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Die Kriminologie des Kapitalanlagebetruges: Am Beispiel von Ponzi Schemes
Anke Eger

Kriminologische Forschungen über Wirtschaftsdelikte führen in Unternehmen zur Implementierung einer Vielzahl neuer Instrumente und... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 120 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Kriminologische Forschungen über Wirtschaftsdelikte führen in Unternehmen zur Implementierung einer Vielzahl neuer Instrumente und Funktionen, um Vermögenswerte zu schützen und Reputation zu wahren. Doch wie steht es um den privaten Kapitalgeber, der versucht eine Rendite zu erlangen, die mehr Zinsen als ein Tagesgeldkonto verspricht? Worin liegen die Ursachen dafür, dass handelnde Personen bei Verkauf und Erwerb von Kapitalanlagen zu Tätern oder zu Geschädigten werden? Bei keiner anderen Deliktsform der Wirtschaftskriminalität hat die Mitwirkung des Opfers so starke Auswirkungen auf den Taterfolg wie beim Kapitalanlagebetrug. Auf anschauliche Weise werden anhand von Fallbeispielen die kriminologischen Merkmale des Kapitalanlagebetruges, insbesondere bei der Begehungsweise mittels Ponzi Scheme, aufgezeigt. Dieses Buch vermittelt sowohl Einblicke in die strafrechtlichen Problemstellungen des Kapitalanlagebetrugs, in die Ermittlungsarbeit der Strafverfolgungsbehörden sowie in Präventionsmöglichkeiten. Es wendet sich gleichermaßen an Ermittlungspersonen sowie an alle Interessierten, die sich durch das Wissen um die Ursachen des Kapitalanlagebetruges schützen möchten.

Autorentext

Anke Eger wurde 1971 in Hennigsdorf geboren. Ihr Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden schloss sie 1998 erfolgreich ab. Sie arbeitete mehrere Jahre in der Industrie sowie in einer der weltweit größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. 2003 wechselt sie in den Öffentlichen Dienst und ist seither als Ermittlerin der Kriminalpolizei im Bereich Wirtschaftsdelikte tätig. Die gewonnenen praktischen Erfahrungen konnte sie zwischenzeitlich durch theoretische Studien im Rahmen des Masterstudiums der Kriminologie und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum vertiefen.



Klappentext

Kriminologische Forschungen über Wirtschaftsdelikte führen in Unternehmen zur Implementierung einer Vielzahl neuer Instrumente und Funktionen, um Vermögenswerte zu schützen und Reputation zu wahren. Doch wie steht es um den privaten Kapitalgeber, der versucht eine Rendite zu erlangen, die mehr Zinsen als ein Tagesgeldkonto verspricht? Worin liegen die Ursachen dafür, dass handelnde Personen bei Verkauf und Erwerb von Kapitalanlagen zu Tätern oder zu Geschädigten werden? Bei keiner anderen Deliktsform der Wirtschaftskriminalität hat die Mitwirkung des Opfers so starke Auswirkungen auf den Taterfolg wie beim Kapitalanlagebetrug. Auf anschauliche Weise werden anhand von Fallbeispielen die kriminologischen Merkmale des Kapitalanlagebetruges, insbesondere bei der Begehungsweise mittels Ponzi Scheme, aufgezeigt. Dieses Buch vermittelt sowohl Einblicke in die strafrechtlichen Problemstellungen des Kapitalanlagebetrugs, in die Ermittlungsarbeit der Strafverfolgungsbehörden sowie in Präventionsmöglichkeiten. Es wendet sich gleichermaßen an Ermittlungspersonen sowie an alle Interessierten, die sich durch das Wissen um die Ursachen des Kapitalanlagebetruges schützen möchten.



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 4.2, Adele Spitzeder: Adele Spitzeder lebte von 1832 bis 1895 in München. Eigentlich wollte Spitzeder Schauspielerin werden. Mit den Auftritten wollte es nicht so recht klappen, dafür lebte sie wie eine berühmte Schauspielerin ständig in Hotels. Da sie häufig in Geldnot geriet, lieh sie sich 100 Gulden von einem Zimmermann und versprach dafür Zinsen zu bezahlen. Tatsächlich zahlte sie dem Zimmermann die zuvor versprochenen Zinsen in Höhe von zehn Prozent monatlich pünktlich aus. Dieses Geschäftsmodell und die Zuverlässigkeit sprachen sich schnell herum. Adele Spitzeder konnte sich vor einzahlungswilligen Kunden kaum retten und hat 1869 sogar eine Bank gegründet. 'In repräsentativen Räumen in München' arbeiteten in der Hochphase 40 Angestellte. Allerdings konnte sie Auszahlungen stets nur durch neue Einzahlungen ausschütten. Den Anlegern kommunizierte Adele Spitzeder stets offen, keinerlei Sicherheiten bieten zu können - was eigentlich gegen betrügerisches Vorgehen spricht. Aufgrund schlechter fachlicher Qualifikationen der Mitarbeiter war die Bank schlecht organisiert und in einem mangelhaften unternehmerischen Zustand. Durch die Gründung einer Volksküche mit Speisen und Getränken, auch für Arme, versuchte sie ihr Image aufzupolieren. Ab 1872 gab sie eine eigene Zeitung heraus. Die etablierten Banken verloren ihre Kunden an Spitzeder. Dies wollten die Banken nicht dauerhaft dulden und starten eine Medienoffensive gegen Adele Spitzeders 'Dachauer Bank'. Den Bankgesellschaften gelang es 60 Gläubiger zu finden, die am selben Tag ihre Einlagen von der 'Dachauer Bank' zurückforderten. Dies geschah am 12. November 1872. Die Bank brach zusammen und Adele Spitzeder wurde verhaftet. 31.000 Menschen verloren ihre Ersparnisse. 4.3, Bernhard Madoff: Das bis heute größte bekannte Ponzi Scheme schuf der ehemalige Direktor der NASDAQ, Bernhard Madoff. Am 11. Dezember 2008 dem Tag seiner Festnahme brach für 8.500 Geschädigte die Welt zusammen. Die Schadenssumme, die durch den Zusammenbruch dieses Ponzi Schemes angerichtet wurde, betrug 65 Milliarden US Dollar. Besonders durch sein vielseitiges Engagement in Wirtschaft und Gesellschaft war Madoff eine allgemein anerkannte Persönlichkeit. U. a. war Madoff zeitweise im Beratungsgremium der US-amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) - genau der Behörde, die ihn hätte eigentlich kontrollieren sollen. Gegenüber seinen Anlegern täuschte Madoff vor, das bereitgestellte Kapital in Aktien und Optionen zu investieren. Seinen Anlegern versprach er, regelmäßige Zinsausschüttungen in Höhe von zehn Prozent pro Jahr. Für das Funktionsprinzip gab es eine simple Erklärung. Grundsätzlich sollten 20 verschiedene Investitionen pro Jahr getätigt werden. Ein Ausstieg sollte immer bei einem erreichten Wachstum von einem Prozent erfolgen. Diese Strategie nannte Madoff 'Split-Strike Conversions'. Die erzielten Renditen waren nicht nur bemerkenswert hoch sondern auch über Jahre hinweg stabil. Madoffs Firma arbeitete mit nur wenigen Angestellten, darunter einigen Familienmitgliedern. Das Vertrauen der SEC auf die bestehenden internen Kontrollmechanismen von Kapitalgesellschaften nutzte Madoff zu seinem Vorteil. Ihm half der Umstand, dass lang existierende und große Firmen von den Aufsichtsbehörden weniger streng kontrolliert werden, da diese sich gerne auf deren eigene Risikokontrollmechanismen verlassen. Die Aufsichtsbehörde hätte bei der Überwachung unter Beachtung sämtlicher Charakteristiken von Ponzi Schemes, 'red flags' genannt (siehe Kapitel 2.4), alarmiert sein müssen. Die SEC hatte zwar innerhalb von zwei Prüfungen Unregelmäßigkeiten erkannt, diese aber nicht weiter verfolgt, da Madoff als Person und seine Firma eine gute Reputation besaßen. Seine sozialen und politischen Verbindungen waren exzellent. Wie konnte die Durchführung im Einzelnen gelingen? Die SEC veröffentlichte die Anklageschriften gegen Unterstützer des Madoff-Systems.

Produktinformationen

Titel: Die Kriminologie des Kapitalanlagebetruges: Am Beispiel von Ponzi Schemes
Untertitel: Am Beispiel von Ponzi Schemes
Autor: Anke Eger
EAN: 9783959347426
ISBN: 978-3-95934-742-6
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
Genre: Handels- & Wirtschaftsrecht
Anzahl Seiten: 120
Gewicht: 200g
Größe: H233mm x B156mm x T4mm
Jahr: 2015

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