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Wenn Gott spricht

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Leseprobe
Prophezeiungen und was sie für das Leben bedeuten Prophezeiungen - haben sie irgendeinen Wahrheitsgehalt? Ist unsere Zukunft vorhe... Weiterlesen
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Beschreibung

Prophezeiungen und was sie für das Leben bedeuten Prophezeiungen - haben sie irgendeinen Wahrheitsgehalt? Ist unsere Zukunft vorherbestimmt? Oder ist alles, was in unserem Leben geschieht, eine Summe aus selbstbestimmtem Tun und zufälligen Ereignissen? Andreas Englisch, seit zwanzig Jahren Vatikan-Korrespondent mit besten Verbindungen ins Machtzentrum der katholischen Kirche, geht diesen Fragen nach. Er hinterfragt Prophezeiungen biblischer Überlieferungen ebenso wie spektakuläre Mysterien neuerer Zeiten und kommt zu Erkenntnissen, die selbst Skeptikern zu denken geben.

Autorentext
Andreas Englisch lebt seit 1987 in Rom als Vatikan-Korrespondent. Er stand in engem Kontakt zu Papst Johannes Paul II. und hat Benedikt XVI. auf vielen Reisen begleitet. Er ist Autor der Bestseller »Johannes Paul II.«, »Habemus Papam« und »Die Wunder der katholischen Kirche«.

Klappentext

Prophezeiungen und was sie für das Leben bedeuten

Prophezeiungen - haben sie irgendeinen Wahrheitsgehalt? Ist unsere Zukunft vorherbestimmt? Oder ist alles, was in unserem Leben geschieht, eine Summe aus selbstbestimmtem Tun und zufälligen Ereignissen? Andreas Englisch, seit zwanzig Jahren Vatikan-Korrespondent mit besten Verbindungen ins Machtzentrum der katholischen Kirche, geht diesen Fragen nach. Er hinterfragt Prophezeiungen biblischer Überlieferungen ebenso wie spektakuläre Mysterien neuerer Zeiten und kommt zu Erkenntnissen, die selbst Skeptikern zu denken geben.



Zusammenfassung
Prophezeiungen und was sie für das Leben bedeuten

Prophezeiungen haben sie irgendeinen Wahrheitsgehalt? Ist unsere Zukunft vorherbestimmt? Oder ist alles, was in unserem Leben geschieht, eine Summe aus selbstbestimmtem Tun und zufälligen Ereignissen? Andreas Englisch, seit zwanzig Jahren Vatikan-Korrespondent mit besten Verbindungen ins Machtzentrum der katholischen Kirche, geht diesen Fragen nach. Er hinterfragt Prophezeiungen biblischer Überlieferungen ebenso wie spektakuläre Mysterien neuerer Zeiten und kommt zu Erkenntnissen, die selbst Skeptikern zu denken geben.



Leseprobe
Prolog
Als ich 1987 als Vatikankorrespondent nach Rom kam, war ich erst 24 Jahre alt. Schon deswegen nahm mich in der Vatikanstadt niemand ernst. Es gab eine weit verbreitete Methode, mir zu zeigen, wie unerfahren ich war. Die Prälaten erinnerten sich in Gesprächen mit mir an die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, sodass ich sagen musste, dass ich damals noch gar nicht geboren worden war. Oder sie machten eine Anspielung auf den Tag, an dem Papst Paul VI. einmal im Fahrstuhl des Hauptquartiers der Jesuiten stecken geblieben war. Ich musste natürlich zugeben, dass ich im letzten Regierungsjahr Papst Paul VI. erst 14 Jahre alt gewesen war und meine Firmung noch vor mir gehabt hatte.
»Gott, sind Sie jung«, sagten die Prälaten dann zu mir, ganz väterlich, aber natürlich auch von oben herab. Ich weiß noch, wie unsicher ich war, wenn ich mit Arturo Mari arbeiten musste, dem Papstfotografen, der später ein echter Freund wurde. Vor ihm hatte ich einen Heidenrespekt, weil er schon unter Papst Pius XII. im Vatikan gearbeitet hatte, also lange vor meiner Geburt.
Besonders herablassend allerdings wurde ich von meinen Kollegen behandelt, den »vaticanisti«, den italienischen Journalisten, die sich ausschließlich mit der Berichterstattung aus dem Kirchenstaat beschäftigen. Dieser Club gestandener Veteranen nahm mich, das Küken mit dem deutschen Akzent, überhaupt nicht wahr. Ganz schlimm wurde es auf längeren Papstreisen. Dann frühstückten die Herren schon miteinander und sprachen den Tag durch, während ich von meinem einsamen Tisch aus zu ihnen hinüberschielte. Ich ahnte, dass sie sich auch für die Abendessen verabreden würden. Um das zu tun, scharten sich die Journalisten um einen Mann mit graumeliertem Haar, der aussah wie ein in die Jahre gekommener Filmstar, stets einen Reiseführer dabeihatte und immer wusste, wo sich der »place to be« befand, also in welchem Restaurant man den spannendsten Abend verbringen würde. Seltsamerweise war dieser schlanke Herr in der Lage, in Syrien oder Sant Louis, in Delhi oder Jerusalem treffsicher das beste Lokal auszusuchen.
Ich wurde zu diesen Abendessen nie eingeladen. Ich starrte nach der Arbeit in meinem Hotelzimmer gegen die Wand und stopfte Fast Food in mich hinein. Das Ungeheuerlichste aber war, dass diese Kollegen den wichtigsten Mann, den damaligen Papstsprecher Joaquín Navarro Valls, schlicht duzten. Ich hörte »Joaquín, komm bitte mal her«, »Joaquín erklär doch mal, was meint der Papst denn da?«. Ich selber wagte ihn nur als »Direttore« anzusprechen, mit seinem Titel als Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls.
Auch vom Informationsfluss war ich ausgeschlossen. Die italienischen Kollegen telefonierten den ganzen Tag miteinander. Sie konnten sich auf ein engmaschiges Netz verlassen. Immer war mindestens ein Kollege in der unmittelbaren Umgebung des Papstes, alle anderen nahmen sich gern mal ein paar Stunden frei, um sich die Städte anzusehen. Sie waren aber stets super aktuell informiert. Während sie auf der Fifth Avenue in New York shoppten, informierte sie der Kollege, der gerade den Papst begleitete, darüber, was der Heilige Vater gepredigt hatte oder wann er wieder in die Nuntiatur zurückkehren würde. Ich selbst wurde nie angerufen und blieb deshalb stets in der Nähe des Papstes, langweilte mich manchmal entsetzlich und bekam nie etwas von dem normalen Leben in den Städten mit, die der Heilige Vater gerade besuchte. Ich sah nur Kirchen, Kirchen, Kirchen.
Es gab aber eine Ausnahme in diesem - aus meiner damaligen Sicht - Senioren-Club der »vaticanisti«: Ausgerechnet der Herr mit dem grauen Haar, der Feinschmecker Orazio Petro- sillo, nahm mich unter seine Fittiche. Orazio war zwar auch weitaus älter als ich, ließ mich aber nicht ständig spüren, dass ich von nichts eine Ahnung hatte. Orazio setzte sich sogar manchmal zum Frühstück an meinen verwaisten Tisch, fragte mich nach meinem Leben, nahm mich zu Treffen mit der Entourage des Papstes mit, von deren Existenz ich nichts geahnt hatte, vor allem nicht, dass Journalisten dort hingehen konnten. Es dauerte nicht lange, bis ich begriff, dass es in der Journalistengruppe, die den Papst begleitete, hilfreich war, in der Nähe von Orazio Petrosillo zu bleiben. Es stellte sich zudem heraus, dass wir in Rom fast Nachbarn waren. Ich wohnte damals noch in Trastevere. Zu meiner Freude traf ich ihn manchmal auf den Treppen, die zum Stadtteil Monteverde Vecchio hochführen. Obwohl er ein überzeugter, fast schon glühender Katholik war, gehörte Orazio nicht zu den Menschen, die andere missionieren wollten. Im Gegenteil: Seine Fähigkeit, sich durchzusetzen, war alles andere als ausgeprägt. Ich erinnere mich daran, dass er mich auf der Treppe auf unseren Hund ansprach, einen ausgesetzten Jagdhund, den wir eines Tages am Straßenrand aufgelesen hatten. Er beklagte sich darüber, dass auch seine Töchter dazu neigten, streunende Hunde zu retten, die er dann spazieren führen müsse. Dass es ihm ebenso wenig wie mir gelungen war, durchzusetzen, dass der Vierbeiner nicht ins Haus kommt, machte ihn mir sympathisch. Zumal es bei ihm genau wie bei mir damit endete, dass der Hund auf dem Sofa schlief.
Orazio war auch nicht der Mann, der den schnoddrigen Journalistenton in Gesprächen über Johannes Paul II. übel nahm. Der Jahrtausendpapst brach einen Rekord nach dem anderen. Als erster Papst betete er in einer Moschee, als erster Papst in einer Synagoge, als erster in einer lutherischen Kirche, als erster bereiste er unermüdlich die Welt, als erster zelebrierte er vor Millionen Menschen Weltjugendtage. Wenn die Gruppe der erschöpften Vatikanjournalisten damals auf Papstreisen Sprüche klopfte wie: »Hoffentlich denkt sich der Boss heute nicht wieder etwas Neues aus«, lachte Orazio mit. Er selbst sprach nie abwertend über den Papst, erwartete aber keineswegs, dass die anderen ebenso fromm wären wie er. Im Gegenteil: Orazio trat immer so auf, als wollte er sich dafür entschuldigen, dass er ein wenig schrullig sei, und dass er seinen Glauben zu ernst nehme. Natürlich hatte er nach dem Abitur Priester werden wollen, aber dann, wegen seiner erklärten Zuneigung zu Frauen, doch beschlossen, die Kirche von außen zu betrachten.
Orazio wurde nach und nach mein wichtigster Verbündeter: Wenn der Papst über autokephale Kirchen sprach, verlor Orazio nie die Geduld, mir zu erklären, was zum Teufel das eigentlich war. Wenn ich eines der frühen Briefings um 4 Uhr morgens verpasst hatte, fragte ich Orazio, was passiert war. Er wusste immer alles, er war stets rechtzeitig aufgestanden, und er behielt nie eine Information für sich. Nahezu alle anderen Journalisten-Kollegen winkten jedes Mal, wenn ich eine Frage hatte, rasch ab und sagten mir, dass sie jetzt gerade im Stress wären, was mir klarmachen sollte, wie unwichtig ich war, gemessen an ihnen. Dass Orazio sich immer Zeit für mich nahm, überraschte mich vor allem deshalb, weil mir damals die katholische Kirche und auch das Papsttum zutiefst egal waren. Ich machte nur meinen Job. Ich empfand nichts für Karol Wojtyta, den Orazio natürlich persönlich kannte.
Um Orazio zu ärgern, sagte ich manchmal: »Sag mal, du glaubst den ganzen Quatsch, dass der Papst der Vikar Gottes ist, doch nicht wirklich?« Dann sagte er: »Natürlich glaube ich das.« Aber böse war er mir deswegen nicht.
Für die Bedienung von Computern und das Vernetzen in Internet-Systemen war Orazio einfach nicht geboren. Manchmal stand er vor mir und bat mich um Hilfe, weil er seinen in Rom dringend benötigten Text nicht hatte absenden können. Wenn es mir gelungen war, ein technisches Problem zu lösen, das jeder 14-jährige hätte lösen können, sagte Orazio immer anerkennend: »Du mit deinen mächtigen Maschinen.« Er surfte nie durch Archive, weil er das nicht nötig hatte. Er wusste alles, wirklich alles, einfach auswendig. Wenn der Papst einen Schimpansen streichelte und ich Orazio fragte, ob schon einmal ein Papst einen Affen auf dem Arm gehabt habe, gab er mit unglaublicher Sicherheit die präzise Antwort. Die Päpste und der Vatikan waren sein Leben, und ohne ihn hätte ich meinen Job am Hof der Päpste bereits vor zwölf Jahren verloren.
Orazio war es auch, der mich damals dazu brachte, zum ersten Mal in meinem Leben über das Thema Prophezeiungen nachzudenken: in einem Taxi in Rio de Janeiro.
Am 5. Oktober 1997 beendete Papst Johannes Paul II. seinen Besuch in Brasilien mit einer feierlichen Messe im Maracanä- Stadion in Rio de Janeiro. Ich hatte mich in den letzten Pool, die letzte Journalistengruppe, einteilen lassen, die den Papst in das Stadion begleitete, und auf dem Weg zurück verpasste ich den Bus, der die Journalisten zurückfuhr. Ein sehr netter Herr, der zur Organisation des Papstbesuchs gehörte, bot sich schließlich an, mich zurückzubringen, vom Maracanä-Stadion ins Pressezentrum. Wir fuhren kreuz und quer durch Rio de Janeiro. Ich konnte kaum etwas von der Stadt sehen, die Seitenscheiben waren so stark getönt, dass ich nur ahnen konnte, wo ich war. Plötzlich blieb der Wagen stehen. Ich hörte, wie der Fahrer immer wieder versuchte, das Auto zu starten, doch ohne Erfolg. Der Wagen sprang nicht an.
»Darf ich aussteigen?«, fragte ich.
Der Fahrer sagte nichts, versuchte nur weiterhin vergeblich, den Motor zu starten. Ich stieg aus und stand im Paradies. Das Auto war genau am Strand von Ipanema kaputtgegangen, einem Strand, der noch ein bisschen schöner ist als die Copaca- bana. Ich stand da im schwarzen Anzug mit schwarzen eleganten Schuhen und blickte auf das blaue Meer, die hohen Wellen und die Frauen in knappen Bikinis, die Volleyball spielten. Nach ein paar Minuten stieg der Fahrer ebenfalls aus, öffnete die Motorhaube, werkelte herum und sagte schließlich zu mir: »Das Auto ist kaputt, tut mir leid.«
»Was soll ich jetzt machen?«, fragte ich.
»Warten Sie hier. Ich werde einen weiteren Wagen senden. Bleiben Sie einfach genau hier stehen. Ich werde ein V für Vatikan hinter die Scheibe legen lassen. Dann erkennen Sie den Wagen. Aber rühren Sie sich nicht von der Stelle. Wir haben nicht mehr viel Zeit. Der Papst verabschiedet sich nur noch bei den Bischöfen. Danach wird er nach Rom zurückfliegen.«
»Ich weiß«, sagte ich dem Mann. Die Regel hatte ich schon ein paarmal gehört: Der Papst wartet nie.
Der Fahrer verschwand, und ich sah den jungen Männern und Frauen zu, die artistisch auf Brettern über die Wellen des Atlantiks glitten.
Dann machte ich einen schweren, unverzeihlichen Fehler. Ich zog meine schwarze Anzugsjacke aus, die Hosen, das Hemd, die Schuhe, alles - bis auf meine Boxershorts - und legte meine Klamotten in den Sand.
Schon damals bekam jeder Journalist, der den Papst begleitet, eine Kennkarte, wie sie heute noch üblich ist. Diese Karte darf man auf gar keinen Fall verlieren. Man muss die Vatikanische Gendarmerie informieren, wenn es doch geschieht. Mit Hilfe dieser Karte könnten Terroristen theoretisch in das Papstflugzeug gelangen.
Ich riss mir auch diese Karte vom Hals, steckte sie irgendwo zwischen Hemd und Hose und ging schwimmen. Ich war nur etwa fünf Minuten im Wasser, und es war herrlich. Als ich zurück zum Strand kam, waren meine Sachen weg. Alles war weg, die Hose, die Jacke, die Schuhe, die Kennkarte, einfach alles. Ich war entsetzt. Wie hatte ich so leichtsinnig sein können? Wie sollte ich den Verantwortlichen für Sicherheit des Vatikans - den Gendarmen und den Schweizergardisten - erklären, was passiert war? Ich konnte ja wohl kaum die Wahrheit sagen.
Zu meiner maßlosen Erleichterung sah ich das Auto mit einem kleinen V im Fenster. Ich lief mit meinen feuchten Haaren und den nassen Boxershorts auf die Limousine zu und versuchte, mein spärliches Portugiesisch auszuprobieren. Ich sagte dem Mann, dass ich zum »Voho Papal« gehöre, zu den Journalisten, die den Papst in seiner Maschine begleiten. Er sah mich von oben bis unten an, blickte sich um, als suchte er jemanden, kurbelte dann die getönte Fensterscheibe wieder hoch und verschwand. Für was auch immer er mich in meinen tropfenden Unterhosen gehalten haben mag, jedenfalls nicht für einen Begleiter des Papstes. Ich war verzweifelt. In Kürze würden sich die Kollegen im Pressezentrum versammeln, um in den von der Polizei eskortierten Flughafen-Shuttle des Vatikans zu steigen und nach Rom zurückzufliegen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich ohne Geld, fast nackt, in das Pressezentrum kommen sollte. Ich hatte nicht einmal eine vage Vorstellung davon, wo in dieser riesigen Stadt das Pressezentrum lag. Ich wusste genau, wenn das herauskam, wenn ich wegen eines solchen Leichtsinns die Papstmaschine verpasste, würde mich der Vatikan nie wieder mitnehmen.
Plötzlich warf sich ein junger Mann vor mir in den weißen Sand. Er hatte ein Bündel im Arm und ließ es in den Sand fallen. Es waren meine Schuhe, mein Anzug und die Kennkarte des Vatikans.
Er schrie beinahe: »Ich will nicht in die Hölle!«
Ich hätte den Mann umarmen können. Er zeigte auf die Kennkarte, auf der auf Portugiesisch erklärt war, dass ich zu der Delegation gehörte, die den Papst begleitete. »Ich will nicht in die Hölle. Segnen Sie mich!«
Ich antwortete: »Aber ich bin kein Priester.«
»Bitte!«, flehte er, »Segnen Sie mich!«
Er kniete vor mir im Sand und schlug das Kreuzzeichen, und weil ich es zu eilig hatte, um mit ihm zu diskutieren, sagte ich einfach: »Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.«
»Danke!« rief er, bekreuzigte sich und verschwand. Ich durchsuchte meine Sachen. Es war alles noch da. Selbst die schwarzen Socken. Aber ich hatte kein Geld dabei. Ich hatte damit gerechnet, vom Vatikan in die Messe, zurück in das Pressezentrum und zum Flughafen gebracht zu werden. Wie sollte ich, ohne Geld und ohne Adresse, in das Pressezentrum kommen? Ich versuchte, Menschen auf der Straße anzusprechen, aber niemand hatte den blassesten Schimmer, was ich von ihm wollte, und ich hatte keine Minute mehr zu verlieren. Ich musste jemanden finden, der zufällig wusste, wo das für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Pressezentrum für die Vatikan-Journalisten war. Es gelang mir, ein Taxi anzuhalten, aber der Fahrer konnte mir auch nicht helfen. Ich setzte mich auf eine Bank und dachte: »Das war es jetzt. Die anderen machen sich gerade auf den Weg zum Flughafen, und der Vatikan wird dich nie wieder auf eine Papst-Reise mitnehmen.« Da sah ich ihn. Das heißt: Ich entdeckte in einem
Taxi, dass gerade vor einer roten Ampel hielt, den weißen Hut, den er immer in heißen Ländern benutzte. In der Sonne blinkte seine konservative Brille.
Ich schrie über die Straße: »Orazio!«
Er blickte sich verwirrt um. Ich rief noch einmal: »Orazio!«
Endlich sah er mich. Er bat seinen Fahrer, rechts anzuhalten. Ich lief zu ihm hinüber und sprang in sein Taxi. Er hatte einen Stadtplan dabei, auf dem das Pressezentrum rot eingezeichnet war. »Was machst du denn hier?«
Ich erzählte ihm von meinem Leichtsinn. Er lachte und sagte dann: »Siehst du, die Vorsehung hilft sogar denen, die nicht an sie glauben.«
»Vorsehung?«, sagte ich. »So ein Quatsch. Das war reines Glück.«
Er lächelte und schüttelte den Kopf. »Eine Minute später, und ich wäre weg gewesen, und du hättest den Papstflieger verpasst. Das war kein Zufall mein Lieber. Die Vorsehung stand dir diesmal bei. Glaub mir!«
Ich glaubte ihm damals in dem Taxi in Rio kein Wort. Aber ich war dankbar und hörte gut zu, als er mir erzählte: »Weißt du, was Papst Johannes Paul II. im November 1980 in deiner Heimat Deutschland, in Fulda, sagte? Eine deutsche Zeitschrift hat darüber geschrieben, die >Stimme des Glaubens<. Der Papst sagte: >Ich werde bald große Prüfungen erleiden müssen, die mich vielleicht sogar das Leben kosten.< Das war ein halbes Jahr vor dem Attentat. Er hatte eine Prophezeiung erlebt. Der Papst wusste, was er erleiden würde, als auf ihn geschossen wurde. Er wusste, dass Gott ihm das Leben retten würde. Das Attentat war eine Prophezeiung, die sich erfüllte.«
Orazio Petrosillo starb am 11. Mai 2007 an den Folgen eines Hirnschlags, den er erlitt, während er Papst Benedikt XVI. im Auftrag des »Messaggero« im Aostatal begleitete. Auch ihm und einer Frau, die ich im Folgenden noch vorstellen werde, ist dieses Buch gewidmet.
Kreuzweg
Für mich war dieser Abend der dramatischste Moment in zwei Jahrzehnten am Hof der Päpste. Karfreitag, 25. März 2005: In der Privatkapelle der Päpste im Vatikan sitzt Johannes Paul II. mit einem Kreuz in der Hand. Er schaut auf einen Fernseher, den sie ihm in die Kapelle gebracht haben. Die Kirche gedenkt an diesem Abend des Leidens und des Todes ihres Erlösers, J esus von Nazareth. Johannes Paul II., der Marathonmann Gottes, kann keinen einzigen Schritt mehr gehen. Er kann kaum noch ein Wort sprechen. Er kann das Kreuz der Kirche dort, wo es geschultert werden muss, nicht mehr tragen. Zum ersten Mal seit 26 Jahren betet er den Kreuzweg nicht im Kolosseum. Der bullige Karol Wojtyla, der Kanufahrer und unermüdliche Wanderer, ist eingeschlossen in einen Körper, der sein Gefängnis wurde.
Es ist kalt an diesem Märzabend in Rom, an dem das Gedenken an die Todesstunde des Jesus von Nazareth für die katholische Kirche mehr bedeutet als ein Ritus. Dieses Mal ist sie selbst betroffen. Ein sterbender Papst braucht seine ganze Kraft, um nur ein kleines Holzkreuz zu halten, während ein anderer das schwere Kreuz vor Zehntausenden von Gläubigen für ihn durch das Kolosseum tragen muss. Ein Mann, den er als Stellvertreter für diesen Abend ausgewählt hat. Die Gläubigen der Welt werden später mit einem Schauer an diesen Moment denken. Es ist das einzige Mal, dass der Chef der Glaubenskongregation, Joseph Ratzinger, eine Aufgabe übernimmt, die einem Papst zusteht: Er trägt das Kreuz durch das Kolosseum. Das Kreuz als Zeichen für das Leiden der Welt. Der Kirchenhistoriker Antonio Socci wird später in seinem Buch »Das vierte Geheimnis von Fatima« schreiben, dass es ihm wie eine »Investitur« vorkam. Der sterbende Papst hatte schon seinen Nachfolger in das Kolosseum geschickt.
Das Bild des leidenden Johannes Paul II., der in seiner Kapelle dem Kreuzweg nur zuschauen kann, geht an diesem Abend um die Welt, und für die Gläubigen scheint eine Prophezeiung einzutreten. Im sogenannten eschatologischen Geheimnis schreibt Melanie Calvat, die von der katholischen Kirche anerkannte Seherin der Marienerscheinung von La Salette in Frankreich (19. September 1846), folgende Worte, die Maria ihr gesagt haben soll: »Der Papst wird sehr leiden. Die Bösen werden mehrfach versuchen, ihm das Leben zu nehmen. Ich werde bei ihm sein bis zum Schluss, um sein Opfer zu empfangen.« Ist es bald so weit? Wird der Leidensweg des Papstes, der während seiner Amtszeit zwei Mordanschläge überlebte, jetzt ein Ende nehmen?
Die Stille im Kolosseum schien damals wie ein Mantel über der Menge zu liegen. Dann sprach Joseph Ratzinger, stellvertretend für den Papst, der todkrank im Vatikan zusehen musste, was im nur wenige Kilometer entfernten Kolosseum geschah. Ratzinger sprach über die Gefahren, in die das Schiff der Kirche geraten ist. Er sagte, »es dringt von allen Seiten Wasser ein«, es drohte zu sinken.
Ein paar Meter von mir entfernt saß ein befreundeter Priester. Er war Lehrer am Institut der Salesianer in Rom. Er erbleichte. Er wurde so blass, dass ich hätte schwören können, ihm sei schlecht geworden. Wie gebannt schaute er auf Joseph Ratzinger. Die Kälte schnitt mir durch den schwarzen Anzug, als ich sein Gesicht sah. »Was hast du denn?«, fragte ich.
»Mir ist nicht gut«, antwortete er.
Ich quetschte mich durch die Menge an seine Seite: »Möchtest du, dass ich dich nach Hause fahre?«
«Nein«, sagte er. Dann fügte er mit hastiger Stimme, voller Ehrfurcht und mit einem Ton des Entsetzens, hinzu: »Hast du nicht gehört, was er gerade gesagt hat, der Kardinal Ratzinger?«
»Dass von allen Seiten Wasser in das Schiff der Kirche eindringt«, flüsterte ich zurück.
»Kennst du die Visionen von Don Bosco nicht, dem Heiligen, der unseren Orden gegründet hat?«
Ich hatte nur davon gehört, dass der Heilige Giovanni Bosco in seinem Leben Visionen und Prophezeiungen erlebte.
»Die Prophezeiung vom Wasser aus dem Jahr 1862 kennst du nicht?«
»Nein.«
»Es gibt eine Vision der Schlacht auf dem Meer um das Schicksal der Kirche. Bisher galt sie immer als Vorhersage für Papst Johannes Paul II.«
»Und?«
»In der Vision beschreibt der heilige Giovanni Bosco, dass er den Papst am Steuer des Schiffes sieht. Er wird getroffen, schwer verletzt, aber er steht wieder auf.«
»Du meinst das Attentat auf den Papst vom 13. Mai 1981.«
»Das habe ich bisher auch gedacht, aber jetzt denke ich, dass die Prophezeiung weitergeht. Großer Gott, was für eine Stunde erleben wir hier.« Er betete leise.
»Was um Gottes Willen willst du mir eigentlich sagen?«, flüsterte ich.
»Der Papst wird in der Vision des Don Bosco später tödlich getroffen. Er stirbt.«
»Und dann?« Mein Freund schwieg.
»Was dann?«, fragte ich ungeduldig.
»Dann übernimmt sofort ein anderer Papst das Steuer. Ich weiß noch genau, dass es in der Vision heißt, dass er das Steuer sehr rasch übernimmt, dass er so rasch gewählt wird, dass die Nachricht von seiner Wahl in einigen Winkeln der Welt zusammen mit der Nachricht vom Tod des Vorgängers eintrifft. Und weißt du, warum er das Steuer so schnell übernehmen muss?«
»Ich habe keine Ahnung«, gab ich zu.
»Weil Don Bosco schreibt, dass die Päpste sich rasch abwechseln müssen, weil in das Schiff der Kirche Wasser eindringt von allen Seiten.«
Das war es, woran ich gedacht habe, kaum vier Wochen später, als am Dienstag, dem 19. April 2005, um 17.43 Uhr Rauch
aufstieg aus dem improvisierten Schornstein über der Sixtini- schen Kapelle.
Es ist weißer Rauch. Die Katholiken haben wieder ein Oberhaupt. Nach der Glaubenslehre der katholischen Kirche ist damit nicht nur eine Wahl vorbei, sondern der Heilige Geist hat eingegriffen und den Kardinälen klar gemacht, wen Gott als Stellvertreter auf Erden wünscht. Der 264. Nachfolger des heiligen Petrus ist gewählt, sehr, sehr schnell gewählt worden, in nur vier Wahlgängen. Der eine Papst, den man versucht hatte zu töten, war gefallen, und ein neuer Papst hatte das Steuer in die Hand genommen, weil Wasser in das Schiff eindrang, so schnell, dass in einigen Teilen der Erde die Nachricht von der Wahl des neuen Papstes mit der Nachricht vom Tod des alten gleichzeitig eintraf. Ich weiß noch genau, dass ich damals auf dem Platz nicht wagte, mir einzugestehen, was mich im Inneren bewegte, als ich mit Tausenden voller Spannung darauf wartete, zu erfahren, wen die 115 Kardinäle des Konklaves gewählt hatten: Würde sich jetzt, hier auf dem Petersplatz, vor meinen Augen eine Prophezeiung erfüllen?
Mir blieb keine Zeit, diesem Gedanken nachzuhängen. Denn plötzlich stand ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks vor mir. Die Kamera lief, das Mikrofon war eingeschaltet. »Wer wird der neue Papst sein?«, fragten sie mich. Ich zögerte.
Für mich lagen achtzehn Jahre Berufserfahrung in der Waagschale - und noch etwas anderes. Ein Gefühl, eine Ahnung. Anders kann ich es nicht beschreiben. Wie erklärt man jemandem, dass man den Eindruck hat, die Erfüllung einer Prophezeiung zu erleben? Sagt man einfach: »Ich glaube, der liebe Gott hat uns allen bereits mitgeteilt, was jetzt eintreffen wird«? Klar, dass man sich dann fragen lassen muss: »Wie viel hast du getrunken?«
Aber vor mir stand ein Fernsehteam. Sollte ich ausweichen? Stattdessen wagte ich es. Ich sagte den Namen des neuen Papstes live in die Fernsehkameras, etwa eine halbe Stunde, bevor er öffentlich verkündet wurde: »Joseph Ratzinger.«
Im gleichen Augenblick geschah hinter den dicken Mauern des Vatikans in der Sixtinischen Kapelle etwas Ungewöhnliches: Joseph Kardinal Ratzinger war soeben hinter verschlossenen Türen zum Papst gewählt worden. Noch wusste die Welt es nicht. Er nahm gerade erst, wie es vorgeschrieben ist, die Huldigungen entgegen. Da erhob sich einer der Kardinäle, ein Pole, und sagte laut und deutlich: »Nach einem Polen, und nachdem es fünf Jahrhunderte nur italienische Päpste gegeben hat, sitzt nun ein Deutscher auf dem Thron Petri. Nach einem Polen ausgerechnet ein Deutscher. Was will uns Gott damit sagen?« In diesem Moment war es still in der Sixtinischen Kapelle. Als wären die mystischen Worte eines Propheten erklungen, lauschten die Kardinäle in die Stille. Ja, was wollte Gott ihnen damit sagen?
Der Kardinal, der mir diese Episode später schilderte, sprach mit einer zittrigen, gebrochenen Stimme. »Dass ich Ihnen diese Worte des polnischen Kardinals anvertraue, grenzt fast an die Verletzung des Schweigegebots, kein Wort zu sagen über alles, was im Konklave geschah. Aber ich finde, Sie sollten das wissen.« Ich wusste, was er mir vermitteln wollte: »Trauen Sie sich ruhig, das zu denken, was wir damals alle kaum zu denken wagten.«
Hat Gott an diesem späten Nachmittag in der Sixtinischen Kapelle eingegriffen? Hat Gott selbst diesen Mann, geboren in Marktl am Inn, zum Stellvertreter Christi erkoren? Und hatte er seinen Vorgänger diese Entscheidung zuvor auf geheimnisvolle Art wissen lassen? Hatte ich nicht seit Langem geahnt, dass sich im Vatikan etwas Seltsames anbahnte, dass Johannes Paul II. sich in den letzten Monaten seines Lebens so verhalten hatte, als wüsste er etwas, das er niemandem mitteilen konnte?
Vier Jahre nach dem Konklave sagte der Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein, zu mir: »In der Wahl Benedikt XVI., eines Deutschen, der einem polnischen Papst nachfolgt, darf man ein Zeichen der Vorsehung erkennen.«
2
Pläne
»Warum leben wir eigentlich in Rom?« Diese Frage höre ich immer dann, wenn meine Familie aus irgendeinem Grund genervt ist. Wenn wir wieder drei Tage im Dunkeln sitzen, weil der Elektriker trotz wiederholter Versprechungen nicht auftaucht. Wenn es in der Leitung unseres Festnetz-Telefons monatelang nur rauscht und der Kampf gegen die Telefongesellschaft zur Hauptbeschäftigung wird. Wenn man zwischen 13 Uhr und 17 Uhr keine einzige Besorgung erledigen kann, weil den Bewohnern dieser Metropole die Mittagspause heilig ist. Wenn wir unserem hyperaktiven Sohn ein Laufband kaufen müssen, weil er in unserem Wohnviertel wie ein Hamster im Käfig lebt und der nächste Sportplatz zwar nur zehn Kilometer entfernt ist, man aber neunzig Minuten im Auto sitzen muss, um ihn zu erreichen.
Leonardo, der in Italien geboren wurde und in die vierte Klasse der Deutschen Schule geht, leidet darunter, dass er nirgendwo zu Hause ist. In Italien ist er Ausländer, in Deutschland aber auch. Dabei will er eigentlich nicht anders sein. Bei jedem Verwandten-Besuch zeigt sich irgendwann dieses Problem, etwa am Beispiel des Butterbrots. Leo mag keine Butter, und schuld daran bin natürlich ich. Normale deutsche Eltern schmieren ihren Kindern Butterbrote. Nur wir haben das nie getan, weil kein Mensch in Italien Butter auf ein Brot streicht. »Warum essen wir zum Frühstück Oliven-Pizza?«, will Leo also wissen.
Was soll ich darauf sagen? »Weil wir in Italien leben. Deswegen.«
»Aber warum tun wir das?«, will mein Sohn dann wissen, und das ist eine berechtigte Frage. Warum sind wir nie wieder nach Deutschland gezogen wie alle anderen, früher oder später? Warum bin ich als Einziger unter allen meinen Kollegen geblieben? Warum lebe ich seit 22 Jahren in Rom?
Ich kenne die Antwort, aber ich weiß nicht, wie ich sie meinem Sohn verständlich machen soll. Wir haben in zwei Jahrzehnten Heerscharen von Kollegen und Freunden kommen und gehen sehen, und ich sitze immer noch in dem längst verlassenen Zuschauerraum, blicke auf die Bühne, auf der ein großes Stück der Kirchengeschichte gegeben wurde, und frage mich, was ich eigentlich gesehen habe. Dabei habe ich am Rande manchmal sogar mitgespielt.
Viele Akteure sind längst tot oder in alle Winde zerstreut. Auf einen großen Mann aus einem kleinen Dorf in Polen folgte ein deutscher Papst. Und ich muss mich dem Vorwurf stellen, dass ich absolut alles, ausnahmslos alles, was ich in den vergangenen zwanzig Jahren mit den beiden Päpsten erlebte, falsch verstanden habe, und zwar nicht deswegen, weil ich nichts gesehen habe, sondern weil ich es nicht sehen wollte. Ich glaube, ein Stück Geschichte miterlebt zu haben; aber meine Freunde im Vatikan sagen: »Nein, das, was du erlebt hast, war die Erfüllung einer Prophezeiung.«
Prophezeiung? Gibt es so etwas überhaupt? Was ist eine Prophezeiung? Und hat sich vor meinen Augen eine Prophezeiung erfüllt? Ist unsere Zukunft vorherbestimmt? Oder ist alles, was uns geschieht, einfach die Summe aus selbstbestimmtem Tun und zufälligen Ereignissen?
Mich hat von jeher die Tatsache gefesselt, dass nach Ansicht der katholischen Kirche Gott den Menschen mittels Propheten etwas mitteilt, dass es also einen Kanal aus dem Jenseits ins Diesseits gibt. Schon für die Juden, die »größeren Brüder der Christen«, wie das Zweite Vatikanische Konzil sie nennt, besteht kein Zweifel daran, dass Gott so etwas wie seine »Sprecher auf Erden«, eben Propheten, einsetzt. Diese Sprecher haben die Aufgabe, den Menschen Gottes Willen mitzuteilen, sie zu tadeln, wenn sie etwas tun, was Gott missfällt, und sie haben die Fähigkeit, die Zukunft vorauszusagen. Aber gibt es solche Propheten tatsächlich?

Produktinformationen

Titel: Wenn Gott spricht
Untertitel: Die Prophezeiungen der katholischen Kirche
Autor:
EAN: 9783442156405
ISBN: 978-3-442-15640-5
Format: Taschenbuch
Herausgeber: Goldmann
Genre: Philosophie & Religion
Anzahl Seiten: 352
Gewicht: 321g
Größe: H184mm x B126mm x T32mm
Jahr: 2010
Land: DE