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Goethes verkannte Musikalität: Der Dichterfürst und die Musik

  • Kartonierter Einband
  • 48 Seiten
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War Goethe musikalisch? Kein anderer Dichter wurde so oft vertont wie er; Goethe selbst bewertet sein Musikverständnis eher besche... Weiterlesen
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Beschreibung

War Goethe musikalisch? Kein anderer Dichter wurde so oft vertont wie er; Goethe selbst bewertet sein Musikverständnis eher bescheiden. Tatsächlich setzt sich der große Dichter zeitlebens intensiv mit Musik, sowohl wissenschaftlich als auch persönlich, auseinander. Er forscht dazu nicht nur selbst, sondern pflegt regen Kontakt zu Persönlichkeiten, die er als Kenner der Materie schätzt, allen voran Carl Friedrich Zelter. Goethes Schriften zur Tonlehre und Molldebatte sowie die Briefwechsel gehören für ihn zu einem Lernprozess, dem er sich angesichts der Größe und Würde der Musik stets unterlegen fühlt. Die Musik als Künste aller Künste beinhaltet für Goethe unterhaltsamen, bildenden und tröstenden Wert. Die Grenzen seiner Vorlieben steckt er dabei klar: Musik soll form-schön und bedeutungsvoll, sinnlich-schön und geistvoll sein. Überschaubare Strukturen wie die des Volkslieds haben es ihm angetan, die neue Musik wie die Schuberts behagt ihm allerdings nicht. Ein Überblick über Goethes Verhältnis zur Musik und den Musikern seiner Zeit beleuchtet in Kürze, wie musikalisch der Dichterfürst wirklich war.

Autorentext

Barbara Mühlenhoff, M.A, wurde 1980 in Kalkar am Niederrhein geboren. Ihr Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Pädagogik an der Ruhr-Universität Bochum schloss sie im Jahre 2005 mit dem akademischen Grad der Magistra Artium erfolgreich ab. Bereits während des Studiums beschäftigte sie sich intensiv mit dem Verhältnis Johann Wolfgang von Goethes zur Musik. Zu ihrem Spezialgebiet gehört zudem die Chronik der niederrheinischen Klavierbauerfamilie Wilhelm Neuhaus. Die Autorin arbeitet organisatorisch und begleitend für das Klassik-Open-Air-Festival 'Klevischer Klaviersommer', als Musikrezensentin des lokalen Feuilletons der Rheinischen Post und sie ist als freie Texterin in verschiedensten Bereichen tätig.



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 3.8, Sonstige: Im Folgenden werden kurz die Musiker vorgestellt, die randläufig einen Einfluss auf Goethe ausübten: Johann André (1741 1799) Den Offenbacher Seidenwarenfabrikanten Johann André trifft Goethe im Schönemannschen Kreis in Frankfurt 1775. Andrés Singspielkomposition Der Töpfer (1773) nach einem eigenen Libretto regt Goethe im November 1773 zur Arbeit an Erwin und Elmire an, seinem ersten Singspieltext. Die Komposition der Arien dieses Stückes übernimmt André. 1778 vertont er als zweiten Singspieltext Goethes Claudine von Villa Bella . Ist die Zusammenarbeit Goethes mit André nur von kurzer Dauer, trifft dennoch dessen erklärtes Bestreben, den Typ des Hillerschen Singspiels, wie Goethe es in Leipzig kennenlernte, dadurch weiterzuentwickeln, dass sich ein kräftig humoristischer Ton mit einer geistvollen Handlungsführung verbindet, Goethes gleichartige Ab-sichten. Philipp Christoph Kayser (1755 1824) Kayser, wie Goethe in Frankfurt am Main geboren und mit ihm frühzeitig bekannt, hält Goethes Erwartungen nicht lange stand. Hatte er 1775, kurz vor seiner Abreise nach Zürich, wo er als Klavierlehrer arbeiten sollte, noch eine von Goethe geschätzte Melodie aus Grétrys Oper La Magnifique den Versen Ihr verblühet, süße Rosen aus Erwin und Elmire angepasst, scheitert er an Goethes Forderung, er möge die Singspiele Jery und Bätely sowie Die ungleichen Hausgenossen und Scherz, List und Rache vertonen. Für letzteres gibt Goethe genaue Anweisungen; trotzdem kommt die Komposition nur langsam voran, und noch 1828 blickt der Dichter enttäuscht auf die Stimmenmagerkeit , die ohne Chor nicht weiter als zum Terzett stieg zurück, und man hätte zuletzt die Theriaksbüchsen des Doktors gern beleben mögen, um einen Chor zu gewinnen. Alles unser Bemühen daher, uns im Einfachen und Beschränkten abzu-schließen, ging verloren, als Mozart auftrat. Bedeutsam für Goethe ist Kayser in Rom, wo der ihm vor den Besuchen der Auffüh-rungen in den alten Kirchen die Musik der Motetten von Morales und Palestrina und die Kompositionen von Allegri und Benedetto Marcello am Klavier erschließt. Goethes Hochschätzung der Musica Sacra und der Vokalmusik mag hier unter anderem ihre Wurzeln haben; zumindest zählen sie zu seinen wichtigen musikgeschichtlichen Erfahrungen. Nach der Italienreise entfremdet sich Goethe immer von Kayser, bis der Kontakt schließlich abbricht. Anna Amalia Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1739 1807) Der gesellige Kreis um die Herzogin-Mutter am Hofe in Weimar kommt auf die Idee eines Liebhabertheaters , an deren Verwirklichung Goethe regen Anteil nimmt. Zu seinem Singspiel Erwin und Elmire komponiert Anna Amalia eine Bühnenmusik, die lange Zeit bei Aufführungen in Weimar gespielt wird. Goethe schätzte wohl die tatkräftige Frau, die sich zwar von den Berufsmusikern am Weimarer Hof beraten ließ, in deren Nachlass sich jedoch eine Fülle an eigenen Kompositionen für Kammerorchester finden lassen, in denen man eine beachtliche Fülle von musikalischen Einfällen erkennen kann, von denen Goethe in der Vertonung seines Singspiel profitierte. Corona Schröter Schon als Student in Leipzig lernt Goethe Corona Schröter in den von Johann Adam Hiller geleiteten großen Konzerten kennen. Später (1776) lädt er sie an den Weimarer Hof ein, worauf hin der Herzog Carl August und Goethe gleichermaßen um die Gunst der schönen Frau werben. Dieses verdeckte Spiel der Herzen gibt den Auf-führungen der Weimarer Liebhaberbühne manchen galanten Nebensinn : Goethe versteckt seine Huldigung in den Rollen, die er bewusst für Corona gestaltet. So singt sie in Lila die Fee Sonna (1777), im Triumph der Empfindsamkeit die Fee Mandane (1778), in Jery und Bätely übernimmt sie die Hauptrolle der Bätely (1780) und in Die Fischerin hört man erstmals die Ballade Der Erlkönig in einer von ihr selbst verfassten Vertonung (1782). Vor allem aber steht sie als erste Iphigenie gemeinsam mi

Produktinformationen

Titel: Goethes verkannte Musikalität: Der Dichterfürst und die Musik
Autor:
EAN: 9783958201170
ISBN: 978-3-95820-117-0
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Bachelor + Master Publishing
Genre: Musik
Anzahl Seiten: 48
Gewicht: 95g
Größe: H221mm x B156mm x T7mm
Jahr: 2014
Auflage: Erstauflage