt sich meinem Bemühen, eine Alternative vorzustellen, d. h. eine Art sprachwissenschaftlicher Tätigkeit, die derartige Verdinglichungen vom Ansatz her vermeidet. Um das Ergebnis vorweg­ zunehmen: Diese Alternative sieht ganz anders aus, als man bei solchem An­ spruch meinen könnte und als ich mir selbst anfangs vorgestellt hatte. Eine "Linguistik der Anspielung", die dip überkommene grammatiktheoretische Begriff­ lichkeit auf ihre gesellschaftlIch-historische Bedingtheit zurückführt und so kri tisch aneignet, und die dieser vor allem eine eigenständige, "erfahrungs­ bezogene" Begrifflichkeit gegenüberstellt, die u. a. an rhetorische Kategorien anknüpft und auf diese Weise die Spaltung zwischen Sprach- und literatur­ wissenschaft überwindet, ist eine Illusion. Die Alternative liegt nicht - zu­ m indest nicht primär - auf der Ebene der theoretischen "Systeme" und begriff­ lichen "Instrumentarien" (diese Metaphern indizieren nämlich bereits den zu kritisierenden Gesamtzusammenhang), sie liegt auf der Ebene der sprachwissen­ schaftlichen Tätigkeit. Die Alternative muß vorgeführt, nicht vor-geschrieben werden; sie betri fft das Verhältnis der forschenden Subjekte zu ihrem Gegen­ stand (und das sind in der Regel auch Subjekte, die sprechenden nämlich) und sie begreift sich als "politische" Sprachwissenschaft. Im I.



Inhalt

I. Die sprachliche Bearbeitung von Sexualitätstabus in einer Hauptschulklasse.- 1. Vorbemerkung.- 2. Die Unterrichtseinheit "Redensarten und Sprüche".- 2.1. "Experimentelle" und didaktische Konzeption.- 2.2. Rahmenbedingungen.- Exkurs: Die Unterrichtseinheit "Geheimsprachen".- 2.3. Ergebnisse und Diskussion.- 2.3.1. Die in der 4.Stunde "erfundenen" Sprüche und Wendungen.- 2.3.2. Zu formalen Merkmalen der Sprüche.- 2.3.3. Bildbereiche.- 2.3.4. Zur Bedeutung der erfundenen Sprüche und zur Allgemeinheit der 12 Beziehung zwischen dem je Gesagten und Gemeinten.- 2.4. Gesprächsanalysen von Ausschnitten aus der UE.- 2.4.1. Zum Verfahren.- 2.4.2. Ein Spiel.- 2.4.3. Verwissenschaftlichung und Rollentausch.- 2.4.4. Ein Gedicht zum Versteckspielen.- 2.4.5. Zusammenfassende Auswertung der Gesprächsanalysen.- II. Nicht-wörtliches Sprechen.- 1. Metaphorik.- 1.1. Problemaufriß.- 1.2. Metaphern: Eine Form der Auseinandersetzung um die Geltung sprachlicher Regeln.- 2. Phraseologie.- 2.1. Problemaufriß.- 2.2. Phraseologismen als ästhetisierte Formulierungen.- 3. Indirektheit.- 3.1. Problemaufriß.- 3.2. Indirektheit: das Problem mit den Konventionen.- 4. Ironie.- 4.1. Problemaufriß.- 4.2. Ironie: das zu Meinende ist noch in Arbeit.- 5. Der Anspielungsaspekt als theoretisch-methodologisches Konzept zur Beschreibung von Arbeit an Sprache.- 5.1. Zur Verallgemeinerbarkeit des Anspielungsbegriffs.- 5.2. Di f ferenz ierung der Kategorie "Anspielungsaspek t".- 5.3. "Anspielungsaspekt" als methodologisches Konzept.- 5.4. Das "Beteiligt-Sein" der Forschenden.- 6. Zum Diskussionsstand über nicht-wörtliehes Sprechen.- 6.1. Zur Metaphern-Diskussion.- 6.2. Zur Phraseologiediskussion.- 6.3. Zur Diskussion über Indirektheit.- 6.4. Zum Ironie-Projekt von Groeben/Scheele.- 6.5. Zur Diskussion über Anspielungen.- III. Linguistik der Anspielung als politische Sprachwissenschaft.- 1. Begriffsklärung.- 2. Der formorientierte Sprachbegriff.- Exkurs: a) Zur marxistischen Tradition.- b) Volosinov und Leontjew.- 3. "Er fahrung".- 4. "Anspielung".- Anmerkungen: zum I. Kapitel.- Anmerkungen: zum II. Kapitel.- Anmerkungen: zum III. Kapitel.- Anhang 1 - 5 (Materialien zur UE "Redensarten und Sprüche").- Anhang 6 - 8 (Transkripte).

Produktinformationen

Titel: Arbeit an Sprache
Untertitel: Konzept für die Empirie einer politischen Sprachwissenschaft
Autor:
EAN: 9783531118338
ISBN: 978-3-531-11833-8
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Genre: Allgemeine und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 208
Gewicht: 310g
Größe: H200mm x B250mm x T15mm
Jahr: 1986
Auflage: 1986