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London und der Klassizismus in der Musik

  • Kartonierter Einband
  • 384 Seiten
Instrumentalmusik, die ohne weiteren Inhalt für sich selbst steht: Diese vor 1750 undenkbare Idee wurde - so scheint es - erstmals... Weiterlesen
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Beschreibung

Instrumentalmusik, die ohne weiteren Inhalt für sich selbst steht: Diese vor 1750 undenkbare Idee wurde - so scheint es - erstmals von Haydn, Mozart und Beethoven umgesetzt und später von Richard Wagner und Eduard Hanslick in die Formeln von der "absoluten" Musik und den "tönend bewegten Formen" gegossen. Die historischen Sachverhalte sind - wie so oft - weit komplizierter: Das Paradigma einer autonomen, nur auf sich selbst bezogenen Musik findet sich in der britischen Theorie schon vor 1780, und in Muzio Clementis reifen Klaviersonaten ist das Verfahren einer motivisch-thematischen Vereinheitlichung ab etwa 1790 ins Extreme geführt, die Beethovens spätere Versuche an Konsequenz zum Teil noch übertreffen. In einer Verknüpfung mentalitäts-, ästhetik- und kompositionsgeschichtlicher Ansätze geht es in diesem Buch aber auch um wirtschaftliche Voraussetzungen des Musikmarkts und klassizistische Kunsttheorie in London, um deren Einfluss auf einen Musiker wie Haydn sowie um die Frage, wie diese revolutionären Ideen den Weg auf den Kontinent finden konnten. Ein neuer Blick auf das enge Wechselverhältnis von Musikästhetik und Kompositionspraxis um 1800 räumt so mit Vorurteilen auf, deren deutschnationaler Ursprung kaum noch wahrgenommen wird: Die "Wiener Klassiker" sind ohne Zweifel herausragende Komponisten, waren aber im europäischen Kontext weit weniger isoliert als bisher angenommen. Und erst die in London, der musikalischen Hauptstadt des 18. Jahrhunderts, erprobten neuen Mechanismen musikalischer Öffentlichkeit erlaubten die europaweite Durchsetzung unseres Begriffs "klassischer" Musik.

Autorentext
Der Autor: Anselm Gerhard, geb. 1958 in Heidelberg; Studium der Musikwissenschaft, Neueren Geschichte und Neueren Deutschen Literaturwissenschaft in Frankfurt a.M. und an der TU Berlin; 1985 Promotion; 1992 Habilitation; seit 1994 Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Bern. Bei J.B. Metzler ist erschienen: Die Verstädterung der Oper. Paris und das Musiktheater des 19. Jahrhunderts, 1992.

Klappentext

London, die musikalische Hauptstadt des 18. Jahrhunderts. Von der Metropole gingen damals viele Impulse sowohl für den Musikmarkt als auch für die klassizistische Kunsttheorie aus. Musiker wie Haydn hat dies entscheidend geprägt. Der Autor eröffnet einen neuen Blick auf das enge Wechselverhältnis von Musikmarkt, Musikästhetik und Kompositionspraxis der Klassik, deren Geschichte um 1780 in London begann.

Produktinformationen

Titel: London und der Klassizismus in der Musik
Untertitel: Die Idee der 'absoluten Musik' und Muzio Clementis Klavierwerke
Autor:
EAN: 9783476009760
ISBN: 978-3-476-00976-0
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: J.B. Metzler
Genre: Musik
Anzahl Seiten: 384
Gewicht: 635g
Größe: H230mm x B155mm x T26mm
Jahr: 2002
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