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Lernen fremder Sprachen: Lernstile und Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht

  • Kartonierter Einband
  • 124 Seiten
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Beschreibung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat das Wissenschaftsgebiet der Lernpsychologie zahlreiche Faktoren ausgemacht, die die mitunter stark variierenden Resultate menschlichen Lernens beeinflussen. Im Zuge dessen hat sich eine Forschungsrichtung entwickelt, die sich der Charakteristik unterschiedlicher Lernzugänge widmet, d. h. dem Wie des Lernens. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen hier verschiedene Modalitäten der Aneignung, Strukturierung und des Abrufs neuer Informationen, deren je spezifische Ausprägungen unter dem Begriff des individuellen Lernstils subsumiert werden. Insbesondere im Bereich der Pädagogik und der mit ihr verkoppelten Fachdidaktiken hat sich ein breiter Diskurs entfaltet, dessen inhaltlicher Schwerpunkt auf der Besprechung lehrpraktischer Auswirkungen liegt. Auch im spezifischen Kontext der Fremdsprachenforschung Hinweise darauf, dass es bezüglich des Lernens fremder Sprachen durchgängig erkennbare Muster i. S. möglicherweise wirksamer Sprachlern- und Sprachproduktionsstile gibt. Nicht eindeutig geklärt ist hingegen das Verhältnis dieser charakteristischen Phänomene zu allgemeineren Lernpräferenzen eines Lerners/einer Lernerin, ein Umstand, der den Kern des Interesses der vorliegenden Arbeit berührt. Diese beschäftigt sich zunächst mit der Frage, welche Stildimensionen, d. h. stilprägend funktionale Merkmale, für die Aufnahme- und Verarbeitungsprozesse fremdsprachlicher Informationen verantwortlich sind. In einem weiteren Schritt sollen die unterrichtspraktischen Konsequenzen geklärt werden.

Leseprobe
Textprobe: Kapitel 3.2.2 Lernstile beruhen auf den kognitiven Strukturen eines Individuums: Stilkonzepte dieser Gruppe rücken die eingangs besprochene kognitive Komponente menschlicher Lernprozesse in den Mittelpunkt. Dabei werden diese übersituativ wirksamen Denkstrukturen als tief in der Persönlichkeit verwurzelt betrachtet, was die Position dieser Konzeptfamilie innerhalb des auf die konjizierte Stabilität der betrachteten Variablen bezogenen Kontinuums begründet. Konstrukte dieses Interessenbereichs stehen häufig im Verdacht, nicht kognitive (Lern-) Stile, sondern Fähigkeiten zu erfassen, was nicht zuletzt mit den gewählten Instrumentarien zusammen hängt. Folgendes Zitat von Guilford (1980:716) greift noch einmal das wesentliche Unterscheidungskriterium zwischen Stil und Fähigkeit auf, bevor das für die lernstilbezogene Fremdsprachenforschung durchaus bedeutsame Konzept von Witkin näher vorgestellt wird:"Abilities are unipolar traits while styles are bipolar. Abilities are narrower in scope. Abilities are measured in terms of level of performance, where styles are measured by degree of some manner of performance."Kapitel 3.2.2.1 Witkin: Das von Herman Witkin entwickelte Stilkonstrukt der Feldabhängigkeit/-unabhängigkeit (field-dependency/-independency, i. F. FU/A) unterscheidet sich von anderen hier besprochenen Lernstilkonzepten in vielerlei Hinsicht: Zunächst ist es - wie in Abschnitt 2.1 bereits angedeutet - bezüglich seines ursprünglichen Interesses nicht in der Lernstil-, sondern in der Kognitionsforschung verwurzelt. Es ist somit Repräsentant der eingangs skizzierten Erforschung kognitiver Stile und gewann hinsichtlich des konkreten Bezugs auf Lernprozesse erst im Rahmen seiner Adaption für verschiedene Bildungsbereiche an Bedeutung. Potenzielle Implikationen der FU/A für das Lernen wurden zudem von Witkin, Moore, Goodenough und Cox (1977) thematisiert, rund 30 Jahre nach Beginn der Forschungsarbeit. Der vergleichsweise frühe Ursprung dieser Stildimension Ende der vierziger Jahre stellt somit eine weitere Besonderheit dar. Darüber hinaus basiert die Operationalisierung mittels des Group-Embedded-Figures Test (GEFT) nicht auf selbstevaluativen Fragebögen, wie es bezüglich der meisten anderen Konzepte der Fall ist, sondern testet die Fähigkeit, schlichte geometrische Formen innerhalb unübersichtlicherer Muster zu erkennen . Diese Tatsache beschert dem Konzept bis heute die Kritik, es beschränke sich auf die Messung kognitiver Fähigkeiten und leiste somit keinen Beitrag zur Stilforschung. Während manche Forscher/innen dies zum Anlass nehmen, die FU/A als stilprägendes Kriterium gänzlich abzulehnen, versuchen andere, den mit dem GEFT verbundenen Schwächen mit Alernativinstrumentarien beizukommen. So auch Vertreter der Fremdsprachenforschung, für welche die FU/A mitunter wertvolle konzeptuelle Ideen bereithält. Im Wesentlichen beschreibt die FU/A die Neigung eines Individuums, sich bei der Wahrnehmung von äußeren Faktoren beeinflussen zu lassen. Bezogen auf die Stilforschung wird sie mit einer generellen Vorliebe für das Lernen in Isolation (FUA) einerseits, bzw. in einer Gemeinschaft (FA) andererseits in Verbindung gebracht. Feldunabhängige Lerner/innen werden als intrinsisch motiviert, selbstgesteuert und strukturiert charakterisiert. Zudem seien sie dazu in der Lage, sich bewusst für eine passende Lernstrategie zu entscheiden. Demgegenüber seien feldabhängige Lernertypen extrinsisch motiviert und bevorzugten klare Anweisungen der Lehrkraft. Sie hätten weiterhin das Bedürfnis, sich mit anderen Lerner/innen auszutauschen (vgl. Cassidy 2004:425f) [...]. Für die Betrachtung des FU/A-Konstrukts im Zusammenhang mit dem Fremdsprachenlernen sollte an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der Beschäftigung mit dieser Dimension nicht um eine reine Einordnung von Lerner/innen als feldabhängig bzw. -unabhängig handelt, sondern abermals verschiede

Produktinformationen

Titel: Lernen fremder Sprachen: Lernstile und Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht
Autor:
EAN: 9783959345231
ISBN: 978-3-95934-523-1
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag
Genre: Soziologie
Anzahl Seiten: 124
Gewicht: 211g
Größe: H221mm x B154mm x T10mm
Jahr: 2015
Auflage: Erstauflage