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Deutscher und Europäischer Qualifikationsrahmen (DQR und EQR): Die Zukunft der beruflichen Bildung

  • Kartonierter Einband
  • 112 Seiten
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Das duale Berufsbildungssystem in Deutschland galt lange Zeit als Vorreiter für die berufliche Bildung mit dem Ziel Professionalit... Weiterlesen
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Beschreibung

Das duale Berufsbildungssystem in Deutschland galt lange Zeit als Vorreiter für die berufliche Bildung mit dem Ziel Professionalität, Flexibilität und Integrität in der Arbeitswelt sicherzustellen, doch wurde das System von Beginn an als Sackgasse für die Karriere kritisiert. Es bestand zu keiner Zeit eine Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung und auch an der Durchlässigkeit gab es harte Kritik. Denn auch bei guter beruflicher Aus- und Weiterbildung war mit Erreichen des Meistertitels auch das Ende der Karriere erreicht. Im Vergleich dazu war die gymnasiale Bildung mit anschließendem Studium und einer Vielzahl von Aufstiegsmöglichkeiten nur denjenigen vorbehalten, welche sich schon sehr frühzeitig für diesen Weg entschieden hatten. In diesem Buch wird im Kern eine Analyse des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) unter dem Aspekt der deutschen Berufsbildung erfolgen, daneben sollen zur Verdeutlichung auch die bisherigen Entwicklungen des EQR und des Leistungspunktesystems der beruflichen Bildung (ECVET) analysiert werden. Dieses mit dem Ziel, sowohl auf Chancen als auch auf Risiken und Probleme bereits im Vorfeld der endgültigen Umsetzung des DQR und im Bereich der Evaluation des EQR hinzuweisen, woraus wiederum Lösungsansätze entstehen können. Diese Analyse bezieht sich dabei nicht auf die rechtliche oder institutionelle Verankerung, sondern vielmehr auf die angestrebten Konstruktions- und Funktionsprinzipien des DQR.

Leseprobe
Textprobe: Kapitel 3, Die Leistungspunktesysteme der allgemeinen und der beruflichen Bildung: Aufbauend auf den vorausgegangenen Stationen der Europäisierung wurden bzw. werden im Zusammenhang mit dem Bologna-Prozess und dem Kopenhagen-Prozess zwei Systeme der Leistungsbewertung und -berechnung entwickelt, die Leistungspunktesysteme ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) für den hochschulischen und ECVET (European Credit System for Vocational Education and Training) für den beruflichen Bildungsbereich. Diese Systeme sollen einen möglichst objektiven Aufschluss über die zu verrichtenden Aufgaben und die damit zusammenhängende Arbeit sowie den benötigten Aufwand geben und dabei gleichwertig und vergleichbar sein. Grundlegend für die Systeme der Leistungspunkte sind jeweils die Schaffung des jeweiligen europäischen Metarahmens, den Hochschulrahmen für den Bologna-Prozess und das ECTS einerseits und den EQR für den Kopenhagen-Prozess und damit das ECVET andererseits. Zuweilen ist, selbst bei manchen Experten, von Kreditpunkten zu lesen, was auf eine mangelhafte Übersetzung deutet, wie es im Zusammenhang mit ECTS, ECVET und EQR des Öfteren vorkommt. Die jeweiligen Konstrukte (Metarahmen und Leistungspunktesysteme) sollen zur Transparenz wissenschaftlichen und beruflichen Arbeitens und Lernens beitragen und die Gleichwertigkeit beruflicher und allgemeiner Bildung in sich manifestieren. Aufgrund des noch weiter zu gestaltenden und angestrebten europaweiten Standards der Akkumulierung von Leistungspunkten sollen nun europäisch kompatible und durchlässige Bildungssysteme, insbesondere bezogen auf die Zertifizierungen, entstehen. Dabei müssen die erworbenen und entstandenen Kompetenzen und Qualifikationen anhand dieser Leistungspunktesysteme bewertet und vergleichbar gemacht werden. Das mittlerweile in der Fachöffentlichkeit bekannte, und weitgehend umgesetzte, System ist das der allgemeinen Hochschulbildung ECTS. Mit ähnlichen Zielen - Transparenz, Durchlässigkeit, Mobilität - wurde von der Europäischen Kommission das Pendant für die europäische Berufsbildung entwickelt und als ECVET im November 2002 in Kopenhagen auf den Weg gebracht. Beide Leistungspunktesysteme müssen einbezogen werden, um die beruflich und die hochschulisch erworbenen Leistungspunkte wechselseitig anrechnen zu können (Dehnbostel 2008a, S. 168; Dehnbostel 2007, S. 179) und somit die Durchlässigkeit gewährleisten und erheblich verbessern zu können. Ebenso wird durch die Leistungspunkte die Qualität der akademischen Arbeit bzw. des Studiums quantifizierbar. Dieses Kapitel bezieht sich im Schwerpunkt auf die Entwicklung der Leistungspunktesysteme der beruflichen und der allgemeinen Bildung. Dabei soll das bereits entwickelte und umgesetzte System der allgemeinen Bildung im ersten Abschnitt (3.1.) als Einstieg dienen, um im Anschluss auf die Entwicklung und geplante Umsetzung des Pendants der beruflichen Bildung einzugehen (3.2.). Darauf aufbauend soll im Abschnitt 3.3. die nationale Variante des beruflichen Leistungspunktesystems DECVET im Rahmen der BMBF-Pilotinitiative thematisiert und kurz dargestellt werden. Der abschließende Abschnitt 3.4. geht kurz auf Möglichkeiten der gegenseitigen Anrechnung und Anerkennung bezogen auf ECTS und ECVET ein, welche derzeit in verschiedenen Projekten erprobt werden. 3.1, Das Leistungspunktesystem der allgemeinen Hochschulbildung ECTS: In der Gemeinsamen Erklärung der Europäischen Bildungsminister in Bologna vom 19. Juni 1999 stellten die anwesenden Bildungsminister die Bildung und Bildungszusammenarbeit als die wichtigsten Ziele heraus, insbesondere für die Etablierung von Frieden, Stabilität und Demokratie (Gemeinsame Erklärung der Europäischen Bildungsminister 1999, S. 2). Davon ausgehend soll durch europaweit geförderte Wissensvermittlung zudem ein Bewußtsein für gemeinsame Werte und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einem gemeinsamen sozialen und kulturellen Raum (

Produktinformationen

Titel: Deutscher und Europäischer Qualifikationsrahmen (DQR und EQR): Die Zukunft der beruflichen Bildung
Autor:
EAN: 9783958508675
ISBN: 978-3-95850-867-5
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag
Genre: Soziologie
Anzahl Seiten: 112
Gewicht: 199g
Größe: H224mm x B156mm x T16mm
Jahr: 2015
Auflage: Erstauflage