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Nationalsozialismus im Unterricht der Sekundarstufe I

  • Kartonierter Einband
  • 40 Seiten
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Beschreibung

Den Ausgangspunkt dieser Arbeit bilden Überlegungen über Erfahrungen aus einer Unterrichtsreihe - Gewalt im 20. Jahrhundert am Beispiel des Ersten und Zweiten Weltkrieges, die in einer 9. Klasse einer Gesamtschule durchgeführt wurde. Die Frage, wie auf dem Hintergrund der veränderten Erinnerung an den Nationalsozialismus mit dem demographischen Wandel (Generationenfolge und Einwanderung) im historisch-politischen Unterricht in der Schule über Nationalsozialismus umzugehen ist, bildet das Thema dieser Arbeit. Im vorliegenden Werk wird die Fragestellung auf drei Ebenen thematisiert: 1. Aus welcher bildungstheoretischen Perspektive soll der Nationalsozialismus vermittelt werden? Was bedeutet dies für die methodisch-didaktische Umsetzung im Unterricht? 2. Wie soll der Nationalsozialismus pädagogisch bearbeitet werden? Was sollen die Schüler aus der Geschichte lernen? Was sind die moralischen Lernziele? 3. Welche fachlichen Anforderungen verlangt dies von den Lehrenden?

Autorentext
Prof. Dr.-Ing. Dieter Nelles wurde 1939 in Frankfurt a. M. geboren. 1962 erwarb er dort das Fachhochschuldiplom. Nach einer kurzen Tätigkeit bei AEG begann er mit seinem Studium an der Technischen Hochschule in Darmstadt, das er 1966 abschloss. Anschließend promovierte er 1972 in Berlin auf dem Gebiet der Stabilität elektrischer Versorgungsnetze. 1966 begann er bei AEG als Entwicklungsingenieur und wurde 1972 Leiter der Technisch-Wissenschaftlichen Abteilung. Von dort kam er 1982 an die Universität Kaiserslautern und baute den Lehrstuhl "Elektrische Energieversorgung - Kraftwerkstechnik und Energieübertragung" auf. Zusammen mit Dr.-Ing. H. Opperskalski veröffentlichte er das Buch Digitaler Distanzschutz, Deutscher Universitäts-Verlag, und gemeinsam mit Dr.-Ing. habil. C. Tuttas das Buch Elektrische Energietechnik, B. G. Teubner. Am Lexikon Energietechnik (Herausgeber H. Schäfer) des VDI-Verlags, jetzt bei Springer, hat sich Prof. Nelles mit dem Teil Starkstromanlagen und Hochspannungstechnik beteiligt.

Klappentext

Den Ausgangspunkt dieser Arbeit bilden Überlegungen über Erfahrungen aus einer Unterrichtsreihe - Gewalt im 20. Jahrhundert am Beispiel des Ersten und Zweiten Weltkrieges, die in einer 9. Klasse einer Gesamtschule durchgeführt wurde. Die Frage, wie auf dem Hintergrund der veränderten Erinnerung an den Nationalsozialismus mit dem demographischen Wandel (Generationenfolge und Einwanderung) im historisch-politischen Unterricht in der Schule über Nationalsozialismus umzugehen ist, bildet das Thema dieser Arbeit. Im vorliegenden Werk wird die Fragestellung auf drei Ebenen thematisiert: 1. Aus welcher bildungstheoretischen Perspektive soll der Nationalsozialismus vermittelt werden? Was bedeutet dies für die methodisch-didaktische Umsetzung im Unterricht? 2. Wie soll der Nationalsozialismus pädagogisch bearbeitet werden? Was sollen die Schüler aus der Geschichte lernen? Was sind die moralischen Lernziele? 3. Welche fachlichen Anforderungen verlangt dies von den Lehrenden?



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 3.1.3, Nationalsozialismus im Unterricht: Eine Frankfurter Forschergruppe hat den Geschichtsunterricht über das Thema Nationalsozialismus und Holocaust in zwei Klassen der gymnasialen Oberstufe erstmals empirisch untersucht (vgl. Hollstein u.a. 2002; Meseth u.a. 2004b). Der Forschergruppe ging es dabei nicht um die Qualität einzelner Unterrichtsstunden, sondern um die Frage, nach der spezifischen Leistungsfähigkeit des Unterrichts für die Behandlung eines Themas, das den besonderen Anspruch hat neben dem Lernen historischer Faktoren auch moralische Haltungen zu vermitteln. Aus systemtheoretischer Perspektive betrachten die Autoren Unterricht als eine Form pädagogischer Kommunikation , in dem eine besondere Interaktionsdynamik entsteht, die durch Anwesenheitspflicht, Leistungsbewertung und Selektion sowie durch ein asymmetrisches Rollenverhältnis zwischen Lehrern und Schülern erzeugt wird. Die Autoren formulieren die Hypothese, dass Lehrer und Schüler gleichermaßen Interesse daran haben, die Form Unterricht aufrechtzuerhalten. Nur in einer der von ihnen analysierten Stunden sei die übliche Grundform unterrichtlicher Kommunikation aufgehoben worden, d.h. Lehrer und Schüler diskutierten ein offenes Problem. Die Schüler reagierten bezogen auf das Thema Nationalsozialismus in reflexiver Weise, d.h. ihr Wissen um die hohe moralische Bedeutsamkeit des Themas schränke sie ein, sich zu den Inhalten als auch zu den Erziehungsabsichten ablehnend zu verhalten. Das reflexive Wissen über die Form Unterricht und die Besonderheit des Themas ermögliche es den Beteiligten in der Regel, die Unterrichtskommunikation der Form nach aufrechtzuerhalten . Widerständigkeit der Schüler, die sich als Überdruss am Thema oder provokativen Umgang mit Inhalten zeige, werde in den Bereich der inoffiziellen Kommunikation abgedrängt die neben und nach dem Unterricht ablaufe (Meseth u.a. 2004b: 138). Die thematische Reflexivität der Schüler resultiere nicht aus detailliertem Faktenwissen oder moralisch gefestigten Haltungen zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust sondern aus einer Sensibilität für die gesellschaftliche Bedeutung des Themas, das auf einem durch mitlaufende Sozialisation erzeugten impliziten Metawissen beruhe und nicht auf durch Unterricht und Erziehung vermittelten expliziten Wissen (ebd.: 139). Die Unterrichtsbeobachtung zeige, so die Autoren, dass die Beteiligten zwischen einer Hauptbühne , auf die die gesellschaftlich zulässigen Formen der Thematisierung und einer Nebenbühne , zu der die Zwischenrufe und Metakommunikationen gehören, unterscheiden. Auf dieser Basis formulieren sie die Hypothese, dass der Unterricht über den Nationalsozialismus und Holocaust nur stattfinden kann, wenn der institutionalisierte Konsens über den Gegenstand bereits vorgängig von allen Beteiligten weitestgehend beachtet wird. Dies bedeutet, dass eine moralische Verurteilung des Nationalsozialismus, die als zentrales Lernziel formuliert wird, für ein Gelingen des Unterrichts bei den Schülern bereits vorhanden sein muss. Die Kommunikation im Unterricht ermögliche es den Schülern, Informationen über und Bewertungen des NS-Staates kennen zu lernen. Dies erhöhe die Optionen für Dispositionsänderungen . Ob aber Erziehung im eigentlichen Sinne des Wortes stattgefunden hat, d.h. ob die Schüler Bewertungen übernommen und potentiell auf ihr Verhalten anwenden, oder ob sie mit dem erworbenen Wissen nur situativ, taktisch und opportunistisch umgehen , könne die pädagogische Kommunikation nicht kontrollieren (ebd.: 141). Die Grenzen des moralischen erziehenden Unterrichts sind nach Meinung der Autoren eng gezogen. Sie plädieren dafür, überhöhte Erziehungsansprüche zurückzunehmen. Erziehender Unterricht zum Holocaust könne kein Ersatz für Geschichtspolitik sein, sondern nur Resonanzkörper für das, was in Gesellschaft und Politik geschehe. Es wäre schon viel erreicht, wenn Schule und Unterricht r

Produktinformationen

Titel: Nationalsozialismus im Unterricht der Sekundarstufe I
Autor:
EAN: 9783956843310
ISBN: 978-3-95684-331-0
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Bachelor + Master Publishing
Genre: Englische Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 40
Gewicht: 84g
Größe: H221mm x B154mm x T7mm
Jahr: 2014
Auflage: Erstauflage