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Gewaltinszenierung im Märchen: 'Hänsel und Grethel' und seine Filmadaption 'Hänsel & Gretel: Hexenjäger'
Angelique Heine

Obwohl die Brüder Grimm ihre Märchensammlungen aufgrund der geringen Verkaufszahlen und der Kritik, dass die Fassungen ihrer gesam... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 72 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Obwohl die Brüder Grimm ihre Märchensammlungen aufgrund der geringen Verkaufszahlen und der Kritik, dass die Fassungen ihrer gesammelten Werke nicht für Kinder geeignet seien, überarbeiteten, liegt der Fokus der Debatten über Märchen auch heute noch überwiegend auf den Gewaltdarstellungen in ihren Erzählungen. Schließlich sind Märchen, seitdem sie erzählt werden, auch umstritten. Das 19. Jahrhundert und seine Romantik gaben ihnen die relevante Bedeutung in der Literatur, die sie bis heute haben. In der Nachkriegszeit wurden beispielsweise unter anderem Märchen und ihre Grausamkeiten für die in den Konzentrationslagern angewandten Methoden verantwortlich gemacht. Heutzutage gehören sie zu fast jedem Grundschulunterricht. Diese Arbeit untersucht anhand des Märchens "Hänsel und Gret(h)el", wie Gewalt in Literatur und Film dargestellt und in Szene gesetzt wird. Dazu erfolgt zunächst eine Analyse des Originaltextes nach den Brüdern Grimm, danach wird die aktuellste filmische Adaption des Märchens, "Hänsel und Gretel: Hexenjäger", genauer betrachtet. Der Fokus dieser Studie liegt dabei darauf, wie die gewalttätigen Aspekte der Erzählung jeweils dargestellt werden.

Klappentext

Obwohl die Brüder Grimm ihre Märchensammlungen aufgrund der geringen Verkaufszahlen und der Kritik, dass die Fassungen ihrer gesammelten Werke nicht für Kinder geeignet seien, überarbeiteten, liegt der Fokus der Debatten über Märchen auch heute noch überwiegend auf den Gewaltdarstellungen in ihren Erzählungen. Schließlich sind Märchen, seitdem sie erzählt werden, auch umstritten. Das 19. Jahrhundert und seine Romantik gaben ihnen die relevante Bedeutung in der Literatur, die sie bis heute haben. In der Nachkriegszeit wurden beispielsweise unter anderem Märchen und ihre Grausamkeiten für die in den Konzentrationslagern angewandten Methoden verantwortlich gemacht. Heutzutage gehören sie zu fast jedem Grundschulunterricht. Diese Arbeit untersucht anhand des Märchens "Hänsel und Gret(h)el", wie Gewalt in Literatur und Film dargestellt und in Szene gesetzt wird. Dazu erfolgt zunächst eine Analyse des Originaltextes nach den Brüdern Grimm, danach wird die aktuellste filmische Adaption des Märchens, "Hänsel und Gretel: Hexenjäger", genauer betrachtet. Der Fokus dieser Studie liegt dabei darauf, wie die gewalttätigen Aspekte der Erzählung jeweils dargestellt werden.



Leseprobe
'Textprobe: Kapitel 4.1 Analyse der allgemeinen Gewaltdarstellungen im Text: Vorerst wird das Handlungsschema des Gesamttextes betrachtet. Es entspricht dem genrespezifischen Zweier-Rhythmus, der Funktionen Propps und dessen Reihenfolge, die er der Gattung Märchen entnommen hat. Zum einen erfolgt die 'Schädigung', indem die Kinder zweimal ausgesetzt werden (Grimm et al. 1985, S. 86 Z. 27-S. 89 Z. 23). Zum anderen stellen das Verirren und Hungern im Wald (ebd., S. 89 Z. 23-31) die 'Aussendung' dar. Auf das Leiden unter der kannibalistischen Hexe (ebd., S. 90 Z. 19-S. 91 Z. 31) folgt die Hexenverbrennung (ebd., S. 91 Z. 31-S. 92 Z. 3) durch Grethel ('Entschluss zur Gegenhandlung'). Die 'Abreise' findet statt, als Grethel die Hexe im Ofen verbrennen lässt, Hänsel befreit und beide mit wertvollen Schätzen nach Hause zurückkehren. Der Konflikt und die Konfliktlösung sowie fast alle der nach Propp aufgeführten Funktionen der Handlung sind von Gewalttätigkeiten geprägt. Der Konflikt, somit die 'Aussendung' und die 'Schädigung', besteht aus der physischen, psychischen und verbalen Gewalt der Hungersnot und der Aussetzung der Kinder. Die Bewältigung des Konfliktes, der 'Entschluss zur Gegenhandlung', erfolgt nur durch die physische Gewalt, indem die Hexe verbrannt wird. In Bezug auf die Merkmale Lüthis (vgl. Kapitel 2.1) weisen die Gewaltdarstellungen vor allem die Aspekte der 'Flächenhaftigkeit' und des 'abstrakten Stils' auf. Wie in "Die Mutter führte sie noch tiefer in den Wald hinein, wo sie ihr Lebtag nicht gewesen waren [...]" (Grimm et al. 1985, S. 89 Z. 11f) oder "[...] aber sie verirrten sich bald in der großen Wildnis, und gingen die Nacht und den ganzen Tag, da schliefen sie vor Müdigkeit ein. Dann gingen sie noch einen Tag, aber sie kamen nicht aus dem Wald heraus, und waren so hungrig, denn sie hatten nichts zu essen, als ein paar kleine Beeren, die auf der Erde standen" (ebd., S. 89 Z. 24-29) werden in fast allen Textpassagen keine Gefühle, wie hier das schlechte Gewissen der Eltern oder die Angst der Kinder, beschrieben. Es werden oberflächlich die stattfindenden Handlungen wiedergegeben. Man könnte meinen, folgende Darstellung der psychischen Gewalt sei eine Ausnahme: "[...] sie glaubten, der Vater wäre noch im Wald, weil sie Schläge einer Axt hörten, aber das war ein Ast, den er an einen Baum gebunden hatte, und den der Wind hin und her schlug" (ebd., S. 88 Z. 7-10). Hier wird genau die Methode des Vaters beschrieben, mit der die Kinder von sich fernhält. Jedoch wird auch hier nicht die zu erwartende Enttäuschung der Kinder über den Vater erwähnt. Diese Gleichgültigkeit verwehrt dem Rezipienten die Identifizierung mit den jeweils Betroffenen. Da der Leser nur erahnen kann, was die Figur in diesem Moment empfinden könnte, wird er sich weniger hineinversetzen können. Ausnahmen sind die Darstellungen, in denen das Verb 'weinen' auftritt. Einerseits wird damit beschrieben, wie Gretel unter den unterschiedlichen Gewalttaten leidet (ebd., S. 87 Z. 9; S. 88 Z. 13; S. 90 Z. 35; S. 91Z. 17). Andererseits drückt es die Erleichterung von Hänsel und Gretel bei der Befreiung aus (ebd., S.92 Z.5f). Durch die Veranschaulichung des Empfindens wirken die Gewalttaten erst grausam. Auch wenn die Geschwister "[...] vor Freude [...]" (ebd., S.92 Z.5f) weinen, zeigt das, welche Angst sie vor der Gewalt, die ihnen bevorstand, hatten. So, wie der 'abstrakte Stil' für gewöhnlich nur die Extreme kennt, gibt es auch in diesem Märchen keine Kompromisse. Das stellt die Strafe, die Grethel der Hexe auferlegt, dar: "Nun fing die Alte an in dem heißen Backofen zu schreien und zu jammern; Grethel aber lief fort, und die gottlose Hexe mußte elendiglich verbrennen" (ebd., S. 91 Z. 31-37, S, 92 Z. 1-3). Hier äußert sich die spiegelnde Strafe Röhrichs. Die Hexe muss verbrennen, da sie "[...] Grethel [...] in dem heißen Ofen backen, [...] dann [...] auch aufe

Produktinformationen

Titel: Gewaltinszenierung im Märchen: 'Hänsel und Grethel' und seine Filmadaption 'Hänsel & Gretel: Hexenjäger'
Autor: Angelique Heine
EAN: 9783959348805
ISBN: 978-3-95934-880-5
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
Genre: Deutschsprachige Sprach- und Literaturwissenschaft
Anzahl Seiten: 72
Gewicht: 132g
Größe: H221mm x B156mm x T10mm
Jahr: 2016

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