Willkommen, schön sind Sie da!
Logo Ex Libris

Filmgenres: Science Fiction

  • Kartonierter Einband
  • 574 Seiten
(0) Erste Bewertung abgeben
Bewertungen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)
Alle Bewertungen ansehen
(2) LovelyBooks.de Bewertung
LovelyBooks.de Bewertung
(1)
(1)
(0)
(0)
(0)
powered by 
'E.T., Star Wars, Matrix.' - kaum ein Filmgenre, das so viele Kassenschlager hervorgebracht hat wie Science Fiction. Aus... Weiterlesen
20%
19.50 CHF 15.60
Auslieferung erfolgt in der Regel innert 5 bis 7 Werktagen.

Beschreibung

'E.T., Star Wars, Matrix.' - kaum ein Filmgenre, das so viele Kassenschlager hervorgebracht hat wie Science Fiction. Ausgebuffte Fans wissen genau, warum man "synthogenetischen Replikanten" mit Vorsicht begegnen sollte, worum es sich bei "Soylent Green" tatsächlich handelt und wie "beamen" funktioniert. Und wenn nicht? Einfach nachlesen! In über hundert Beiträgen zu den besten Filmen der dritten Art.

Autorentext
Thomas Koebner, Literaturwissenschaftler und Filmwissenschaftler, war 1973-83 Professor für Germanistik an der Universität Wuppertal, von 1983-89 Professor für Neuere deutsche Literatur und Medienwissenschaft in Marburg; 1989-1992 war er Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, 1993 gründete er das Institut für Filmwissenschaft in Mainz und leitete es bis zu seiner Emeritierung 2007. Im Jahr 2010 erhielt er den Sonderpreis der Ökumenischen Jury der Berlinale für seine Leistungen im Bereich der Filmpublizistik. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher und Nachschlagewerke.

Klappentext

'E.T., Star Wars, Matrix.' - kaum ein Filmgenre, das so viele Kassenschlager hervorgebracht hat wie Science Fiction. Ausgebuffte Fans wissen genau, warum man "synthogenetischen Replikanten" mit Vorsicht begegnen sollte, worum es sich bei "Soylent Green" tatsächlich handelt und wie "beamen" funktioniert. Und wenn nicht? Einfach nachlesen! In über hundert Beiträgen zu den besten Filmen der dritten Art.



Leseprobe
Matrix 'The Matrix' USA 1999, 136 min R: Andy Wachowski, Larry Wachowski B: Andy Wachowski, Larry Wachowski K: Bill Pope SE: John Gaeta M: Don Davis D: Keanu Reeves (Neo / Thomas Anderson), Laurence Fishburne (Morpheus), Carrie-Anne Moss (Trinity), Hugo Weaving (Agent Smith), Joe Pantoliano (Cypher / Mr. Reagan), Marcus Chong (Tank) Eines der faszinierendsten Phänomene inmitten des kommerziell geprägten "Millennium-Hypes" kurz vor Anbruch des Jahres 2000 war eine enorme populäre Ausschlachtung der oberflächlich vergessen geglaubten Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität und Religiosität. Diese Sehnsucht ging immer schon einher mit einer ausgeprägten Technologieskepsis sowie einer fundamentalen Verunsicherung des Individuums bezüglich der eigenen Identität, seiner Position in der Welt und - darüber hinausweisend - bezüglich der Beschaffenheit der Realität an sich. Im Kino entlud sich diese kulturindustrielle Nutzung in einer wahren (Sint-)Flut von Verschwörungs-, mystischen Endzeit- oder Science-Fiction-Thrillern wie 'Fletchers Visionen', 'Staatsfeind Nr.1', 'The Game', 'Stigmata', 'Die neun Pforten', 'eXistenZ' oder 'End of Days'. Auch 'Matrix' schwamm 1999 mit auf jener populären Woge, gehört jedoch zweifellos zu deren intelligentesten und originellsten Beiträgen. Thomas Anderson spürt, dass mit der Welt, die ihn umgibt, etwas nicht stimmt. Vielleicht führt er deswegen ein Doppelleben. Tagsüber arbeitet er als Programmierer in einer Softwarefirma, nachts hackt er sich unter dem Namen "Neo" in fremde Datennetze ein und versorgt seine Umgebung mit illegalen Computerprogrammen. Als eines Tages die schöne Trinity, die engste Vertraute von Morpheus, dem Staatsfeind Nummer eins, zu ihm Kontakt aufnimmt, gerät Andersons Leben aus den Fugen. Plötzlich ist die Obrigkeit in Gestalt mehrerer Agenten unter Führung eines gewissen Smith hinter ihm her. Er wird festgenommen, und über seinen Bauchnabel führt Agent Smith einen wurmähnlichen Peilsender in seinen Körper ein. Trinity kann den Sender jedoch zerstören. Sie bringt Anderson zu Morpheus, der schon sehnsüchtig auf die Begegnung mit "Neo" gewartet hat. Der erfährt von Morpheus eine schreckliche Wahrheit: Sie befinden sich nicht im Jahr 1999, sondern in einer postapokalyptischen Welt des 23. Jahrhunderts. Während eines Krieges mit den Maschinen haben die Menschen durch Atomschläge die Sonne für immer verdunkelt, um den Feind seiner Antriebskraft, der Solarenergie, zu berauben. Doch die Maschinen gewannen den Krieg und fanden schnell Ersatz: In endlosen Reihen von Brutkästen züchten sie Menschen, um deren bioelektrische Energie als Batterie zu nutzen. Um jede Rebellion zu unterbinden, füttern die Maschinen die Gehirne ihrer Opfer über implantierte Anschlüsse am Hinterkopf mit der Matrix, einer neurointeraktiven Computersimulation, die jedem Einzelnen eine Existenz in der Normalität des Jahres 1999 vorgaukelt. Einige Menschen jedoch entwickeln genug Bewusstsein, um sich aus dem Kollektiv zu lösen. Sie versammeln sich in der letzten freien Stadt der Menschheit, Zion. Unterdessen streift ihr Anführer Morpheus mit seinem Raumschiff "Nebuchadnezzar" umher, erbarmungslos gejagt von den Maschinen. Immer wieder klinkt er sich in die Matrix ein, um den "Auserwählten" zu finden, der dem Orakel zufolge die Macht hat, die Matrix zu verändern und zu zerstören. In Neo glaubt Morpheus, diesen Einen gefunden zu haben. Neo macht sich mit der Crew der Nebuchadnezzar vertraut, lässt sich Kampfsportarten in sein Gehirn laden und trainiert wie ein Besessener für seine Konfrontation mit den Agenten, intelligenten Computerprogrammen mit übermenschlicher Stärke und Schnelligkeit, die sich in jede Software einklinken und somit die Gestalt jeder Person in der Matrix annehmen können. Seine Bestimmung nimmt Neo jedoch nur widerwillig an. Eine Begegnung in der Matrix mit dem Orakel, einer älteren farbigen Frau, soll Klarheit bringen. Während die Anderen mit ihrem Geist in die virtuelle Welt eintauchen, überwacht das Besatzungsmitglied Tank im Raumschiff ihre hilflosen Körper und hält sich bereit, seine Freunde über eine Telefonleitung aus der Matrix zurückzubringen. Das Orakel offenbart Neo, er sei nicht der Auserwählte. Unterdessen ist ein anderes Crewmitglied, Cypher, zum Verräter geworden, weil er seine reale Existenz in ständiger Angst und Verfolgung wieder mit den falschen Annehmlichkeiten der Matrix tauschen möchte. Durch seinen Verrat kommen vier Besatzungsmitglieder um, Morpheus fällt in die Hände der Agenten. Doch bevor Cypher auf dem Schiff Neos Körper von den Lebenserhaltungssystemen trennen kann, wird er von Tank erschossen. Neo und Trinity beschließen, sich erneut in die Matrix einzuklinken, um Morpheus zu befreien. Das Vorhaben gelingt, aber Neo wird dabei von Agent Smith erschossen. Wieder auf der Nebuchadnezzar, spricht Trinity jedoch zu Neos leblosem Körper. Sie erklärt, das Orakel habe ihr geweissagt, sie würde sich in den Auserwählten verlieben. Da sie ihn liebe, könne er also unmöglich tot sein. Tatsächlich ersteht Neo wieder auf und stellt sich, diesmal mit vollem Vertrauen in seine Fähigkeiten, Agent Smith. Dessen Kugeln stoppt er in der Luft, bevor er ihn vernichtet. Neo ist nun wahrlich Herr über die Matrix. Zum guten Schluss kündigt er den Maschinen per Telefon an, er werde den Menschen die Welt jenseits der Matrix zeigen und ihnen so die Chance zu einem Leben in Freiheit eröffnen. Seit ihren Anfängen gehört der Machtkampf zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz zu den beliebtesten Topoi der Science Fiction. Auch dass sich dieser Konflikt in einer postapokalyptischen Welt abspielt, ist nicht neu. Im Vergleich etwa zu den 'Terminator'-Filmen geht 'Matrix' jedoch einen Schritt weiter. Hier findet die Konfrontation meist in der virtuellen Realität eines Computerprogrammes statt, ähnlich wie in David Cronenbergs 'eXistenZ'. Die Brüder Wachowski jonglieren gekonnt mit Versatzstücken verschiedener religiöser Heilslehren, Mythologien oder Filmgenres. Deutliche Anleihen gibt es auch beim Vater des Cyberpunk, William Gibson, und seiner "Neuromancer"-Trilogie, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Während die Helden in Gibsons Romanen lediglich versuchen, in der virtuellen Welt zu überleben, streben sie in 'Matrix' nach deren Vernichtung. Weitere Stationen postmoderner Zitierwut führen von literatur- und filmgeschichtlichen Referenzen wie 'Alice in Wonderland', 'The Wizard of Oz' oder 'Star Wars' über fernöstliche Erkenntnisphilosophie bis zu Ausflügen in diverse Mythologien. So ist beispielsweise Morpheus der griechische Gott der Träume. Im Film lässt er Neo aus seiner alptraumhaften virtuellen Existenz erwachen. Ferner warten die Wachowskis mit alt- und neutestamentlichen Verweisen auf: Der babylonische König Nebuchadnezzar versuchte die Bedeutung seiner Träume zu ergründen, und Zion wird im Buch der Offenbarung als das Königreich Gottes beschrieben, in dem die Rechtschaffenen nach der Zerstörung der Erde Zuflucht finden werden. Die deutlichsten Parallelen ergeben sich jedoch zur christlichen Heilslehre. Dabei lässt sich die Entwicklung des Helden Neo ebenso als Weg eines Suchenden von der Sünde zum Glauben wie als Leidensweg Jesu Christi deuten. Gleich einem Täufer Johannes bereitet Morpheus für Neo das Feld. Wie Judas verrät Cypher seine Gefährten. Wie Jesus stirbt Thomas Anderson und ersteht als allmächtiges Wesen wieder auf. Der Name Neo verweist nicht nur auf diese neue Existenz, er ist auch ein Anagramm von One (der Eine) und von Eon (die Ewigkeit). So spielt es am Ende keine Rolle mehr, ob Neo wirklich der Auserwählte ist. Denn sein Glaube ist mittlerweile so unerschütterlich, dass er Berge oder in diesem Fall die Matrix versetzt. Überdeutlich auch der Hinweis auf den Sündenfall, als Agent Smith Morpheus erklärt, die Matrix sei zunächst als perfekte Welt konzipiert worden, mit der die Menschen jedoch nichts anfangen konnten. In den Augen der Maschinen sind es die Menschen, die den Planeten wie ein Virus zugrunde gerichtet haben. Dekonstruktivisten und Postmodernisten haben an dieser Fülle von Andeutungen und Wortspielereien sicher ihre helle Freude. Doch damit nicht genug. Das alles würzen Andy und Larry Wachowski mit spektakulären Sequenzen, die die zeitlupenträchtige, die Gesetze der Schwerkraft negierende Kung-Fu-Action des Hongkong-Kinos mit modernsten Computereffekten verbinden. Darüber hinaus imitiert und parodiert insbesondere das Kampftraining zwischen Morpheus und Neo die Ästhetik von Computerspielen. Solche Sequenzen lockern die düstere bis coole Atmosphäre des Films - die Farben sind auf schwarz und grau reduziert, die Helden tragen schwarzes Leder oder Latex - ein wenig auf. Die größte Leistung von 'Matrix', der "Oscars" für Schnitt, Ton, Spezialeffekte und Toneffekte gewann, besteht jedoch darin, dass diese ebenso kuriose wie furiose Mischung aus Themen und Genres niemals fragmentarisch wirkt und sich zu einer organischen Geschichte verdichtet. Einer Geschichte, die durch ihre Inszenierung dem Mainstream-Kino huldigt, auch wenn sie vom Widerstand einer unangepassten Subkultur gegen eben jenen Mainstream berichtet. Gleichwohl bietet 'Matrix' kein belangloses Effektespektakel wie 'Twister' oder 'Armageddon', sondern stellt seine Schauwerte in den Dienst einer reizvollen Erzählung. Im Mai 2003 folgte 'The Matrix Reloaded', der dritte Teil ('The Matrix Revolutions') ist für November 2003 angekündigt. 'Andreas Friedrich' Literatur: Jan Distelmeyer: "Matrix". In: epd Film 6 (1999) S. 37 f. - Oliver Rahayel: "Matrix". In: Film-Dienst 12 (1999) S. 28. © 2005 Philipp Reclam jun. Verlag Gmbh & Co., Stuttgart

Produktinformationen

Titel: Filmgenres: Science Fiction
Untertitel: Reclams Universal-Bibliothek 18401
Editor:
EAN: 9783150184011
ISBN: 978-3-15-018401-1
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Reclam
Anzahl Seiten: 574
Gewicht: 240g
Größe: H148mm x B96mm x T25mm
Jahr: 2007
Land: DE

Weitere Produkte aus der Reihe "Reclams Universal-Bibliothek"