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Von der verwandelnden Kraft negativer Gefühle
Anselm Grün , Bernd Deininger

Negative Gefühle wie Stolz, Habgier, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit und Überdruss kennen wir alle. Anselm Grün und Psychoan... Weiterlesen
Fester Einband, 176 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Negative Gefühle wie Stolz, Habgier, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit und Überdruss kennen wir alle. Anselm Grün und Psychoanalytiker Bernd Deininger zeigen gemeinsam Wege auf mit diesen Grundgefährdungen umzugehen und an ihnen zu wachsen.

Der Ausdruck "Sieben Todsünden" ist irreführend. Nach der katholischen Theologie ist eine Todsünde eine bewusste und absolut freie und eine schwerwiegende Sünde gegenüber Gott. Doch was unter den sieben Todsünden seit dem Mittelalter verstanden wurde, sind Gefährdungen des menschlichen Lebens. Und als Gefährdungen des gelingenden Lebens sind sie auch heute noch modern. Daher haben Bernd Deininger als Psychoanalytiker und Anselm Grün als Mönch sich gemeinsam auf den Weg gemacht, von der psychologischen Seite und von der spirituellen Seite aus einen Blick auf die sieben Todsünden zu werfen. Beide verstehen die sieben Todsünden als Leidenschaften, die den Menschen beherrschen wollen. Doch in ihnen steckt zugleich eine Kraft, die man nicht abschneiden darf. Wir sollen uns - so sagen die frühen Mönche - mit den Leidenschaften vertraut machen, uns ihnen aussetzen, dann werden sie uns bewährter machen. Zunächst beschreibt Bernd Deininger von der Psychoanalyse her die einzelne Gefährdung. Dabei führt er Fallbeispiele an, um konkret aufzuzeigen, wie ein Mensch mit der jeweiligen Gefährdung umgehen kann und wie er die negative Kraft in eine lebensspendende Kraft verwandeln kann. Im Anschluss daran sucht P. Anselm Grün eine spirituelle Antwort auf die jeweilige Gefährdung.

Vorwort
EINLEITUNG In diesem Buch soll es um die sogenannten Sieben Todsünden" gehen, wie die katholische Kirche sie lange genannt und gelehrt hat. Doch der Ausdruck ist irreführend. Nach der katholischen Theologie ist eine Todsünde eine bewusste, absolut freie und schwerwiegende Sünde gegenüber Gott. Doch was unter den Sieben Todsünden seit dem Mittelalter verstanden wurde, sind Gefährdungen des menschlichen Lebens. Und als Gefährdungen des gelingenden Lebens sind sie auch heute noch modern. Daher haben Bernd Deininger als Psychoanalytiker und ich als Mönch uns gemeinsam auf den Weg gemacht, von der psychologischen Seite und von der spirituellen Seite aus einen Blick auf diese Gefährdungen zu werfen. Der Psychoanalytiker begegnet ihnen oft als Deformationen menschlichen Seins und als Mangel an menschlicher Reife. Aber er bewertet die Todsünden nicht moralisch. Er beschreibt nur, wie sie unser Menschsein gefährden und wo sie uns krank machen können. Als Mönch gehe ich von der Tradition der frühen Mönche aus. Dort begegnen wir beim Wüstenvater Evagrius Ponticus in einem seiner Bücher den sogenannten Neun Logismoi. Gemeint sind gefühlsbetonte Gedanken, Leidenschaften, die uns begegnen und mit denen wir kämpfen müssen. Evagrius Ponticus bewertet diese Logismoi nicht. Und er weiß, dass in ihnen positive Kräfte stecken, die der Mönch aus ihnen herausziehen soll. Aber sie können ihn auch beherrschen. Dann werden sie gleichsam zu Dämonen, die den Mönch anfallen, um ihn in seine Macht zu bringen. Der Dämonenkampf ist ein wesentlicher Teil der Spiritualität der frühen Mönche. Dabei verstehen sie unter Dämonen keine fremden Wesen, wie wir sie in fiktionalen Filmen und Büchern häufig finden. Die Mönche benennen die Leidenschaften nur häufig als Dämonen, um mit ihnen kämpfen zu können. Sie geben ihre Verantwortung für ihre Probleme nicht an die Dämonen ab, so wie es heute manche tun, die von einem Exorzisten zum anderen pilgern, um sich von ihnen befreien zu lassen. Stattdessen übernehmen die Mönche die Verantwortung für ihre Gedanken und Leidenschaften, indem sie den Kampf aufnehmen. Um mit jemandem zu kämpfen, muss ich ihn benennen. Daher haben die Mönche die Logismoi als Dämonen bezeichnet. Sie sprachen jedoch nicht von Besessenheit, wie es heute Menschen tun, die die Verantwortung für ihren psychischen Zustand anderen Wesen zuschieben. Bekannter als die Lehre von den Neun Logismoi, die nur in einem einzigen Buch von Evagrius so beschrieben werden, ist die Acht-Laster-Lehre. Sie geht auf das Buch Praktikos" von Evagrius zurück. Er selbst spricht auch in diesem Buch von Logismoi, von Leidenschaften und Emotionen und nicht von Lastern. Das Wort Laster" bezeichnet im Deutschen ursprünglich Kränkung, Schande, Tadel, Fehler, Makel". Im 16. Jahrhundert änderte sich seine Bedeutung in Gewohnheitssünde, tadelnswerte schändliche Angewohnheit". Die Bedeutung von Laster hat nichts zu tun mit dem, was Evagrius in seinem Buch Praktikos" beschreibt. Evagrius geht es nicht darum, dass der Mensch die Logismoi aus sich herausreißt, sondern dass er so mit ihnen umgehen lernt, dass sie ihn nicht beherrschen. In den Logismoi, in den Leidenschaften, steckt eine Kraft. Diese Kraft soll sich der Mönch zunutze machen. Das Ziel dieses Ringens ist das Freisein vom pathologischen Verhaftetsein an die pathe, die Leidenschaften". Es geht also um eine innere Ordnung und Reinigung von Emotionen, die das klare Denken trüben. Später wurde die asketische Lehre des Evagrius dann zur Lehre von den Sieben Todsünden umgedeutet. Das klingt wesentlich moralischer als die eher psychologische Beschreibung der Logismoi. Evagrius beobachtet genau die Gedanken und Emotionen, die in der Seele auftauchen. Er schreibt: Sollte ein Mensch aus eigener Erfahrung die schlimmen Dämonen kennenlernen und sich mit ihrer Kunst vertraut machen wollen, rate ich ihm gut, seine Gedanken zu beobachten. Achten sollte er auf ihre Intensität, auch darauf, wann sie nachlassen, wann sie entstehen und wieder vergehen. Er sollte die Vielfalt seiner Gedanken beobachten, die Regelmäßigkeit, mit der sie immer wieder auftauchen, die Dämonen, die dafür verantwortlich sind, welcher die jeweils vorausgegangenen ablöst und welcher nicht. Dann sollte er Christus bitten, ihm all das zu erklären, was er beobachtet hat" (Praktikos 50). John Eudes Bamberger, Trappistenabt und selbst Psychoanalytiker, interpretiert diese Gedanken so: Der oben zitierte Abschnitt, mit Ausnahme des Hinweises auf die Dämonen, könnte genauso gut als praktischer Hinweis für jemanden gelten, der sich mit klinischer Psychologie befasst. Es ist der Ansatz der dynamischen Psychoanalyse, die die sorgfältige Beobachtung der geheimsten und spontansten Gedanken betont, wie sie entstehen und wieder vergehen, was sie miteinander verbindet und wie sie sich zueinander verhalten" (Bamberger, Praktikos 32f). Wir verstehen in dem vorliegenden Buch die Sieben Todsünden im Sinn des Evagrius als Gefährdungen des Menschen. Es sind Leidenschaften, die den Menschen beherrschen wollen. Doch in ihnen steckt zugleich eine Kraft, die man nicht abschneiden darf. Wir sollen uns so sagen die frühen Mönche mit den Leidenschaften vertraut machen. Wir sollen von ihnen nehmen und ihnen geben, dann werden sie uns bewährter machen, sagt ein alter Väterspruch. In diesem Sinn möchten wir die Sieben Todsünden anschauen. Zunächst wird Bernd Deininger von der Psychoanalyse her die jeweilige Gefährdung beschreiben. Dabei wird er immer auch Fallbeispiele anführen, um konkret aufzuzeigen, wie ein Mensch damit umgehen kann, wie er die negative Kraft in eine lebensspendende Kraft verwandeln kann. Dann werde ich von der Spiritualität her eine Antwort versuchen. Spannend ist, dass das Thema der Sieben Todsünden auch in der Kunst eine große Rolle spielt. Es gibt die Folge von acht Lithografien von Alfred Kubin (1914), eine Folge von 16 Blättern von Marc Chagall (1925) und das Werk von Otto Dix (1933) zu diesem Thema. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es in der Kunst offensichtlich höchst aktuell. Die Künstler spürten, dass diese Sieben Todsünden das Leben in der Gesellschaft gefährdeten. In den letzten Jahren gab es einige Ausstellungen dazu mit Werken von Dürer bis Naumann. Ich möchte mich vor allem auf die Darstellung der Sieben Todsünden von Hieronymus Busch beziehen, der im Jahr 1505 ein Bild dazu gemalt hat, und zwar als Tischplatte. Bosch hat für jede Sünde Symbole und Assoziationen genutzt, die nicht nur er, sondern die gesamte Darstellungstradition seit dem Mittelalter immer wieder mit den einzelnen Todsünden verbunden hat. Anselm Grün Bernd Deiniger

Autorentext
Anselm Grün, geboren 1945, ist Mönch der Abtei Münsterschwarzach und der bekannteste spirituelle Autor in Deutschland. Seine Bücher sind Bestseller.

Bernd Deininger ist Chefarzt in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Nürnberg. Ehrenamtlich ist Bernd Deininger Prediger in der evangelischen Kirche.

Leseprobe
EINLEITUNG In diesem Buch soll es um die sogenannten "Sieben Todsünden" gehen, wie die katholische Kirche sie lange genannt und gelehrt hat. Doch der Ausdruck ist irreführend. Nach der katholischen Theologie ist eine Todsünde eine bewusste, absolut freie und schwerwiegende Sünde gegenüber Gott. Doch was unter den Sieben Todsünden seit dem Mittelalter verstanden wurde, sind Gefährdungen des menschlichen Lebens. Und als Gefährdungen des gelingenden Lebens sind sie auch heute noch modern. Daher haben Bernd Deininger als Psychoanalytiker und ich als Mönch uns gemeinsam auf den Weg gemacht, von der psychologischen Seite und von der spirituellen Seite aus einen Blick auf diese Gefährdungen zu werfen. Der Psychoanalytiker begegnet ihnen oft als Deformationen menschlichen Seins und als Mangel an menschlicher Reife. Aber er bewertet die Todsünden nicht moralisch. Er beschreibt nur, wie sie unser Menschsein gefährden und wo sie uns krank machen können. Als Mönch gehe ich von der Tradition der frühen Mönche aus. Dort begegnen wir beim Wüstenvater Evagrius Ponticus in einem seiner Bücher den sogenannten Neun Logismoi. Gemeint sind gefühlsbetonte Gedanken, Leidenschaften, die uns begegnen und mit denen wir kämpfen müssen. Evagrius Ponticus bewertet diese Logismoi nicht. Und er weiß, dass in ihnen positive Kräfte stecken, die der Mönch aus ihnen herausziehen soll. Aber sie können ihn auch beherrschen. Dann werden sie gleichsam zu Dämonen, die den Mönch anfallen, um ihn in seine Macht zu bringen. Der Dämonenkampf ist ein wesentlicher Teil der Spiritualität der frühen Mönche. Dabei verstehen sie unter "Dämonen" keine fremden Wesen, wie wir sie in fiktionalen Filmen und Büchern häufig finden. Die Mönche benennen die Leidenschaften nur häufig als Dämonen, um mit ihnen kämpfen zu können. Sie geben ihre Verantwortung für ihre Probleme nicht an die Dämonen ab, so wie es heute manche tun, die von einem Exorzisten zum anderen pilgern, um sich von ihnen befreien zu lassen. Stattdessen übernehmen die Mönche die Verantwortung für ihre Gedanken und Leidenschaften, indem sie den Kampf aufnehmen. Um mit jemandem zu kämpfen, muss ich ihn benennen. Daher haben die Mönche die Logismoi als Dämonen bezeichnet. Sie sprachen jedoch nicht von Besessenheit, wie es heute Menschen tun, die die Verantwortung für ihren psychischen Zustand anderen Wesen zuschieben. Bekannter als die Lehre von den Neun Logismoi, die nur in einem einzigen Buch von Evagrius so beschrieben werden, ist die Acht-Laster-Lehre. Sie geht auf das Buch "Praktikos" von Evagrius zurück. Er selbst spricht auch in diesem Buch von Logismoi, von Leidenschaften und Emotionen und nicht von Lastern. Das Wort "Laster" bezeichnet im Deutschen ursprünglich "Kränkung, Schande, Tadel, Fehler, Makel". Im 16. Jahrhundert änderte sich seine Bedeutung in "Gewohnheitssünde, tadelnswerte schändliche Angewohnheit". Die Bedeutung von "Laster" hat nichts zu tun mit dem, was Evagrius in seinem Buch "Praktikos" beschreibt. Evagrius geht es nicht darum, dass der Mensch die Logismoi aus sich herausreißt, sondern dass er so mit ihnen umgehen lernt, dass sie ihn nicht beherrschen. In den Logismoi, in den Leidenschaften, steckt eine Kraft. Diese Kraft soll sich der Mönch zunutze machen. Das Ziel dieses Ringens ist das Freisein vom pathologischen Verhaftetsein an die "pathe", die "Leidenschaften". Es geht also um eine innere Ordnung und Reinigung von Emotionen, die das klare Denken trüben. Später wurde die asketische Lehre des Evagrius dann zur Lehre von den Sieben Todsünden umgedeutet. Das klingt wesentlich moralischer als die eher psychologische Beschreibung der Logismoi. Evagrius beobachtet genau die Gedanken und Emotionen, die in der Seele auftauchen. Er schreibt: "Sollte ein Mensch aus eigener Erfahrung die schlimmen Dämonen kennenlernen und sich mit ihrer Kunst vertraut machen wollen, rate ich ihm gut, seine Gedanken zu beobachten. Achten sollte er auf

Produktinformationen

Titel: Von der verwandelnden Kraft negativer Gefühle
Autor: Anselm Grün Bernd Deininger
EAN: 9783736501348
ISBN: 978-3-7365-0134-8
Format: Fester Einband
Herausgeber: Vier-Türme-Verlag
Anzahl Seiten: 176
Gewicht: 370g
Größe: H221mm x B149mm x T22mm
Veröffentlichung: 18.01.2018
Jahr: 2018
Land: DE

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