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Aussehen ist Ansichtssache
Angelika Starbatty

Lässt sich über Geschmack streiten? Diese Frage ist nicht nur für die heutige Zeit zu bejahen, in der die Medien regelmäßig über s... Weiterlesen
Fester Einband, 273 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Lässt sich über Geschmack streiten? Diese Frage ist nicht nur für die heutige Zeit zu bejahen, in der die Medien regelmäßig über sogenannte "Modesünden" berichten. Bereits in der römischen Antike war Kleidung häufig Gegenstand hitziger Debatten. Insbesondere die Frage nach ihrer Angemessenheit bestimmte den literarischen Diskurs. Kleidung wurde im aristokratischen Wettstreit gezielt als Mittel der Überzeugung eingesetzt. Gemäß der Annahme, dass Aussehen Ansichtssache ist, werden in der vorliegenden Arbeit beide Perspektiven der kommunikativen Wirkung von Kleidung erörtert. Was die Ansicht des Trägers betrifft, sind die Faktoren und Motive der Kleiderwahl Untersuchungsgegenstand. Erwartungshaltung und Wertvorstellungen hingegen beeinflussen die Beurteilung durch die Rezipienten. Anhand exemplarischer Kleidungsanekdoten werden unterschiedliche Funktionsweisen von Gewändern dargelegt und deren enorme Wirkungskraft verdeutlicht. Kleidung wird dabei im Hinblick auf ihren kalkulierten Einsatz durch die antiken Autoren analysiert.

Klappentext

Lässt sich über Geschmack streiten? Diese Frage ist nicht nur für die heutige Zeit zu bejahen, in der die Medien regelmäßig über sogenannte »Modesünden« berichten. Bereits in der römischen Antike war Kleidung häufig Gegenstand hitziger Debatten. Insbesondere die Frage nach ihrer Angemessenheit bestimmte den literarischen Diskurs. Kleidung wurde im aristokratischen Wettstreit gezielt als Mittel der Überzeugung eingesetzt. Gemäß der Annahme, dass Aussehen Ansichtssache ist, werden in der vorliegenden Arbeit beide Perspektiven der kommunikativen Wirkung von Kleidung erörtert. Was die Ansicht des Trägers betrifft, sind die Faktoren und Motive der Kleiderwahl Untersuchungsgegenstand. Erwartungshaltung und Wertvorstellungen hingegen beeinflussen die Beurteilung durch die Rezipienten. Anhand exemplarischer Kleidungsanekdoten werden unterschiedliche Funktionsweisen von Gewändern dargelegt und deren enorme Wirkungskraft verdeutlicht. Kleidung wird dabei im Hinblick auf ihren kalkulierten Einsatz durch die antiken Autoren analysiert.



Leseprobe
III Kleidertopoi im literarischen Diskurs der Antike (S. 148-149) Wie im vorherigen Kapitel erläutert wurde, war Kleidung ein wichtiges, nonverbales Kommunikationsmedium. Dieses wurde beurteilt und interpretiert sowie verbunden mit einer Wirkungsabsicht eingesetzt. Dabei kamen der Kleidung in gesellschaftlichen Zusammenhängen unterschiedliche kommunikative Funktionen zu. Nachdem die Wirkungsmechanismen und die historischen Rahmenbedingungen der Kleidung im Kontext der nonverbalen Kommunikation beleuchtet worden sind, wird nun die Wirkungsmacht der Kleidung in ihrer konkreten Anwendung in der römischen Literatur der späten Republik sowie der frühen Kaiserzeit demonstriert. Der literarische Diskurs über die Unangemessenheit bestimmter Kleidungsarten oder -stücke dient hierbei gewissermaßen als Fallbeispiel. Er illustriert besonders anschaulich, wie intensiv sich die antiken Autoren mit Kleidung als Kommunikationsmittel auseinandergesetzt haben. Der außerordentliche Stellenwert, den sie der Kleidung innerhalb der Argumentation einräumten, verdeutlicht dabei, wie überzeugt sie von der Wirkungsmacht der Kleidung gewesen sein müssen. Die Selbstregulierung innerhalb der Bürgerschaft spielte eine wichtige Rolle für den Erhalt der öffentlichen Ordnung in Rom. Dies gilt auch im Hinblick auf Kleiderfragen. Eine Untersuchung des literarischen Diskurses, der sich mit angemessener Kleidung auseinandersetzte, gewährt interessante Einblicke in vielerlei Hinsicht. Zum einen liefert eine solche Analyse Hinweise darauf, was innerhalb der römischen Gesellschaft zu dieser Zeit als inadäquate Kleidung angesehen wurde. Ferner vermittelt sie einen Eindruck davon, wie die antiken Autoren nonverbale Kommunikation mittels Kleidung durch Sprache ausdrückten. Darüber hinaus lassen sich aus der Art der Darstellung Erkenntnisse darüber gewinnen, was der jeweilige Autor damit bezweckte, beziehungsweise welche Interpretation er sich vom Leser aufgrund der von ihm bewusst gewählten Darstellungsweise erwartete. Die Überlegungen zur Intentionalität von Anekdoten über Kleidung ermöglichen einen Zugang zu Ereignissen, die meist nicht eindeutig rekonstruiert werden können. Reflexionen über die Darstellungsabsichten der zeitgenössischen Autoren und die daraus resultierenden Reaktionen der Leser helfen diese Ereignisse zu verstehen. Es geht hier also darum zu zeigen, wie das nonverbale Kommunikationsmedium Kleidung in der rhetorischen Verschriftlichung wirksam wurde.583 In der Literatur entfaltet Kleidung ihre Wirkung nicht direkt, da sie nicht unmittelbar vom Kommunikationspartner wahrgenommen werden kann. Vielmehr wirkt sie indirekt, nämlich durch die Vermittlung des Autors. Genau dieser "Umweg" über den Autor macht das Rhetorische des Diskurses aus, weil dieser die Kleidung in der Erzählung intentional mit einer Funktion versieht. In diesem Sinne gibt der Verfasser der "Rhetorica ad Herennium" im dritten Buch Ratschläge für einen strategischen Einsatz der körperlichen Vorzüge einer Person im Rahmen der Darlegung. Über jemanden, der von Natur aus eine gute Erscheinung und ein positives Aussehen habe, könne man sich lobend äußern und betonen, dass dies nicht wie von anderen zu Schaden und Unehre missbraucht worden sei. Falls diese Vorzüge aber in den Dienst eines Tadels gestellt werden sollen, müsste man behaupten, diese seien übel genutzt worden."

Inhalt
1;Inhaltsverzeichnis;6 2;Vorwort;9 3;Einleitung;10 3.1;Der Forschungsstand;11 3.2;Die Quellenlage;18 3.3;Methodische Überlegungen;20 4;I Die Bedeutung der Rhetorik in der Antike;27 4.1;Die Universalität der Rhetorik;27 4.2;Die Rhetorik als beziehungsweise ars;29 4.3;Nonverbale Kommunikation als Teil der antiken Rhetorik;31 4.4;Die Topik als Teil der rhetorischen Kommunikation;36 4.5;Exkurs zum Habitus;45 5;II Kleidung in der Antike;51 5.1;Kleidung kommuniziert;51 5.2;Die Kleid-Charakter-Relation;56 5.3;Der Physiognomiktopos als Mittel der Kritik;58 5.4;Ciceros implizites Selbstlob;65 5.5;Schönheit als Zeichen für virtus;67 5.6;Vermeintliche Täuschung;69 5.7;Die Ambivalenz der Kleidung;69 5.8;Kleiderwechsel als Zeichen der Unterwerfung;72 5.9;Mitleid als politische Waffe;74 5.10;Mitleid mit dem Angeklagten;76 5.11;Die kollektive vestis mutatio als Mittel politischer;80 5.12;Stellungnahme;80 5.13;Emotionale Einflussnahme;85 5.14;Exkurs zu Quintilians Anweisungen zum zielgerich-teten Einsatz von Kleidung;87 5.15;Kleider machen Leute;95 5.16;Die Welt der Frau;97 5.17;Mehr Schein als Sein;104 5.18;Caesar im Spiegel seiner Kritiker;106 5.19;Das Motiv der Eitelkeit;110 5.20;Befangenheit im Urteil;113 5.21;Glaubwürdigkeit der Inszenierung;114 5.22;Angesehene Selbstdarstellung: die Sophisten der;117 5.23;Kaiserzeit;117 5.24;Die ostentative Bescheidenheit der Philosophen;118 5.25;Das Gefahrenpotential der Selbstinszenierung;120 5.26;Das Ideal der Übereinstimmung zwischen Kleid und;126 5.27;Status;126 5.28;Die Kehrseite der Toga467;129 5.29;Augustus' Hinwendung zur Tradition;132 5.30;Tiberius' Politik der Zurückhaltung;134 5.31;Maßnahmen nach Tiberius;136 5.32;Kleiderregeln von Kaisern des zweiten und dritten Jahrhunderts;137 5.33;Politische Motivation;141 5.34;Kleidung als Auszeichnung oder Statusersatz;142 5.35;Statususurpationen;144 5.36;Statussymbole und Prestige;145 5.37;Gemeinsame Kleidung verbindet;150 5.38;Identität durch Abgrenzung;152 5.39;Stabilität durch Integration;153 5.40;Die wertvolle römische Identität;156 6;III Kleidertopoi im literarischen Diskurs der Antike;157 6.1;Die Frage nach dem aptum;159 6.2;Eines imperium nicht würdig;164 6.3;Kleidung als Spiegel der Macht;172 6.4;Unrömische Kleidung;176 6.5;Indizien der effeminatio;183 6.6;Das Aussehen der "male viri";186 6.7;Sich nackt fühlen;197 6.8;Die nackte Wahrheit;198 6.9;Ver-kleidung;201 6.10;Ritualisierte und anerkannte Verkleidungen;202 6.11;Verkleidungen im Rahmen von Kriegslisten;204 6.12;Verwerfliche Verkleidungen;214 6.13;Des Kaisers neue Kleider;224 6.14;Caligula der Verkleidungskünstler;227 6.15;Sex & Crime unter Nero;233 6.16;Nero der Schauspieler;236 6.17;Zwischenfazit und Ausblick;241 7;Schluss;245 7.1;Literarische Quellen;249 8;Literaturverzeichnis;249 8.1;Literarische Quelleneditionen;253 8.2;Forschungsliteratur;253 9;Register der zitierten literarischen Quellen;269 10;Namen- und Sachregister;275

Produktinformationen

Titel: Aussehen ist Ansichtssache
Untertitel: Kleidung in der Kommunikation der römischen Antike
Autor: Angelika Starbatty
EAN: 9783831609277
ISBN: 978-3-8316-0927-7
Format: Fester Einband
Herausgeber: Utz Verlag GmbH
Genre: Antike
Anzahl Seiten: 273
Gewicht: 760g
Größe: H248mm x B177mm x T27mm
Veröffentlichung: 01.12.2010
Jahr: 2010
Auflage: Neuaufl.

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