Willkommen, schön sind Sie da!
Logo Ex Libris

Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland

  • Kartonierter Einband
  • 222 Seiten
(0) Erste Bewertung abgeben
Bewertungen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)
Alle Bewertungen ansehen
(1) LovelyBooks.de Bewertung
LovelyBooks.de Bewertung
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)
powered by 
Leseprobe
Die elf Autoren eint der Standpunkt, dass Bildung maßgeblich über Lebenschancen entscheidet und die Überzeugung, dass Bildungsgere... Weiterlesen
20%
36.90 CHF 29.50
Auslieferung erfolgt in der Regel innert 4 bis 5 Werktagen.

Beschreibung

Die elf Autoren eint der Standpunkt, dass Bildung maßgeblich über Lebenschancen entscheidet und die Überzeugung, dass Bildungsgerechtigkeit herzustellen ist. Mit ihrer Forschung verfolgen sie das Ziel, das Menschenrecht auf Bildung systematisch zu begründen und Maßstäbe für eine politische Umsetzung in einer Bildungssozialpolitik zu formulieren. Der Autor Marianne Heimbach-Steins ist Professorin für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der Universität Bamberg. Axel Bernd Kunze arbeitet dort als wissenschaftlicher Angestellter. Gerhard Kruip ist Professor für Christliche Anthropologie.

Der gerechte Zugang zu Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts, das hat die Diskussion um die PISA-Studien gezeigt. Neu an der gegenwärtigen Debatte ist, dass Bildung auch in Deutschland zunehmend als ein Menschenrechtsthema diskutiert wird. Dazu hat auch der Deutschlandbesuch des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Bildung im Jahr 2006 beigetragen. Der Band stellt erste Ergebnisse aus dem DFG-Projekt "Das Menschenrecht auf Bildung" vor. Die Beiträge fragen, wie das Recht auf Bildung derzeit in Deutschland verwirklicht ist und wo Verbesserungen notwendig sind. Ein Schwerpunkt liegt auf den besonderen Problemen der Bildungsgerechtigkeit von Kindern mit Armuts- oder Migrationshintergrund. Die Autoren reflektieren die Beobachtungen aus christlich-sozialethischer und rechtsphilosophischer Sicht, zugleich zeigen sie Perspektiven für die weitere sozialethische Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung auf.

Autorentext

Marianne Heimbach-Steins ist Professorin für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der Universität Bamberg. Axel Bernd Kunze arbeitet dort als wissenschaftlicher Angestellter. Gerhard Kruip ist Professor für Christliche Anthropolog



Leseprobe
Unverzichtbar für die Subjektwerdung des Menschen (S. 177-178) Gehalt und Grenzen des Menschenrechts auf Bildung Axel Bernd Kunze "Die Antwort auf unsere behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit ist Bildung - nicht Wissenschaft, nicht Information, nicht die Kommunikationsgesellschaft, nicht moralische Aufrüstung, nicht der Ordnungsstaat." - so beginnt von Hentig (1999, S. 9) sein leidenschaftliches Plädoyer für einen Gegenstand, der einige Zeit nach Erscheinen seines Essays in der politischen und gesellschaftlichen Debatte tatsächlich zum sogenannten - wie man manchmal hört - "Megathema" geworden ist. Wenn man die Bildungsdebatte verfolgt, kann man jedoch den Eindruck gewinnen, die Orientierungslosigkeit finge damit erst recht an. Mitunter ist zu hören, Bildung sei im Grunde ein "Containerwort", in das jeder alles hineinpacken kann, was er später gern darin finden möchte. Wer vom Recht auf Bildung spricht, kann ein gemeinsames Verständnis von Bildung jedenfalls nicht unbedingt voraussetzen. Ein Grund für die Verständigungsschwierigkeiten bei diesem Thema ist die Spannung zwischen dem normativen Anspruch von Bildung auf der einen und der Tatsache, dass Bildung sich immer nur in ganz konkreten Bildungsvollzügen verwirklicht, auf der anderen Seite. Der vorliegende Beitrag möchte daher zunächst deutlich machen, warum Bildung - in einem normativen Verständnis - für den Menschen als selbstbestimmt und verantwortlich Handelnden unverzichtbar ist [1]. Der Gedankengang ist für die spätere Begründung der menschenrechtlichen Qualität von Bildung nicht unwichtig. Bildung betrifft den Menschen als sittliches Subjekt. Für die Frage, welche Rolle das Recht auf Bildung spielt, ist daher das Verständnis der Menschenrechte zwischen Recht und Moral zu klären [2]. Der Gehalt des Rechts auf Bildung als entscheidendes Instrument für die Gewährleistung von Bildung soll in zwei Schritten entfaltet werden: zunächst ausgehend vom Gedanken, dass das Recht auf Bildung für die Verwirklichung der anderen Menschenrechte von zentraler Bedeutung ist [3]. Dies zeigt sich nicht zuletzt an einer Beziehung sehr deutlich: Die Menschenrechte sind zugleich relevante Bildungsinhalte - ein Aspekt, der unter dem Stichwort Menschenrechtsbildung vertieft werden soll [4]. Mit der Frage nach dem Gehalt des Rechts auf Bildung ist unweigerlich aber auch die Frage nach dessen Grenzen aufgeworfen, auf die abschließend eingegangen werden soll [5]. 1 Bildung als moderner Integrationsbegriff Von Bildung zu sprechen, führt in den Kernbereich pädagogischen Denkens und Handelns. Der Mensch ist weder vollständig durch Natur festgelegt noch allein durch Sozialisation bestimmbar, auch wenn er beidem nicht entfliehen kann. Er ist vielmehr entwicklungsfähig und weltoffen. Die dialektische Existenz des Menschen zwischen Unspezialisiertheit und Weltoffenheit ermöglicht ihm selbstverantwortliches Handeln, das über zweckorientiertes, instinktgebundenes oder fremdgesteuertes Verhalten hinausgeht: ein Handeln, das vernunftorientiert, sinngebunden und vom Willen und Entschluss des Subjekts abhängig ist. Ein solches Handeln muss aber erlernt und ausgestaltet werden (vgl. Fahrenbach 2003, S. 348 - 352). Die Bildsamkeit des Menschen ist für Pädagogik schlechthin konstitutiv, erst durch sie ist pädagogisches Handeln möglich. Wobei damit zugleich auch die Grenze für Bildungsvorgänge deutlich wird: Weil der Mensch gleichzeitig sowohl ein Vernunft- als auch ein Natur- und Sozialwesen ist, sind die natürlichen und sozialen Kontingenzen, denen er unterworfen ist, niemals vollständig durch sein Vernunftstreben aufzuheben. Es bleibt immer eine durch Handeln zu bewältigende Differenz zwischen Vernunftidealität und Lebensrationalität. Zugleich ist pädagogisches Handeln dann aber auch nötig. Bewusstes Handeln ist an die planende, urteilende und wertende Vernunft

Inhalt
Marianne Heimbach-Steins: Hintergründe und Kontexte der aktuellen Diskussion um das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland Katja Neuhoff: Grundlegung und Kriterien des Menschenrechts auf Bildung Vernor Munoz: Das Recht auf Bildung in Deutschland Mona Motakef: Das Menschenrecht auf Bildung und der Schutz vor Diskriminierung Werner Schönig: Bildungssegregation - Gibt es das? Hans Hesselmann: Bildungschancen und -probleme für Migranten und Migrantinnen in Nürnberg Ute Koch: Konfliktfelder bei der Gewährung des Rechts auf Bildung für Kinder ohne Aufenthaltsrecht und Duldung Axel Bernd Kunze: Unverzichtbar für die Subjektwerdung des Menschen Heiner Bielefeldt: Historische und positiv-rechtliche Aspekte des Menschenrechts auf Bildung Katja Neuhoff / Gerhard Kruip: Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland.

Produktinformationen

Titel: Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland
Untertitel: Diagnosen - Reflexionen - Perspektiven
Editor:
EAN: 9783763935420
ISBN: 978-3-7639-3542-0
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: wbv Media GmbH
Genre: Sonstiges
Anzahl Seiten: 222
Gewicht: 483g
Größe: H242mm x B170mm x T17mm
Veröffentlichung: 01.10.2007
Jahr: 2007