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Die Stadtentwicklung Dresdens im Zuge der Wiedervereinigung: Eine empirische Studie hinsichtlich eines geographischen Strukturwandels
Antonia Bruhn

Dresden: eine Stadt mit tausend Gesichtern. Dresden ist durch die Zeit des Barocks zu einer Stadt als Gesamtkunstwerk geworden. In... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 122 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Dresden: eine Stadt mit tausend Gesichtern. Dresden ist durch die Zeit des Barocks zu einer Stadt als Gesamtkunstwerk geworden. Inspiriert durch seine Reisen durch Europa, ließ August der Starke (1694-1733) die damalige Residenzstadt umbauen. Er und sein Sohn Friedrich August II. gelten als Stadtgestalter und haben Dresden in ihrer augustinischen Periode den Ruf als Kunststadt verschafft. Neben dem Barock prägte auch die Zeit der Renaissance, in der das Schloss und die benachbarten Neorenaissancebauten (Semperoper) entstanden sind, das Stadtbild von Dresden. Auch die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende gründerzeitliche Stadterweiterung beeinflusste das heute bestehende Bild von Dresden, das nicht nur Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen, sondern auch Verwaltungs-, Kunst- und Musikstadt ist. Zudem hat sich die Stadt im Laufe ihrer 800-jährigen Geschichte zu einem Zentrum der Wissenschaft entwickelt. Diese Entwicklung Dresdens von einem slawischen Fischerdorf zur weltbekannten Großstadt vollzog sich allerdings nicht immer unproblematisch. Man kann sogar sagen, dass die Stadt Dresden zweimal gegründet wurde. Die Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 gilt für die sächsische Landeshauptstadt wohl als schwärzester Tag in ihrer Geschichte. Gleichzeitig kann man dieses Ereignis aber auch als Geburtsstunde eines "neuen" Dresdens mit einer international anerkannten Zukunft sehen. Der Wiederaufbau der Stadt, begleitet von einem gleichzeitigen Wandel, und die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands bilden Meilensteine in der Entwicklung Dresdens zu einer internationalen Stadt. Dieses Buch soll den enormen Strukturwandel Dresdens vor und nach der Wende aufarbeiten und erklären. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Veränderung des Stadtbildes und der durchgeführten Stadtplanung.

Leseprobe
'Textprobe: Kapitel 6 Stadtentwicklung in Dresden: Gegenstand der Stadtentwicklung ist die räumliche, gesellschaftliche, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Gesamtentwicklung einer Stadt. Nach SCHÄFER (1991, S.76) versteht man darunter die Gesamtheit aller zufälligen und gestalteten materiellen und immateriellen, eine Stadt verändernden Vorgänge, wie zum Beispiel unternehmerische Investitionen, architektonische Leistungen oder politische Maßnahmen. Diese Vorgänge nehmen dann bewusst oder unbewusst Einfluss auf den Stadtentwicklungsprozess. Die Stadtentwicklung beschäftigt sich mit thematischen und räumlichen Konzepten, die sich auf der Ebene der Stadtteile, der Gesamtstadt und in Kooperation mit Nachbarkommunen abspielen können. Als Instrument zur Stadtentwicklung benutzt man eine Stadtentwicklungsplanung, die nach SCHULTIS (1984, S. 10) das gesamte Aufgabenfeld gemeindlicher Daseinsvorsorge umfasst und dazu noch finanzielle, räumliche und zeitliche Angaben zur künftigen Entwicklung der Stadt enthält. Ein räumliches Planungsinstrument der Stadtentwicklung ist zum Beispiel ein Flächennutzungsplan. Dieser stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung einer Stadt durch einen Bauleitplan dar, der unter anderem die vorgesehene Art der baulichen Nutzung einer Fläche, oder eines Gebietes vorgibt. Aktuelle Herausforderungen für eine gute Stadtentwicklung sind die Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in der kommunalen Planung, der Umgang mit dem demographischen Wandel und der Globalisierung, eine klimagerechte Stadtentwicklung sowie die Etablierung einer umfassenden Beteiligungskultur in Planungs- und Entscheidungsprozessen (vgl. SCHULTIS 1984, S. 10f). Eine Stagnation für jede Stadtentwicklung entsteht durch die Enge von Befestigungsanlagen und Stadtmauern. In Dresden dauerte die Entfestigung ganze zehn Jahre (1817 bis 1827). Das darauffolgende Ausdehnen der Stadt und das damit verbundene räumliche Wachstum waren anfangs ungeplant und unstrukturiert. Infrastruktur und Wohnungsanlagen wurden hauptsächlich durch private Hände errichtet und unterlagen keinerlei Bedingungen. Bebauungspläne mit gestalterischen Auflagen wurden erst viel später, nämlich Ende des 19.Jahrhunderts, erlassen. (SCHNEIDER 1997, S.28) Im Folgenden soll die Entwicklung der Stadt zu DDR-Zeiten und nach der Wiedervereinigung belichtet und erläutert werden. 6.1 Stadtentwicklung zu Beginn und während der DDR: Schaut man sich auf dem Schwarzplan von 1945 die Stadtstruktur der Innenstadt vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg an, erkennt man eine sehr dichte und parzellierte Bebauung mit wenig Freiraum oder durchlaufenden Grünanlagen. Nach Februar 1945 kehrte sich diese ehemalige Raumknappheit im Stadtinneren dann in das Gegenteil um. Wie im Schwarzplan aus der Zeit nach den Angriffen dargestellt ist, hat das Flächenbombardement vom 13. Februar 1945 die Innenstadt zum Großteil zerstört. Hier wird die Baumasse (grau) gezeigt, die durch die Angriffe total beschädigt wurden und demnach als Verlust gelten. Die schwarz gekennzeichneten Flächen beschreiben die Bausubstanz, die schwer, mittelschwer oder nur leicht beschädigt und demzufolge auch nicht als verloren eingestuft wurden. Im Abgleich mit einem aktuelleren Schwarzplan ist allerdings zu erkennen, dass im heutigen Stadtbild auch Bauten fehlen, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nicht als Verlust gekennzeichnet wurden [...]. Man kann also sagen, dass anhand dieses Vergleiches ein zweiter Verlust von historischer Bausubstanz in Dresden sichtbar wird. Dies lässt sich mit zahlreichen Abriss- und Abräumaktionen erklären, welche zum Ziel hatten, ein völlig neues Stadtbild zu entwerfen. Dieser Zeit fielen viele historischen Bauten zum Opfer, zum Beispiel das Alberttheater oder die Sophienkirche. Diese zweite Zerstörung der Dresdner Innenstadt, die auf dem Flächenabbruch basierte, ermöglichte in den 50er u

Produktinformationen

Titel: Die Stadtentwicklung Dresdens im Zuge der Wiedervereinigung: Eine empirische Studie hinsichtlich eines geographischen Strukturwandels
Autor: Antonia Bruhn
EAN: 9783959348751
ISBN: 978-3-95934-875-1
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
Genre: Geowissenschaften
Anzahl Seiten: 122
Gewicht: 316g
Größe: H269mm x B191mm x T12mm
Jahr: 2016

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