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Voraussetzungen

  • Kartonierter Einband
  • 104 Seiten
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Eine notwendige Gegenmaßnahme gegen das beliebige Plaudern über Bücher und Texte. Wenige von denen, die heute über Literatur sprec... Weiterlesen
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Beschreibung

Eine notwendige Gegenmaßnahme gegen das beliebige Plaudern über Bücher und Texte. Wenige von denen, die heute über Literatur sprechen, nehmen die Literatur so ernst und das Sprechen darüber so genau wie Franz Josef Czernin. In den Argumentationsfäden und Streitgesprächen dieses Bandes läßt er uns gewissermaßen dem Denken selbst zusehen und, gegen die Souveränität der landläufigen Bewertungen, ästhetische Urteile in ihrer Bedingtheit erkennen.

Zuletzt hat Arno Schmidt das dialogische Sprechen über Fragen der Literatur und der Dichtung in seinen berühmten Funkdialogen praktiziert. Anders als bei Arno Schmidt aber belehrt bei Czernin nicht ein souverän sein Wissen verbreitender Gebildeter einen nahezu Ahnungslosen; die Sprecher in diesen Dialogen sind beide gleich interessiert an der Klärung wichtiger literaturtheoretischer Fragestellungen, und ihre Diskussion führt in ihrer Wechselseitigkeit zu einer immer größeren Präzisierung der Ausgangsfragen. In einem langen Dialog über Heimrad Bäckers nachschrift etwa wird die Erkenntnisfähigkeit von Bäckers spezifischen Dokumentar-Montagen in einer Argumentationskette befragt; in einem anderen Dialog wird überprüft, ob 'Erkenntnis durch Dichtung' wissenschaftlichen Kriterien von Erkenntnis standhält; und besonders reizvoll sind die Gespräche über poetische Metaphern und Wirklichkeit, zwischen Swedenborg (dem Geisterseher aus dem 18. Jhd.) und dem Dichter.

'Wer sich über ästhetische Bedingunge engagierter Kunst klarwerden möchte, wird in Czernins dialogischen Abwägungen verlässliche Kriterien finden.' (Thomas Poiss, FAZ)

Autorentext
Franz Josef Czernin, geboren 1952 in Wien, studierte von 1971 - 1973 in den USA, veröffentlicht seit 1978 Lyrik und Essays zu poetologischen Fragen und erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise, so den Preis der Stadt Wien 1997, den Heimito von Doderer-Literaturpreis für Essayistik 1998, den Anton Wildgans-Preis 1999, 2007 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik und 2015 den Ernst-Jandl-Preises für Lyrik.

Klappentext

Wenige von denen, die heute über Literatur sprechen, nehmen die Literatur so ernst und das Sprechen darüber so genau wie Czernin. In den Argumentationsfäden und Streitgesprächen des Bandes lässt er uns gewissermaßen dem Denken selbst zusehen. Eine notwendige Gegenmaßnahme gegen das beliebige Plaudern über Bücher und Texte.



Leseprobe
"Swedenborg: Alles, was man für wahr nimmt, teilt man mit dem, was man für wahr nimmt; auch das, was man mit den Sinnen wahrnimmt. Dichter: Wenn das nicht nur ein Wortspiel wäre, dann wäre, was man über Dinge sagt, das, was an den Dingen sprachlich ist! Swedenborg: Wenn es überhaupt ein Spiel ist, dann ist es auch eines mit Dingen. Und deshalb zeigen die irdischen Dinge auch das, was an der Sprache nicht ausgesprochen werden kann! Dichter: So teilt man also eigentlich seine Äpfel und Birnen mit seiner Sprache und mit sich selbst, wenn man über sie spricht!? Als ob Erkenntnis immer aus dem Erkennenden, seinem Gegenstand und der Mitteilung bestünde! Swedenborg: Ja genauso ist es, und eben so teilt man sich mit! Dichter: Es ist aber gerade die Unterscheidung dieser Momente, die Erkenntnis möglich macht. Swedenborg: Dann ist doch auch die Poesie keine Erkenntnis, weil sie in diesem Sinn keine Mitteilung ist. Dichter: Stell dir vor, du müßtest wörtlich nehmen, daß die Poes ie eine Mitteilung ist! Swedenborg: Ob eine solche wörtliche Mitteilung, das heißt sachliche Mit-Teilung schön oder schrecklich ist, das hängt davon ab, wer oder was sich wem oder was und in welchem Sinn mitteilt. Dichter: Wie sollte denn eine solche wörtliche, das heißt: sachliche Mitteilung nicht schrecklich sein? Swedenborg: Sie kann ja auch Teil einer Verwandlung in eine höhere Ordnung sein. Der Erkennende, sein Gegenstand und die Mitteilung fügen sich dann zu einem neuen Ganzen zusammen. Dichter (lacht): Ah, und dieses neue Ganze nennt sich Engel, wenn es nicht schrecklich, sondern schön ist.

Produktinformationen

Titel: Voraussetzungen
Untertitel: Vier Dialoge
Autor:
EAN: 9783854206149
ISBN: 978-3-85420-614-9
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Droschl
Genre: Übrige germanische Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 104
Gewicht: 117g
Größe: H178mm x B116mm x T9mm
Veröffentlichung: 01.08.2002
Jahr: 2002
Auflage: 1., Aufl.