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Die Musik des Mondes

  • Kartonierter Einband
  • 301 Seiten
Geprägt vom Zeitgeist der 1980-er Jahre wachsen die naturverbundene Schulschwänzerin Cora und Vincent, Sohn eines erfolgreichen Ar... Weiterlesen
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Beschreibung

Geprägt vom Zeitgeist der 1980-er Jahre wachsen die naturverbundene Schulschwänzerin Cora und Vincent, Sohn eines erfolgreichen Architektenpaares, auf. Durch ihre gemeinsame Leidenschaft zur Musik nähern sich die beiden einander an. Cora, die zu ihrem Vater kaum mehr Kontakt hat und unter ihrer kontrollierenden Mutter leidet, fühlt sich von Vincent verstanden. Mit Coras Hilfe entdeckt Vincent seine längst vergessene Passion zum Gitarrenspielen neu und entscheidet sich, hin und hergerissen zwischen Musik und Architektur, für Musik. Als seine Band an einem einjährigen Austauschprogramm mit Afrika teilnimmt, muss er sich vorübergehend von Cora trennen. Auf sich selbst zurückgeworfen, versucht Cora, sich endlich von ihrer Mutter zu befreien, was dramatische Folgen hat. Nach vielen Jahren auf unterschiedlichen Kontinenten sehen sich Cora und Vincent wieder.......

Leseprobe
Montag war ein schöner Tag zum Sterben. Cora stellte sich vor, wie sie die Tabletten schluckte, die ihre Mutter verschrieben bekam, seit Coras Vater sie verlassen hatte. Sie wollte alle auf einmal nehmen, bei Kerzenschein und Pink Floyd. The Wall . Wenn ihre Mutter in der Wohnung ihren bleichen Körper fand, würde Cora aus dem Himmel beobachten, wie sie in Ohnmacht fiel und sich nach dem Aufwachen fragte, warum sie nicht liebevoller mit ihrer Tochter umgegangen war. Die Idee gefiel ihr. Auf Coras Rücken krabbelte etwas. Ohne sich umzudrehen, schlug sie an die Stelle, an der sie das Insekt vermutete. Sie rieb sich die Augen. Familien mit Picknickkörben und Liegestühlen kamen zur Badestelle. Viele hatten Hunde dabei. Köter und Kinder nervten, sie machten nichts als Lärm und Dreck. Cora nahm ihre Luftmatratze, die bereits an drei Stellen geflickt war, setzte den Walkman auf und ging in den See. Sobald sie im Wasser war, entspannte sie sich. Das war nach der Auseinandersetzung mit ihrer Mutter heute früh nötig. Ihre Hände wühlten sandigen Boden auf. Eine Wasserpflanze schlängelte sich um die Finger ihrer linken Hand. Sie streifte das Gewächs ab und paddelte kräftig mit den Füßen, um ins Tiefe zu kommen. Das Wasser wurde kühler, je weiter sie sich vom Ufer entfernte. Sie wollte den Streit vergessen, aber es gelang ihr nicht. Ihre Mutter machte ihr das Leben schwer und verdarb Cora die knapp bemessene Freizeit. Was Mutter bräuchte, wäre ein neuer Mann. Sie war Single seit der Scheidung und ihr Leben konzentrierte sich auf Cora. Das war nicht leicht, weder für ihre Mutter, noch für sie selbst. Elton John sang: When you look up through the wire Nikita do you count the stars at night Die Sterne hatte sie lange nicht mehr gezählt. Vorletzten August hatte sie mit David auf Stern-schnuppen im schwarzen Abendhimmel gewartet. Das war lange her. Ihr erster Freund war seit über einem Jahr tot. Cora war fest davon überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gab. Sie stellte sich vor, dass die Seelen der Verstorbenen in den Garten Eden kamen, einem Platz mit sanften Hügeln und Orangenbäumen, an dem es weder Schmerz noch Kummer gab. Nur Glück, Liebe und Frieden. Schon als Kind hatte sie sich überlegt, was nach dem Sterben geschah und das Jenseits in ihrem Tagebuch als andere Welt bezeichnet. Dort musste David jetzt sein. Vielleicht freute er sich, wenn sie zu ihm kam? Sie würde ihn gerne wiedersehen. Aber wenn sie sich einmal entschieden hatte, gab es kein Zurück mehr. David war das nicht wert und ihre Mutter erst recht nicht. Außerdem war sie erst 18 und zu jung zum Sterben. David hatte sich von Cora getrennt, um mit ihrer besten Freundin Renate eine Beziehung einzugehen. Seitdem lebte sie wie ihre Mutter ohne Partner. David war der erste Mensch gewesen, den sie geliebt hatte. Abgesehen von ihrem Vater. David war zärtlich und konnte gut zuhören, hatte einen Teil ihrer komplizierten Seele verstanden. Und die Musik geliebt, genau wie sie. Vielleicht wäre er ein bekannter Gitarrist geworden, wenn er sich nicht mit 19 vom Hochhaus gestürzt hätte. Nach wenigen Monaten wurde Renate die Beziehung mit David langweilig und sie trennte sich von ihm. Der Schmerz war für seine labile Musikerseele zu stark gewesen. Cora schloss die Augen und ließ sich treiben. Ihre Arme hingen bis über die Ellbogen im Wasser. Kalte und warme Wogen wechselten sich ab. In dünnen Rinnsalen lief der Schweiß von ihren Schläfen bis zum Hals. Der Wind trocknete ihn. Sie stellte sich vor, auf dem Meer zu schaukeln. Wenn sie die Augen öffnete, würde sie der helle Sand blenden. An den Stämmen der Palmen stellten die Beachboys aus Puerto Rico ihre Körper zur Schau. Den hübschesten nähme sie mit auf ihr Hotelzimmer, wo Juán ihr versicherte, dass sie die blauesten Augen der Welt hätte und er sie bis ans Ende seiner Tage lieben würde. Aber das weiche Wasser war nicht das Karibische Meer; lediglich ein Baggersee, der idyllisch neben

Produktinformationen

Titel: Die Musik des Mondes
Autor:
EAN: 9783981288889
ISBN: 978-3-9812888-8-9
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Caminando Verlag
Genre: Romane & Erzählungen
Anzahl Seiten: 301
Gewicht: 315g
Größe: H185mm x B131mm x T25mm
Veröffentlichung: 01.10.2014
Jahr: 2014
Auflage: 1. Aufl.
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