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Das Gericht des gelobten Rechtsstaates

  • Kartonierter Einband
  • 248 Seiten
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Als ich im August 1991 als Vertriebener nach Deutschland kam, ließ ich politische Anfeindungen, Ungerechtigkeiten und Demütigungen... Weiterlesen
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Beschreibung

Als ich im August 1991 als Vertriebener nach Deutschland kam, ließ ich politische Anfeindungen, Ungerechtigkeiten und Demütigungen, die ich in meiner Heimat erfahren musste, hinter mir. Gleich bei meiner Ankunft in der Bunderepublik Deutschland, waren mir, als Jurist und als Dichter, folgende Wörter in meinem Kapazitätsvolumen hängen geblieben: `Tagesschau und `Lindau ! Das waren zugleich auch die beiden Ausdrücke überhaupt, die ich in dem benannten zeitlichen Zwischenraum in der deutschen Sprache zu beherrschen schaffte. Man möchte vielleicht dazu die Frage stellen: Warum gerade die zwei vorgenannten Terminologien?! Ganz einfach, weil sie sich so faszinierend reimten. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, als ich zu Beginn meiner Ankunft hier, in Deutschland, in ständigem Kontakt zu den Ämtern und Institutionen stand, wie eine Quantität der weniger befugten Körperschaften (unter ihnen Beamte, Kommissare, als Gesetzeshüter, sehr wohl auch `hochangesehene Rechtsanwälte usw.) mir mit: `Ich verstehe kein Französisch antworteten, weil ich mich mit denjenigen nur in der nektarischen Sprache - hier gebräuchlichen Fremdsprache -, auf Englisch zu unterhalten schaffte, da ich logischerweise die deutsche Sprache zwei, drei Monate nach meiner Anreise noch nicht für die barrierefreie Artikulation einsetzen konnte. Ich kam in einen Rechtsstaat, in dem die `Würde des Menschen als unantastbar gilt, wie es Artikel 1 des Grundgesetzes aussagt und in dem alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Hier in meiner `neuen Heimat würde es mir besser ergehen; so dachte ich! Damals war ich von diesen Vorstellungen überzeugt, geriet jedoch im Verlauf meines Lebens in diesem Staat in einigen Fällen in starke Zweifel und wurde dadurch auch sehr enttäuscht. Die Erlebnisse, die diese Zweifel und Enttäuschungen verursachten, habe ich in vier Tatsachenberichten festgehalten, die in diesem Band zusammengestellt wurden. Einmal handelt es sich um die schrecklichen Erlebnisse bei der Geburt meines Sohnes. Mein inzwischen 6-jähriger Sohn leidet noch heute unter den Nachwirkungen der Fehler, die in der Klinik gemacht wurden, die jedoch keiner der Beteiligten je zugeben würde. Erschreckend war für mich auch, welchem Stress Kinder, im Alter von 4-jahren, in diesem Land ausgesetzt werden, bevor sie Schule und Unterricht kennenlernen konnten. Bei Kindern, die sehr wohl mit der deutschen Sprache vertraut sind, wird der sog. `Sprachstand (Deutschsprachkurs) überprüft.

Autorentext

Ich wurde 1970 in Gjakovë geboren und bin in einer mehrköpfigen Familie aufgewachsen. Mein Vater unterrichtete Albanisch und Geschichte und war Schuldirektor, meine Mutter war eine tüchtige und sehr umsichtige Hausfrau.
Mein Vater zählte zu den ersten Kosova-Albanern, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Fachhochschulreife erlangen konnten. Das albanische Volk bestand damals aus Analphabeten und verfügte nicht einmal über das Recht auf Bildung. Die jugoslawische Okkupationsmacht war bestrebt, alles, was mit dem Bildungswesen der Albaner in Verbindung stand, zu untergraben.
Ich war ein guter Schüler und erlangte schließlich die Fachhochschulreife mit den Schwerpunkten Biologie und Medizin. Danach wurde ich an der Juristischen Fakultät der Universität von Prishtina als regulärer Student angenommen. So studierte ich jene Rechte, die den Albanern vorenthalten wurden. Ich, damals als 22-Jährige, hatte mich für die Unabhängigkeit des Kosovo eingesetzt, war von jugoslawischen Sicherheitskräften überfallen und gefoltert worden und brach mein Jurastudium ab.
Im August 1991 emigrierte ich nach Deutschland. Am Anfang hatte ich es, wie viele politisch Vertriebene, unglaublich schwer, und der Ausdruck 'Odyssee' wäre bei Weitem zu schwach.
Ich musste 16 Jahre lang ohne einen vernünftigen Aufenthaltstitel auskommen, obwohl ich mich dank meiner integrativen Kraft exzellent zurechtgefunden und währenddessen, hier, regelmäßig in einem Arbeitsverhältnis gestanden hatte.
2006 wurden - nach einer langen Reihe unterqualifizierter Arbeits- und Beschäftigungsangebote - schließlich meine Zeugnisse und die damit verbundene Fachhochschulreife anerkannt.
Nun freue ich mich, auf Deutsch zu schreiben, und ich gewinne das Deutschland, in dem ich lebe und arbeite, als neue Heimat sehr lieb. Man möchte vielleicht anfügen: Das Deutschland, in dem ich nach fast drei Jahrzehnten wieder meiner Liebe, dem Bücherschreiben, nachgehen kann!

Produktinformationen

Titel: Das Gericht des gelobten Rechtsstaates
Autor:
EAN: 9783740754204
ISBN: 978-3-7407-5420-4
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Twentysix
Genre: Sonstiges
Anzahl Seiten: 248
Gewicht: 349g
Größe: H216mm x B136mm x T21mm
Jahr: 2019
Auflage: 3. Auflage
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