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Grüsse von Herrn Joseph
Arnold Blass

"Decken Sie endlich ein Tuch über das Gesicht!" befahl der Kommissar. Er wandte seinen Blick von der bereits erstarrten Leiche ab ... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 196 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

"Decken Sie endlich ein Tuch über das Gesicht!" befahl der Kommissar. Er wandte seinen Blick von der bereits erstarrten Leiche ab und suchte in seinen Taschen herum, bis er sein Feuerzeug in der Hand hielt. Kurz darauf hing eine Zigarette in seinem Mundwinkel, und er fuhr erklärend fort: "Ich kann die entsetzten Augen des Mädchens nicht länger ertragen." "Sie muß furchtbar gelitten haben", bemerkte der Fahrer des Leichenwagens und schob dabei die Trage unter den Rücken des toten Mädchens. "Das arme Ding ist doch ein halbes Kind gewesen", murmelte er, während der Arzt und die anderen Helfer schweigend ihre Arbeit verrichteten. Alles andere als ein angenehmer Fall für Kommissar Friedrich. Der Mörder - er nennt sich "Herr Joseph" - spielt ein Spiel mit ihm. Solange Friedrich nicht gewinnt, verlieren junge Frauen auf grausame Weise ihr Leben. Hier erwartet Sie ein spannender Kriminalroman, den Sie so schnell nicht mehr zur Seite legen werden.

Klappentext

"Decken Sie endlich ein Tuch über das Gesicht!" befahl der Kommissar. Er wandte seinen Blick von der bereits erstarrten Leiche ab und suchte in seinen Taschen herum, bis er sein Feuerzeug in der Hand hielt. Kurz darauf hing eine Zigarette in seinem Mundwinkel, und er fuhr erklärend fort: "Ich kann die entsetzten Augen des Mädchens nicht länger ertragen." "Sie muß furchtbar gelitten haben", bemerkte der Fahrer des Leichenwagens und schob dabei die Trage unter den Rücken des toten Mädchens. "Das arme Ding ist doch ein halbes Kind gewesen", murmelte er, während der Arzt und die anderen Helfer schweigend ihre Arbeit verrichteten. [...] Alles andere als ein angenehmer Fall für Kommissar Friedrich. Der Mörder - er nennt sich 'Herr Joseph' - spielt ein Spiel mit ihm. Solange Friedrich nicht gewinnt, verlieren junge Frauen auf grausame Weise ihr Leben. Hier erwartet Sie ein spannender Kriminalroman, den Sie so schnell nicht mehr zur Seite legen werden.



Leseprobe
Kapitel 2
"Während der Vernehmung hätte Norbert Haßler gern seinen Schmerz herausgeschrien. Jede Frage, ja sogar jedes Wort, hatte ihm körperlich wehgetan. Aber Beherrschung war für ihn seit einigen Jahren alles. Denn - wie oft er auch den verschiedensten Ärzten vorgeführt worden war - herausgekommen ist für ihn außer quälender Torturen rein gar nichts.
Die Fachleute und Spezialisten betasteten mit ernsten Gesichtern die V-förmige Narbe auf seinem Hinterkopf, schlossen ihn an verschiedene Geräte an, redeten unverständliche Sätze und gaben ihm Spritzen. Richtig geholfen hat ihm jedoch niemand.
Ein Schlüsselbund rasselte. Die Zellentür wurde aufgeschlossen.
"Norbert Haßler, zweiundzwanzig Jahre alt, einssechsundsiebzig Zentimeter groß", leierte der Justizbeamte runter, wobei er eine gelbe Karteikarte an seine Augen führte.
"Ja! Achtundsechzig Kilo Lebendgewicht, katholisch, ledig, keine Kinder ... "
"Werd bloß nicht frech", grollte der Wachtmeister. "Sonst behalte i ch dich weiter hier."
Haßler raffte gleichmütig seine Sachen zusammen. "Mir auch egal. Bin es ja gewohnt. War schon öfter euer Gast."
Der Beamte gab ihm einen freundschaftlichen Klaps auf den Rücken. "Wir haben für dich immer ein Plätzchen frei", sagte er beinahe liebevoll.
Wieder in Freiheit stelzte Haßler durchs Menschengewühl und pfiff fröhlich vor sich hin.
Im Osthafen-Viertel hüpfte er übermütig die Stufen einer Gleisüberführung empor. Hier befand sich sein Lieblingsplatz. Stundenlang konnte er hinuntersehen, wie die Güterzüge ihre Ladungen transportierten, und wie das emsige Treiben der Hafen- und Bahnarbeiter ineinanderfloß.
Der Main schob träge Wellen rastlos gegen das Ufer.
Kohlenpötte und Schleppkähne tuckerten. Ihre dreckigen Rümpfe spiegelten sich in der schmuddeligen Brühe des Flusses.
Haßler beugte seinen Oberkörper weit über die Brüstung des stählernen Geländers und starrte mit brennenden Augen zum Anlegeplatz. "Dort, im dürren Schilf hat er sie gefunden", murmelte er.
Dunkle Gewitterwolken jagten über den Himmel. Der aufkommende Sturm fegte Laub und Unrat über die Brücke. Norbert Haßler zog den Kopf zwischen die Schultern und vergrub seine Hände in den Hosentaschen.
Hinter ihm näherten sich Schritte. Sie schlurften immer schneller werdend heran. Eine eiskalte Hand berührte Haßler am Nacken, und der brüllte erschrocken: "Nein! Nein!"
"Aber ich bitte Sie! Ich wollte Sie doch keinesfalls ängstigen."
Haßler fuhr herum und atmete erleichtert auf. "Ach Sie, Herr Emich." Er zitterte und bebte immer noch am ganzen Leib. "Ich ... ich war ganz in Gedanken versunken," lachte er gekünstelt heiter. "Mich einfach so zu erschrecken."
Emich wippte von den Absätzen auf die Zehenspitzen, was ihn einige Zentimeter größer erscheinen ließ. "Seien Sie froh, daß ich Sie sofort erkannt habe", witzelte er. "Sonst hätte ich der Versuchung, sie über das Geländer zu stoßen, kaum widerstanden. Sie beugten sich so einladend nach vorn."(...)"

Produktinformationen

Titel: Grüsse von Herrn Joseph
Untertitel: Kriminalroman
Autor: Arnold Blass
EAN: 9783927442412
ISBN: 978-3-927442-41-2
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Schmitz Andrea
Genre: Krimis, Thriller & Horror
Anzahl Seiten: 196
Gewicht: 225g
Größe: H190mm x B136mm x T20mm
Jahr: 1996

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