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Tönend bewegte Dramen
Arne Stollberg

Hat rein instrumentale Musik einen »Inhalt«, oder steht sie nur für sich selbst? Bis heute wird diese Frage kontrovers diskutiert,... Weiterlesen
Fester Einband, 789 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Hat rein instrumentale Musik einen »Inhalt«, oder steht sie nur für sich selbst? Bis heute wird diese Frage kontrovers diskutiert, wobei die Paradigmen der »Programmmusik« und der sogenannten »absoluten Musik« einander kategorisch auszuschließen scheinen. Viel interessanter aber ist der Bereich dazwischen, und viel zu selten findet Beachtung, dass reine Instrumentalmusik den Modus einer dramatischen Handlung realisieren kann, ohne dieser Handlung ein konkretes literarisches Vorbild zugrunde zu legen.

Hat reine Instrumentalmusik einen "Inhalt"? Bis heute wird diese Frage kontrovers diskutiert, wobei die Paradigmen der "Programmmusik" und der sogenannten "absoluten Musik" einander auszuschließen scheinen. Doch seit dem späten 18. Jahrhundert können Symphonien oder Ouvertüren als abstrakte "Klangdramen" wirken: als imaginäre, allein durch den Formverlauf realisierte Handlungen, die erzählbar sind, obwohl ihnen keine konkrete Geschichte zugrunde liegt. Dies befähigt sie dazu, einer ästhetisch-philosophischen "Idee" Gestalt zu verleihen - etwa der Idee des Tragischen. Ausgehend von Reflexionen zur musikalischen Narrativität widmet sich die Studie anhand bekannter und weniger bekannter, zum Teil auch gänzlich unbekannter Orchesterwerke aus der Zeit zwischen 1767 und 1928 der Frage, wie das Tragische in verschiedenen Epochen mittels "tönend bewegter Dramen" zum Klingen gebracht wurde. Die Studie leistet einen grundlegenden Beitrag zu jenem Korpus symphonischer Orchestermusik, der bis heute das Konzertrepertoire dominiert. Die nach Werken gegliederte Kapitelstruktur ermöglicht ebenso eine Benutzung als "Handbuch". Die Begleit-CD enthält die Partituren zu Friedrich Schneiders "Vierter Ouvertüre (tragisch) für ganzes Orchester" op. 45 sowie zu Joseph Heinrich Breitenbachs "Tragischer Ouvertüre". Der Autor: ARNE STOLLBERG, geb. 1973 in Wetzlar. Studium der Musikwissenschaft sowie der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt/M., daneben Tätigkeit in den Bereichen Regie und Dramaturgie. 2001 bis 2012 zuerst Assistent, dann Oberassistent und zuletzt Lehrbeauftragter am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern; 2012 bis 2015 Inhaber einer Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel mit dem Projekt "Hörbare Gebärden - Der Körper in der Musik". Seit April 2015 Professor für Historische Musikwissenschaft am Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.

Autorentext

Arne Stollberg, geb. 1973, Studium der Musikwissenschaft, Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt/M., 2001-2012 zuerst Assistent, dann Oberassistent, zuletzt Lehrbeauftragter am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern. Ab Sommer 2012 Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel. Promotion 2004 mit der Arbeit "Ohr und Auge - Klang und Form. Facetten einer musikästhetischen Dichotomie bei Johann Gottfried Herder, Richard Wagner und Franz Schreker" (Stuttgart 2006), Habilitation 2010 (München 2013). Forschungsschwerpunkte: Fragen der Musikästhetik und musikalischen Analyse, des Musiktheaters und der sinfonischen Instrumentalmusik vom 18. bis zum 21. Jahrhundert.



Inhalt

- Vorwort Exposition: Thema - Theorien - Methoden - Instrumentalmusik als Tragödie: Ein Problemaufriss anhand der "Tragischen Symphonie" von Emil Nikolaus von Reznicek - 'Absolute Musik' versus 'Programmmusik': Das Ungenügen traditioneller Kategorien und die Frage der musikalischen Narrativität - Tragödien in "abstracto": Das Drama als Bezugsmodell musikalischer Form - Vom 'Inhalt' tragischer Instrumentalmusik: Der Begriff der 'Idee' Tragische Symphonien I: Ludwig van Beethoven - Felix Draeseke Ludwig van Beethoven, "Symphonie Nr. 5 in c-Moll" op. 67 - "Idealmusik" und "geistigere Auffassung der Tonkunst": Beethoven aus der Perspektive von Adolf Bernhard Marx - "Durch Kampf zum Sieg": Plädoyer für ein vermeintliches Rezeptionsklischee - Der Inhalt der C-Moll-Symphonie kann eine Tragödie genannt werden": Was ist tragisch an Beethovens "Fünfter"? Felix Draeseke, Symphonie Nr. 3 in C "Symphonia tragica" op. 40 - Einführung der Tragik in die Orchestermusik: Zur Geschichte der Beethoven-Deutung im 19. und frühen 20. Jahrhundert - Vom Löwen zum Kaninchen? Felix Draesekes Weg in den Klassizismus - "... ob es auf instrumentalem Weg nicht doch möglich sei": Die "Symphonia tragica" und das Finalproblem 'tragischer' Symphonik nach Beethoven Tragische Ouvertüren: "Im Grunde das Drama selbst«: Vom instrumentalen »Exordium" zur Tragödie in Tönen - Vorbereitung oder Zusammenfassung? Die Ästhetik der Ouvertüre im 18. Jahrhundert - "Tragische Manier" und "musikalisch konzipierte Idee des Dramas": Glucks Ouvertüren zu "Alceste" und "Iphigénie en Aulide" im Spiegel ihrer Rezeption Ludwig van Beethoven, "Coriolan"-Ouvertüre op. 62 - Eine Tragödie in Sonatenform: Beethovens Adaption des Trauerspiels von Heinrich Joseph von Collin - Traditionsbezüge: Gluck - Cherubini - Beethoven - "Auseinanderfolge" und "kontrastierende Ableitung": Poetologische Grundlagen eines musikalischen Formprinzips Die Tragische Ouvertüre als Gattungstyp: Zwei Beispiele vor Brahms - Ein "hohes, tragisches Gemälde": Friedrich Schneiders "Ouverture tragique" op. 45 - Wendung ins Christliche: Das Kuriosum der "Tragischen Ouvertüre" von Joseph Heinrich Breitenbach Johannes Brahms, "Tragische Ouvertüre" op. 81 - Zum Einstieg: Der Stand 'tragischen' Komponierens um 1860 am Beispiel Woldemar Bargiel - 'Dramatisch' oder 'tragisch'? Die Frage des Titels - "Nicht ganz voll getroffen": Das Tragische als Rezeptionsproblem - Tragisches auf struktureller Ebene: Einheit des Charakters - Unentrinnbarkeit der Katastrophe - Spannungsverläufe: Das Dramenmodell Gustav Freytags und die Form der Ouvertüre Max Reger, "Symphonischer Prolog zu einer Tragödie" op. 108 - Zum Einstieg: Der Stand 'tragischen' Komponierens um 1910 am Beispiel Ernst Boehe - 'Dramatisch' oder 'tragisch'? Die Frage des Titels - Zermalmen und erheben: Zur Konzeption des Tragischen in Regers "Prolog" - "Der Montblanc darf nur einmal kommen": Das Reprisenproblem und die Architektur des Dramas Tragische Symphonien II: Franz Schubert - Felix Weingartner Franz Schubert, "Symphonie Nr. 4 in c-Moll 'Tragische'" (D 417) - "Tragisch gewollt", aber "nur pathetisch gelungen"? - Pathos und Tragik in der Instrumentalmusik: Der Mythos c-Moll - Schubert, der Naive? Die "Vierte" zwischen Biedermeier und Beethoven - Schuberts Auffassung des Tragischen: Ein Rekonstruktionsversuch - Neostoizismus und Tragödienkonzeption in den "Beyträgen zur Bildung für Jünglinge" - "Freiheit von Leidenschaften": Die Schiller-Lektüre des "Tugendbundes" - Die "Vierte Symphonie"als Schuberts Beitrag zum Dichterwettstreit? - Formale Bestimmungen des Tragischen: Schiller, die Brüder Collin und Enk von der Burg - Siegende Freiheit und gewahrte Einheit: Tragisches in Schuberts "Vierter Symphonie" Franz Schubert, "Symphonie Nr. 7 in h-Moll 'Unvollendete'" (D 759) - Eine 'Tragische' unter anderen Vorzeichen? Schuberts 'Krisenjahre' - Die Geburt der (instrumentalen) Tragödie aus dem Geiste des Liedes: Schubert und Matthäus von Collin - "... dass auch diese Symphonie den Namen einer 'Tragischen' verdiente": "Vierte" und "Siebte" im Vergleich - "Very promising« oder »erstaunlich schwach"? - Der Scherzo-Entwurf im konzeptionellen Zusammenhang - Vom "Zwiespalt des Lebens" zur "Harmonie alles Seyns": Musikalische Kohärenz und ästhetische Intention (mit einem Exkurs zum Finalproblem) Felix Weingartner, "Symphonie Nr. 6 in h-Moll 'La Tragica'" op. 74 - Der "Tragiker unter den Tondichtern": Vom "lieben Schubertlein" zum gewaltigen "Titanen" - Korrektur eines Klischees: Carl Spittelers Schubert-Aufsatz - Wider den Zeitgeist: Schubert und die Ewigkeit des Klassischen - Plädoyer für die Symphonie: Schubert in Weingartners Ästhetik der Instrumentalmusik - "La Tragica": Die "Sechste Symphonie" als Hommage an Schubert Tragische Symphonien III: Gustav Mahler Gustav Mahler, "Symphonie Nr. 6" - "Mahler nannte sie seine Tragische": Fragen an die Stichhaltigkeit des Titels - "Einheit, die alles tangiert": Formkohärenz und "tragischklassizistische Stilidee" - Kein Ausweg in B-Dur: Die Tragödie als Drama der Tonarten Anhang Friedrich Schneider, "Vierte Ouvertüre (tragisch) für ganzes Orchester" op. 45 Herausgegeben von Florian Henri Besthorn und Arne Stollberg - Quellen - Editionsbericht - Partitur (CD-ROM) Joseph Heinrich Breitenbach, "Tragische Ouvertüre" Herausgegeben von Florian Henri Besthorn und Arne Stollberg - Vorbemerkung - Partitur (CD-ROM) - Anhang 1 (Zusatzstimmen T. 283-300) (CD-ROM) - Anhang 2 (zusätzliche Viola II) (CD-ROM) - Anhang 3 (zusätzliche Violine I) (CD-ROM) Literatur Register

Produktinformationen

Titel: Tönend bewegte Dramen
Untertitel: Die Idee des Tragischen in der Orchestermusik vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert
Autor: Arne Stollberg
EAN: 9783869162157
ISBN: 978-3-86916-215-7
Format: Fester Einband
Herausgeber: Edition Text + Kritik
Genre: Musik
Anzahl Seiten: 789
Gewicht: 1231g
Größe: H236mm x B159mm x T55mm
Veröffentlichung: 12.05.2014
Jahr: 2014
Auflage: 1. Aufl. 2013
Land: DE

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