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Arbeit, Organisation und Mobilität

Arbeit, Organisation und Mobilität lassen sich in einer globalisierten Welt kaum noch getrennt voneinander betrachten. Dies nehmen... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 534 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Arbeit, Organisation und Mobilität lassen sich in einer globalisierten Welt kaum noch getrennt voneinander betrachten. Dies nehmen die Autorinnen und Autoren zum Anlass, die Erkenntnisse der Arbeits-, Organisations- und Migrationssoziologie aus subdisziplinärer Perspektive zu untersuchen. Der Band eröffnet damit einen neuen Blick auf zentrale Gegenstände sozialwissenschaftlicher Forschung.

Autorentext

Dr. Martina Maletzky arbeitet am Lehrstuhl Organisation, Migration, Mitbestimmung an der Universität Bochum. Martin Seeliger ist Promotionsstipendiat am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Dr. Manfred Wannöffel ist Geschäftsführender Leiter der Gemeinsamen Arbeitsstelle Ruhr-Universität Bochum/Industriegewerkschaft Metall.



Klappentext

Arbeit und Mobilität lassen sich in einer globalisierten Welt kaum noch getrennt voneinander betrachten. Dies nehmen die Autorinnen und Autoren zum Anlass, die Erkenntnisse der Arbeits-, Organisations- und Migrationssoziologie aus subdisziplinärer Perspektive zu untersuchen. Der Band eröffnet damit einen neuen Blick auf zentrale Gegenstände sozialwissenschaftlicher Forschung.



Leseprobe
Die Verbindung von Arbeit und grenzüberschreitender Mobilität im engeren (personelle Mobilität) und im weiteren Sinn (Migration) ist zuneh-mend eine gesellschaftliche Realität, die erst mit Zeitversetzung und sehr limitiert von Arbeits- und Organisationssoziologen erforscht wird (Kessel-ring/Vogl 2010; Mense-Petermann 2009; Minssen 2009). Arbeits-bezogene Mobilität wird immer mehr zu einem Imperativ moderner Arbeitswelten (Kesselring/Vogl 2010). So gab es in Deutschland im Jahr 2011 nach Daten des VDR (2012) 8,8 Millionen Geschäftsreisende, das ist ein Plus von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei einer Zahl von 41.293.000 inländischen Erwerbstätigen bedeutet dies, dass jeder fünfte Dienstreisen angetreten hat. Dies sind im Jahr 2011 163,9 Millionen Geschäftsreisen, die 44,8 Milliarden Euro kosteten. Zwar haben die Zahlen von Geschäftsreisen insgesamt im Vergleich zu 2003 abgenommen, jedoch sind gleichzeitig für den einzelnen Arbeitnehmer Rationalisierungs- und Normalisierungsschübe erkennbar (Kesselring/Vogl 2010), bei denen es zunehmend als selbstverständlicher angesehen wird, beruflich mobil zu sein und Kompensationen bei gleichzeitigem Anstieg der Anforderungen an Arbeitnehmer geringer ausfallen als zuvor. Während die Zahl der Geschäftsreisen leicht abgenommen hat, haben langfristige Ortswechsel von Mitarbeitern grenz-überschreitend agierender Unternehmen tendenziell eher zugenommen. Bei vielen Unternehmen wird eine leichte Zunahme erwartet (Brookfield 2010). Wenig ist jedoch bislang bekannt über Folgen und Funktionen von (grenzüberschreitender) Mitarbeitermobilität für das Arbeitsleben. In der Sozialwissenschaft werden vereinzelt aus lebensweltlicher (zum Beispiel Vorheyer 2012; Cohen 1977) oder postkolonialer Perspektive (zum Bei-spiel Fechter/Walsh 2010; Leonhard 2010) Analysen betrieben, arbeits-soziologisch ist das Thema jedoch unterbeleuchtet (für Ausnahmen siehe Minssen 2013; 2009). Pries (2010b: 131ff.) weist zu Recht darauf hin, dass ein methodo-logischer Nationalismus bei der Betrachtung von arbeitssoziologischen Gegenständen vielfach zu kurz greift. Eine grenzüberschreitende Perspektive führt zu neuen Forschungsperspektiven und Ergebnissen. Dies gilt für die Erforschung der Arbeits- und Beschäftigungs- sowie Beteiligungsbedingungen. So führt die Analyse von Erwerbsarbeit aus grenzüberschreitender Perspektive zu neuen Typenbildungen wie zum Beispiel dem globalen Manager, der globalen Elite oder Bourgeoisie (Pohlmann 2009; Hartmann 1999; Gottwald/Klemm 2009), Berufs-nomaden (Vorheyer 2012), globaler Weltklasse (Kanter 1996). Auch bringt grenzüberschreitende Erwerbsarbeit Eigenheiten bezüglich arbeits- und lebensweltlicher Erfahrungen grenzüberschreitend tätiger Arbeitneh-mer sowie deren gesellschaftliche und organisationale Einbindung und Prägung hervor (Kreutzer/Roth 2006; Maletzky 2010; Klemm/Popp 2006; Mense-Petermann 2006; 2009; Wagner 2006; Minssen 2009; Minssen/Schmidt 2008; Kesselring/Vogl 2010). Grenzüberschreitende Erwerbsarbeit hat vielfach zu Grenzüberschreitung bei der Erwerbstrukturierung geführt, die die Interessenregulierung vor neue Herausforderungen stellt (Pries 2010a; 2010b; Pries/Wannöffel 2011; Whittall u.a. 2009; Seeliger 2012). Auch soziale Ungleichheiten, die aus der Verortung durch Arbeit in der Gesellschaft (re)produziert werden, sind - wie das Beispiel der Berliner Jugendlichen zeigt - aus grenzüber-schreitender Perspektive neu zu beleuchten (siehe auch Berger und Weiß 2008). Wie oben aufgezeigt sind Arbeitsorganisation, -regulierung und nicht zuletzt auch einige Formen von Mobilität an Organisationen gekoppelt und durch die Überschreitung von nationalstaatlichen Grenzen durch Güter, Dienstleistungen und Menschen geprägt (Pries 2010; Rehbein/Schwengel 2008). Dies gilt vor allem für Wirtschaftsorganisationen. So wird bei internationalen Konzernen wie Volkswagen knapp 90 Prozent des Absat-zes im Ausland generiert und sie bewegen jähr

Inhalt

Inhalt

Vorwort9

Einleitung: Arbeit, Organisation und Mobilität aus grenzüberschreitender Perspektive

Martina Maletzky, Martin Seeliger und Manfred Wannöffel11

I.Die Analyse von Raum, Mobilität und deren Folgen

Wovon wir reden, wenn wir über Raum reden: Raum als Deutungsmuster und Erkenntnisperspektive der globalisierten Welt

Martina Fuchs29

Transnationale Verflechtungen - Ludger Pries' figurationssoziologische Sozialraumtheorie mit doppelt grenzüberschreitendem Sinnhorizont

Martin Seeliger46

Migrationsforschung "sachsonisch", "teutonisch" und "gallisch": Eine transnationale Wissenschaftssoziologie

Monika Salzbrunn63

Der politische Dialog als Instrument der Bewältigung von Multikulturalität: Eine diskursanalytische Betrachtung des Integrationsgipfels in Deutschland

Ivo Nájera Núñez85

Irregular Migrant Citizenship: Exploring a Conceptual Horizon of Global Care Chains through Domestic Workers' Negotiation over Social and Economic Rights

Kyoko Shinozaki110

Urbi et Orbi: Transnationale religiöse Netzwerke

Alexander-Kenneth Nagel133

II.Arbeit und Arbeitsorganisation in grenzüberschreitender Perspektive

Betriebsräte im Prozess sozialer Innovationen

Friedrich Fürstenberg157

Mitbestimmung im Volkswagen-Konzern

Alexandra Baum-Ceisig und Bernd Osterloh176

Transnationalisierung der Automobilindustrie als Herausforderung für Europäische Betriebsräte

Axel Hauser-Ditz, Markus Hertwig, Valentina Mählmeyer und Luitpold Rampeltshammer190

Arbeitsmigration in Mexiko: Transnationale Erwerbsregulierung im nordamerikanischen Wirtschaftsraum?

Oscar Calderón und Manfred Wannöffel229

Wohlfahrtsregime als Konfigurationen der Erwerbsstrukturierung - Das Beispiel Lateinamerikas

Rainer Dombois253

Sozioökonomische Verunsicherungen und Schuldenkrise des Staates als Hintergrund für postdemokratische Tendenzen

Rolf G. Heinze272

Global oder lokal? Produktions- und Personalsysteme lokaler Automobilhersteller in den BRIC-Ländern

Ulrich Jürgens und Martin Krzywdzinski291

Handlungsfelder für Arbeit, Personalmanagement und Mitbestimmung an der Schnittmenge von Nachhaltigkeit, Innovation und Globalisierung

Werner Widuckel322

III.Grenzüberschreitung in und von Organisationen: Koordination, Legitimation und Wissen

Die Qual der Wahl? Multiple Optionen bei der Umsetzung und Entwicklung von Technologiestrategien von Multinationalen Unternehmen in Mexiko

Jorge Carrillo347

The Machines in Division of Labour Studies: Facts and Debates

Michel Freyssenet367

Die Auswahl von Expatriates - Die strukturelle Unzulänglichkeit des Personalmanagements

Heiner Minssen378

Zur Strukturierung von organisationalen Mobilitätsregimen - Institutionen-theoretische Überlegungen zur Genese von intraorganisationalen Mobilitätsmustern zwischen Deutschland und Mexiko

Martina Maletzky398

Bridging Diverse Expectations in Germany and Pakistan: The Transnational Legitimization Strategies of Caritas

Zeynep Sezgin and Dennis Dijkzeul430

Religiöse Migrantenorganisationen in einem transnationalen organisationalen Feld - Die Fallstudien AABF und DITIB im Vergleich

Kerstin Rosenow-Williams und Tülay Tuncer-Zengingül463

Transnational Political Education: The German Political Foundations in Mexico

Christel Adick and Gustavo Emmerich483

Zum Leben und Werk von Ludger Pries - Eine (erwerbs-)biografische Skizze

Karin Pries und die Herausgeber515

Autorinnen und Autoren521

Tabula Gratulatoria530

Produktinformationen

Titel: Arbeit, Organisation und Mobilität
Untertitel: Eine grenzüberschreitende Perspektive
Editor: Martina Maletzky Martin Seeliger Manfred Wannöffel
Schöpfer: Christel Adick Alexandra Baum-Ceisig J. Carillo Oscar Calderón Morillón Deniz Dijkzeul Rainer Dombois Gustavo Ernesto Emmerich Isaac Michel Freyssenet Martina Fuchs
EAN: 9783593398877
ISBN: 978-3-593-39887-7
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Campus Verlag GmbH
Genre: Soziologie
Anzahl Seiten: 534
Gewicht: 655g
Größe: H213mm x B141mm x T35mm
Jahr: 2013
Auflage: 1. Aufl. 06.2013
Land: DE

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