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Die Wissenschaftselite Deutschlands
Angela Graf

Wer zählt zur deutschen Wissenschaftselite und wie rekrutiert sie sich? Gestützt auf empirisches Datenmaterial zeichnet Angela Gra... Weiterlesen
Kartonierter Einband (Kt), 326 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Wer zählt zur deutschen Wissenschaftselite und wie rekrutiert sie sich? Gestützt auf empirisches Datenmaterial zeichnet Angela Graf das Sozialprofil und die Werdegänge der Wissenschaftselite von 1945 bis heute nach. Dabei zeigt sich, dass soziale Herkunft erheblichen Einfluss auf die Karriere hat. Der weit überwiegende Anteil der Elitemitglieder stammt aus hochprivilegierten Familienverhältnissen, wobei diese mit zunehmendem Machtumfang der Elitepositionen eine größere Nähe zur Wirtschaft aufweisen. Umgekehrt findet sich bei den wissenschaftlichen Koryphäen eine engere familiäre Bindung zum akademischen Feld. Die Ergebnisse erlangen angesichts der aktuellen hochschulpolitischen Initiativen zur Förderung wissenschaftlicher Eliten besondere Brisanz, da sie das propagierte meritokratische Prinzip infrage stellen.

Autorentext

Angela Graf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie an der TU Darmstadt.



Leseprobe
1Einleitung Seit einigen Jahren ist der Begriff "Elite" nicht nur im wissenschaftlichen Diskurs wieder en vogue, was sich an der hohen Anzahl wissenschaftlicher Publikationen zu diesem Themenkomplex zeigt und damit ein gestiegenes Interesse an der Analyse der gesellschaftlichen Spitze verdeutlicht. Auch in den Medien und der Öffentlichkeit ist "Elite" zu einer Art Schlüsselbegriff avanciert. Insbesondere im Bereich der Hochschul- und Wissenschaftspolitik findet in den letzten Jahren eine intensive Diskussion um die (Aus-)Bildung von Eliten statt; es werden Forderungen nach dezidierten Eliteförderungskonzepten zur Steigerung wissenschaftlicher Leistung und Exzellenz laut. Reformbemühungen im Bereich des deutschen Hochschul- und Forschungssystems, wie die jüngst ausgelaufene Exzellenzinitiative, die auf die Herausbildung von Eliteuniversitäten abzielte, die Autonomisierung und Privatisierung von Universitäten, die deutliche Zunahme von Evaluationsprogrammen, Deutschlandstipendien, verschiedene Programme der Länder zur Förderung wissenschaftlicher Exzellenz, wie das LOEWE-Programm in Hessen und vieles mehr, verdeutlichen den Wunsch und den Drang nach der Förderung und der Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Eliten in Deutschland. Wiederholt wird in diesem Zusammenhang betont, es sei notwendig, sich zugunsten einer gezielten Förderung der Besten und Begabtesten, von einem egalitären System abzuwenden. All diese Programme und Maßnahmen werden vor dem Hintergrund einer Bestenauswahl und -förderung verhandelt. Wenig spezifiziert wird in diesem Diskurs jedoch, von wem eigentlich die Rede ist, wenn von Wissenschaftseliten gesprochen wird. Geht man zunächst davon aus, dass es sich bei wissenschaftlichen Eliten um Personen handelt, die an der Spitze des Wissenschaftssystems stehen, so stellen diese keineswegs eine Neuerung dar. Außergewöhnliche Spitzenwissenschaftler oder Akteure mit weitreichendem Einfluss auf die Geschicke der Wissenschaft gab und gibt es seit Beginn der modernen Wissenschaft, also seit der Etablierung der Wissenschaft als eigenständige und zentrale gesellschaftliche Institution. Seiner etymologischen Herkunft nach bedeutet der Begriff Elite (von lat. eligere, frz. élire) zunächst nichts anderes als die Auswahl oder das Erwählen von Personen. Damit ist allerdings noch nichts über die Kriterien dieser Auslese gesagt. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist der Begriff hingegen hochgradig normativ aufgeladen, wobei die aktuelle Debatte im Zusammenhang mit Wissenschaft eng mit dem Leistungsgedanken verknüpft scheint. In der Wissenschaft wird häufig, mehr noch als in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen, von einem meritokratischen Prinzip ausgegangen. Auch die jüngsten wissenschaftspolitischen Entwicklungen, wie die Einführung neuer Steuerungsmechanismen, gehen von diesem Grundsatz aus. Sie sollen in erster Linie die Rahmenbedingungen für eine rein leistungsorientierte und konkurrenzbasierte Förderung und Auslese im wissenschaftlichen Betrieb schaffen bzw. verbessern. Insofern liegt hier die implizite Annahme zugrunde, dass die bisherigen Strukturen eine solche rein auf der Identifizierung, Auswahl und Förderung der Besten und Begabtesten basierende Produktion und Reproduktion nur unzureichend ermöglichten. Anders als seit einigen Jahren beispielsweise im Bereich der Bildung - insbesondere seit dem "PISA-Schock" 2000 - steht jedoch nicht die Frage nach dem Abbau möglicher vorhandener sozialer Ungleichheiten im Fokus des Diskurses, sondern vielmehr die Monierung einer zu sehr auf Egalität beruhenden Struktur, die die vollen Potenziale nicht auszuschöpfen vermag. Dies wirft Fragen auf, wie beispielsweise: Wer sind eigentlich die Besten und wodurch werden sie als solche erkannt bzw. geben sie sich zu erkennen? Nach welchen Kriterien wurde und wird in der Wissenschaft selektiert und rekrutiert und wem gelang es bislang, an die Spitze der Wissenschaft zu kommen? Mehr noch: Wer gehört e

Inhalt

Inhalt Dank7 1Einleitung8 2Wissenschaft und Elite - theoretische Sondierungen13 2.1 Gibt es eine Wissenschaftselite? Wissenschaft im Kontext der Elitetheorie13 2.2Wer gehört zur Wissenschaftselite? Funktionsweise und Struktur der Wissenschaft25 2.2.1Bourdieus Feld-Konzept28 2.2.2Die Funktionsweise der Wissenschaft und die Struktur des wissenschaftlichen Feldes34 2.2.3Das Feld der Macht und die Wissenschaft42 2.2.4Die deutsche Wissenschaftslandschaft50 2.3Der Zugang zur Wissenschaftselite - Karrieren in der Wissenschaft61 2.3.1Die formale Gestaltung der Selektions- und Rekrutierungsverfahren61 2.3.2Wissenschaftliche Leistung und Anerkennung63 2.3.3Aufbau von Reputation - Kapitalakkumulation im wissenschaftlichen Feld73 2.3.4Die Bedeutung der sozialen Herkunft für wissenschaftliche Karrieren79 3Forschungsdesign und -methode87 3.1Das Forschungssample87 3.2Forschungsmethode94 4Die soziale Zusammensetzung der Wissenschaftselite102 4.1Alter, Geschlecht und Fächerzugehörigkeit102 4.2Die soziale Herkunft der Wissenschaftselite112 4.2.1Die soziale Zusammensetzung der Wissenschaftselite117 4.2.2Veränderungen in der sozialen Zusammensetzung der Wissenschaftselite im Zeitverlauf131 5Bildungsverlauf und Etablierung im Feld149 5.1Die Bildungsverläufe der Wissenschaftselite und ihre Etablierung im Feld151 5.2Herkunfts- und geschlechtsspezifische Unterschiede166 5.3Unterschiede zwischen den Teileliten183 6Karriereweg und Mobilität198 6.1Die Karrierewege der Wissenschaftselite199 6.2Herkunfts- und geschlechtsspezifische Unterschiede in den Karrierewegen210 6.3Unterschiede zwischen den Teileliten227 7Zusammenfassung, Reflexion und Ausblick242 7.1Der Zugang zur Wissenschaftselite - Leistung oder soziale Herkunft?248 7.2Die Bedeutung der sozialen Herkunft für wissenschaftliche Karrieren255 7.3Vier Typen wissenschaftlicher Eliten261 7.4Tendenzen, Konsequenzen und offene Fragen268 Abbildungsverzeichnis275 Tabellenverzeichnis278 Literaturverzeichnis281 Anhang298

Produktinformationen

Titel: Die Wissenschaftselite Deutschlands
Untertitel: Sozialprofil und Werdegänge zwischen 1945 und 2013
Autor: Angela Graf
EAN: 9783593502977
ISBN: 978-3-593-50297-7
Format: Kartonierter Einband (Kt)
Herausgeber: Campus Verlag GmbH
Genre: Soziologie
Anzahl Seiten: 326
Gewicht: 414g
Größe: H213mm x B142mm x T22mm
Veröffentlichung: 06.02.2015
Jahr: 2015

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