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Er lebt und lebt nicht
Angela Gantke

Anfang Dezember 1250 in der Capitanata Apuliens. Auf Castel Fiorentino liegt der letzte Stauferkaiser Friedrich II. im Sterben. Do... Weiterlesen
Kartonierter Einband, 498 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Anfang Dezember 1250 in der Capitanata Apuliens. Auf Castel Fiorentino liegt der letzte Stauferkaiser Friedrich II. im Sterben. Doch das Staunen der Welt und ihr wunderbarer Wandler, der Gesetzgeber, Kreuzfahrer und Naturforscher, der Tierbuchautor, leidenschaftliche Vogelkundler und Falkner, wird auf fantastische Weise in einer geheimnisvollen Zwischenwelt weiter leben. Denn Agnes aus dem 21. Jahrhundert hatte einen Traum und wurde durch Raum und Zeit bis ins Mittelalter zurück geschickt, um den wissensdurstigen Kaiser vom Sterbebett auferstehen zu lassen und ihm seine tausend Fragen nach allen Geheimnissen, die es gibt zwischen Himmel und Erde, richtig zu beantworten. Am Ende steuert ihr großer Traum in eine Katastrophe. Angela Gantke verknüpft in ihrer amüsamt-informierenden Geschichte, fantasievoll und kenntnisreich, die gegenwärtige Zeitebene mit der historischen und rückt den berühmt-berüchtigten Enkel Kaiser Barbarossas ins Licht unserer Tage.

Autorentext

Angela Gantke, Jahrgang 1951, lebt seit 2015 in Berlin-Karow und ist von Beruf Teilkonstrukteurin. Sie hat ein Spezialstudium für Malerei und Grafik absolviert und arbeitete bis 2011 als Standesbeamtin. ER LEBT UND LEBT NICHT ist ihr Debütroman.



Leseprobe
Nächtliche Betrachtungen und der Morgen danach Der Erzbischof Berard von Palermo schreckt aus seinen Kissen hoch. Unruhig war sein Schlaf und von düsteren Träumen heimgesucht. Es ist Nacht. Das rote Licht der im Hof aufgestellten Feuerbecken lodert durch das Fenster und geistert durch die Kemenate. Berard dreht sich auf den Rücken. Er blickt zur Decke mit dem roten, geisterhaften Licht und der vergangene Tag geht ihm durch den Kopf. Die rätselhafte Frau sprach von Dingen, die Jahrzehnte schon zurückliegen, so als wäre sie selbst dabei gewesen. Unerklärlich, woher sie so genau wissen konnte was damals, im September 1212, geschah. Wir waren über die Alpen gezogen und standen vor Konstanz. Und der Welfenkaiser Otto IV. lagerte bereits am anderen Ufer des Bodensees. Wie wäre wohl alles gekommen, sinnt er darüber nach' wenn wir nur wenige Stunden später vor den fest verschlossenen Toren dieser Stadt gestanden hätten. Die Welt wäre gewiss eine andere. Doch wir hatten die päpstliche Bulle über die Exkommunikation Ottos dabei, und gerade noch rechtzeitig konnte ich sie den Stadtvätern unter ihre Nasen halten. So öffneten sich für Friedrich die Tore, für Otto aber blieben sie verschlossen. Er kam zu spät. Berard seufzt. Die dramatischen Ereignisse von damals waren in ihm verschüttet gewesen. Jetzt denkt er zurück an den glücklichen Anfang im kalten und von dichten Wäldern überwucherten Deutschland und er denkt an die hoffnungsvollen ersten Jahre, als die Menschen dort den Knaben Friedrich als ihren legitimen König feierten. Denn wie eine Feuersbrunst erfasste die frohe Kunde vom plötzlichen Erscheinen des kindlichen Staufers das ganze Land; war er doch der Enkel ihres einstigen Kaisers Friedrich I., den die Italiener wegen seines roten Bartes 'Barbarossa' genannt hatten. Seither ist viel geschehen. Mit Kampf, Sieg und Erfolg, mit der Neuordnung des Reiches, mit Gesetzgebung, Kreuzzug und blutigen Schlachten, mit Jagd, Wissenschaft, Dichtkunst und mit rauschenden Festen waren die Jahrzehnte angefüllt gewesen, aber immer wieder auch mit herben Rückschlägen, mit Niederlagen und mit unüberwindlichen Konflikten. Berard schließt die Augen. Noch einmal lässt er die alten Bilder vorüberziehen. Und er sieht ein großes Heer von Menschen, die den holden Knaben Friedrich auf seinem wunderbaren Zug durch das obere Rheintal begleiten. Das Kind von Apulien, das Chint von Pulle, oder auch der Puer Apuliae, so nannte das deutsche Volk den jungen Stauferkönig damals. Und er, hoch zu Ross und vom lieblich süßen Hauch des fernen Südens umweht, mit bronzefarbenem Antlitz, großen blauen Augen und rotblonden Locken, strahlend schön und kindlich anmutig, erschien ihnen wie der Erlöser selbst. Bald hatte er nicht nur sein deutsches Erbland zurückerobert, sondern auch das leidgeprüfte und sehnsuchtsvolle Herz dieses Volkes. Und Berard war als päpstlicher Legat fast immer mit dabei gewesen. Doch er hatte diese längst vergangenen Zeiten, unbewusst vielleicht, mit dem Mantel des Vergessens bedeckt. Gestern aber, im Andachtsraum der winzigen Kapelle, hatte die geheimnisvolle Frau diesen Mantel mit ihren ungeheuerlichen Worten einfach weggezogen und das Verschüttete in ihm bloßgelegt: mit den Erinnerungen an damals, als auch er jung war und sich voller Tatendrang der Sache des ganz erstaunlichen und hoffnungsvollen Staufers verschrieben hatte. Und hier oben auf Castel Fiorentino, auf dem extra für ihn hergerichteten Lager, drängen sich die alten, längst verschüttet geglaubten Bilder wieder an die Oberfläche. Er sieht sich beim Laterankonzil im Jahr 1215 in Rom. Als Primas der sizilischen Kirche ist er dort gewesen. Und bereitwillig den Wunsch des jungen Friedrich erfüllend, übertrug ihm der nachgiebige Papst Innozenz III. danach das Bistum der Hauptstadt Palermo. Wie viele Male er später als Vermittler und Friedensstifter im Auftrag Friedrichs zwischen ihm und der Kurie in Rom hin und her gereist ist

Produktinformationen

Titel: Er lebt und lebt nicht
Untertitel: Traumbuch über Kaiser Friedrich II
Autor: Angela Gantke
EAN: 9783937367675
ISBN: 978-3-937367-67-5
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Kinzel, Manuela Verlagsgr
Genre: Romane & Erzählungen
Anzahl Seiten: 498
Gewicht: 643g
Größe: H209mm x B149mm x T33mm
Veröffentlichung: 01.03.2012
Jahr: 2012
Auflage: 1. Aufl.
Land: DE

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