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Diskontinuierliche Erwerbsverläufe

Arbeitslosigkeit ist ein administrativ gut beobachtetes Phänomen. Die Bundesanstalt für Arbeit und die ihr nachgeordneten Stellen ... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 324 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Arbeitslosigkeit ist ein administrativ gut beobachtetes Phänomen. Die Bundesanstalt für Arbeit und die ihr nachgeordneten Stellen liefern ein Zahlenmaterial, das - auch wenn man über seine Qualität und Brauch barkeit streiten kann - für außeradministrative Analysen in mancher Hin sicht rahmensetzend ist. Nicht-administrative Projekte müssen daher andere Akzente setzen. Ihre Chancen liegen weniger in der aktuell-de skriptiven Bestandsaufnahme der Arbeitslosigkeit, sondern in ihrer lang fristig-explikativen Analyse. Denn "externe" Untersuchungen können auf keinen Fall aktueller oder flächendeckend repräsentativer sein als die Nürnberger Erhebungen. Wohl aber können sie theoriegeleitet arbeiten, vor diesem Hintergrund einzelfallbezogen differenziertere Daten erheben und Arbeitslosigkeit als soziologisches Phänomen zu begreifen ver suchen. Eben dies war auch der Ausgangspunkt des vorliegenden Projekts, das ursprünglich den Titel "Arbeitslosigkeit in der Dienstleistungsgesell schaft" trug. Schon diese Formulierung verweist auf ein theoretisches Interesse, nämlich auf die Frage, ob Arbeitslosigkeit in "postindustriellen Gesellschaften" eine neue Gestalt und Bedeutung erhält. Oder, wie es im Projektantrag hieß: Gibt es eine "Veränderung in der gesellschaftlichen Organisation von Arbeit und Nicht-Arbeit, die in der Entwicklungs dynamik der Produktionsstruktur angelegt ist und soziale wie kulturelle Umorientierungen nach sich zieht?" (Eder & Bonß 1985, 2). Zur Beantwortung dieser Frage haben wir in einem süddeutschen Arbeits amtsbezirk eine mehrstufige Regionalstudie mit quantitativen und qualitativen Teilen durchgeführt, deren erste Vorarbeiten bis in das Jahr 1985 zurückreichen. Von ihrem Design und Status her gesehen waren diese Studien grundsätzlich weniger hypothesentestend als hypo l thesengenerierend angelegt.

Klappentext

Arbeitslosigkeit ist ein administrativ gut beobachtetes Phänomen. Die Bundesanstalt für Arbeit und die ihr nachgeordneten Stellen liefern ein Zahlenmaterial, das - auch wenn man über seine Qualität und Brauch­ barkeit streiten kann - für außeradministrative Analysen in mancher Hin­ sicht rahmensetzend ist. Nicht-administrative Projekte müssen daher andere Akzente setzen. Ihre Chancen liegen weniger in der aktuell-de­ skriptiven Bestandsaufnahme der Arbeitslosigkeit, sondern in ihrer lang­ fristig-explikativen Analyse. Denn »externe« Untersuchungen können auf keinen Fall aktueller oder flächendeckend repräsentativer sein als die Nürnberger Erhebungen. Wohl aber können sie theoriegeleitet arbeiten, vor diesem Hintergrund einzelfallbezogen differenziertere Daten erheben und Arbeitslosigkeit als soziologisches Phänomen zu begreifen ver­ suchen. Eben dies war auch der Ausgangspunkt des vorliegenden Projekts, das ursprünglich den Titel "Arbeitslosigkeit in der Dienstleistungsgesell­ schaft" trug. Schon diese Formulierung verweist auf ein theoretisches Interesse, nämlich auf die Frage, ob Arbeitslosigkeit in »postindustriellen Gesellschaften« eine neue Gestalt und Bedeutung erhält. Oder, wie es im Projektantrag hieß: Gibt es eine "Veränderung in der gesellschaftlichen Organisation von Arbeit und Nicht-Arbeit, die in der Entwicklungs­ dynamik der Produktionsstruktur angelegt ist und soziale wie kulturelle Umorientierungen nach sich zieht?" (Eder & Bonß 1985, 2). Zur Beantwortung dieser Frage haben wir in einem süddeutschen Arbeits­ amtsbezirk eine mehrstufige Regionalstudie mit quantitativen und qualitativen Teilen durchgeführt, deren erste Vorarbeiten bis in das Jahr 1985 zurückreichen. Von ihrem Design und Status her gesehen waren diese Studien grundsätzlich weniger hypothesentestend als hypo­ l thesengenerierend angelegt.



Inhalt

I Theoretische und methodische Grundlagen.- 1 Arbeitslosigkeit als Gegenstand der Soziologie.- 2 Zur Kritik der Arbeitslosigkeitsforschung.- 3 Die Daten unserer Untersuchung.- 3.1 Vorüberlegungen.- 3.2 Grundgesamtheit.- 3.3 Datenerhebung.- 3.3.1 Datenerhebung aus den Arbeitsamtsunterlagen.- 3.3.2 Feldprotokolle und erwerbsbiographische Interviews als Datenquelle.- 3.4 Zur praktischen Vorgehensweise bei der Stichprobengewinnung.- II Analysen zu Struktur und Verlauf von Arbeitslosigkeit.- 1 Methodische Vorüberlegungen.- 1.1 Zur Analyse von Erwerbsverläufen.- 1.2 Arbeitsamtsunterlagen als Datenquelle und ihre Grenzen.- 2 Datenerhebung I: Beschäftigungschancen im Kontext von Erwerbsverlauf und Beruf.- 2.1 Zur beruflichen Zusammensetzung der Stichprobe.- 2.2 Zum Erwerbsverlauf vor der Index-Arbeitslosigkeit.- 3 Die Index-Arbeitslosigkeit und ihre Folgen: Beschäftigungschancen nach einem halben Jahr.- 3.1 Wer findet wann wieder Arbeit? - Bivariate Untersuchungen.- 3.2 Multivariate Analysen zur (Wieder-)Beschäftigung.- 4 Datenerhebung II: Die zeitliche Erweiterung der Analyse.- 4.1 Beschäftigungsaufnahme nach mehr als sechs Monaten.- 4.2 Austritt aus dem Arbeitsmarkt.- 4.3 Erneute Arbeitslosigkeit.- 4.4 Zwischenfazit zur quantitativen Auswertung.- 5 Der soziale Raum diskontinuierlicher Erwerbsverlaufsbahnen: Stabile und instabile Erwerbsverläufe.- 5.1 Diskontinuität in normalen Erwerbsverläufen.- 5.1.1 Diskontinuität und das Modell des männlichen Normalerwerbsverlaufs.- 5.1.2 Diskontinuität zu Beginn des Erwerbsverlaufs.- 5.2 Diskontinuität in normalisiert instabilen Erwerbsverläufen.- 5.2.1 Saisonbedingte normalisierte Diskontinuität.- 5.2.2 Normalisierte Diskontinuität bei weiblichen Erwerbspersonen im Dienstleistungsgewerbe.- 5.2.3 Normalisierte Diskontinuität in der verlängerten Adoleszenzphase.- 5.2.4 Institutionalisierte permanente Diskontinuität.- 5.3 Gebrochene Erwerbsverläufe.- 5.3.1 Einschneidende Diskontinuität und gebrochene Erwerbsverläufe bei weiblichen Erwerbspersonen.- 5.3.2 Einschneidende Diskontinuität und gebrochene Erwerbsverläufe bei männlichen Erwerbspersonen.- 5.4 Zusammenfassung.- III Zur biographischen Normalisierung diskontinuierlicher Erwerbsverläufe. Eine Analyse erwerbsbiographischer Deutungsmuster und Handlungsorientierungen.- 1 Aufbau und Struktur des qualitativen Datensatzes.- 1.1 Die Auswahl der Interviewkandidaten.- 1.2 Das Interview-Setting.- 1.2.1 Leitfadengestützte oder narrative Interviews? Zur vermeintlichen Produktion natürlicher Daten.- 1.2.2 Die Interviewsituation: In der »guten Stube«, im Betrieb und in der Verbandszentrale.- 1.3 Auswahl der Interviews zur Transkription und Feinanalyse.- 1.4 Auswahl der Einstiegsfälle.- 2 Fallrekonstruktionen zur Bedeutung von Arbeitslosigkeit in Erwerbsbiographien.- 2.1 "Aber daß se si drum kümmern um die Arbeitslosn" - oder: die enttäuschte Sozialstaatsillusion.- 2.1.1 "Und dann habn die für mi gsagt: »Ja, arbeitslos«".- 2.1.2 "Des kann bloß der Herrgott gmacht habn, daß du irgendwei a Arbeit kriegt hast etz".- 2.1.3 Herr Auweiher über die Arbeitsverwaltung: "Könnt s mi doch da drin alle kreizweis und -Buckl oba rutschn".- 2.1.4 "»Mei« hab i gsagt, »arbeitn moußt überall, aber der Schotter«".- Exkurs: "I bin am Band".- 2.1.5 Arbeitslosigkeit und Nicht-Arbeit.- 2.2 "I woaß halt net was" - keine erwerbsbiographische Handlungsorientierung.- 2.2.1 Ein mißlicher Einstieg: Verhandlungen zum Interaktionstyp Interview.- 2.2.2 "Haben Sie eigentlich viel, viele solcher solcher Patienten da schon?".- 2.2.3 Eine besondere Variante diskontinuierlicher Erwerbsbiographie.- 2.2.4 Frau Reiss strukturiert ihre Erwerbsbiographie: "I glaub i hol mein Ordner".- 2.2.5 Frau Arvic-Weber und Frau Reiss im Fallvergleich.- 2.3 "Und bin dann permanent in der Firma halt aufgestiegen" - die modellbezogene Marktorientierung.- 2.3.1 Das »Interview mit der Interviewerin« zur Klärung der Geschäftsgrundlage.- 2.3.2 Arbeitslosigkeit: als strukturelles und persönliches Ereignis "einfach zu erklärn".- 2.3.3 Arbeit in der Arbeitslosigkeit.- 2.3.4 Ausbildung und Arbeit: Das Modell einer gelungenen Erwerbsbiographie.- 2.3.5 Herr Konrad in geschäftiger Auseinandersetzung mit dem Modell.- 2.4 Fallstrukturhypothesen zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Erwerbsbiographie.- 2.4.1 Muster biographischer Konstruktionen und erwerbsbiographische Orientierung.- 2.4.2 Arbeitsbezogene Deutungsmuster: Besonderung und Normalisierung.- 2.4.3 Verwendung biographisch erworbenen Wissens.- 3 Vom Idealtypus zum Realtypus: Eine Typologie erwerbsbiographischer Orientierungs- und Handlungsmuster.- 3.1 Keine erwerbsbiographische Orientierung.- 3.1.1 Sozialstrukturelle Verankerung und periphere Milieulagerung.- 3.1.2 Allerweltsbiographien in kollektiven Wir-Zusammenhängen.- 3.1.3 Der Zwang zur Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit als ein überraschendes und irritierendes Ereignis.- 3.2 Projektbezogene Sozialstaatsorientierung.- 3.2.1 Sozialstrukturelle Verankerung und Handlungsbedingungen im Zentrum des Milieus.- 3.2.2 Besondere Erwerbsbiographien im Spannungsverhältnis zwischen Wir- und Ich-Zusammenhängen.- 3.2.3 Arbeit als gesellschaftliche Notwendigkeit und angestrengte Normalisierung der Diskontinuität.- 3.3 Modellbezogene Markt- und Familienorientierung.- 3.3.1 Sozialstrukturelle Verankerung und die prekäre Lage an der Peripherie des Milieus.- 3.3.2 Die verwissenschaftlichte erwerbsbiographische Konstruktion.- 3.3.3 Arbeit als selbstverständliche Normalität und ambivalentes Diskontinuitätsmanagement.- IV Statt einer Zusammenfassung: Zum soziologischen, aber auch politischen und kulturellen Gehalt der Untersuchung.- 1 Industrielle Arbeitslosigkeit als Leitbild der »traditionellen Moderne«.- 2 Postindustrielle Arbeitslosigkeit und ihre Normalisierung im Erwerbsverlaufsregime.- 3 Die Allgegenwart postindustrieller Arbeitslosigkeit.

Produktinformationen

Titel: Diskontinuierliche Erwerbsverläufe
Untertitel: Analysen zur postindustriellen Arbeitslosigkeit
Schöpfer: Mutz, Gerd
EAN: 9783322973023
ISBN: 978-3-322-97302-3
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Genre: Sozialwissenschaften allgemein
Anzahl Seiten: 324
Gewicht: 419g
Größe: H210mm x B148mm x T17mm
Jahr: 2012
Auflage: Softcover reprint of the original 1st ed. 1995

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