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Erstickte Stimmen

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Im Mai 1938 wurde in Düsseldorf unter der Ägide der nationalsozialistischen Kulturverantwortlichen eine Ausstellung mit dem Titel ... Weiterlesen
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Beschreibung

Im Mai 1938 wurde in Düsseldorf unter der Ägide der nationalsozialistischen Kulturverantwortlichen eine Ausstellung mit dem Titel "Entartete Musik" eröffnet. Diffamiert wurden darin der "Musikbolschewismus", die atonale Musik, der Jazz und natürlich die Musik jüdischer Komponisten. Viele jener Künstler, die im Namen der Säuberung des deutschen Musiklebens damals auf den Index gesetzt wurden, haben - durch Deportation oder in der Anonymität des Exils verschwunden - ihren gebührenden Platz im heutigen Musikschaffen noch nicht wiedererlangt. Das große Verdienst von Amaury du Closels Buch besteht darin, dass es sich nicht nur auf die bekannten Namen wie Schönberg, Weill, Zemlinsky oder Schreker beschränkt, sondern das Leben und Wirken von rund 200 Komponisten rekonstruiert, die heute fast vergessen sind. Nach Erläuterung des ideologischen Konzeptes "Entartete Musik" beschreibt der Autor jene Institutionen und Gesetze, die die systematische Auslöschung der "unerwünschten" Elemente in der deutschen Musikwelt überhaupt erst ermöglichten. Im letzten Teil des Buches werden die Schicksale und Biografien der Komponisten im Exil in Frankreich, Großbritannien, der Schweiz, in den USA und Südamerika sowie in Japan dargestellt.

Autorentext

Amaury du Closel, geb. 1956, Komponist und Dirigent. Gründer des Forums "Voix Etouffées" zur Wiederentdeckung der Werke NS-verfolgter Komponisten.



Inhalt

Vorwort Einleitung. Die Düsseldorfer Ausstellung Entartete Musik (1938) Erster Teil. IdeologieôKapitel I. Die musikalische Moderne und ihre Strömungen (1918-1933) Das Ende des musikalischen Expressionismus Abkehr von den Leitfiguren Schreker, Busoni, Schönberg Neue Sachlichkeit Jazz und Tanzmusik Radikale Tendenzen und engagierte Musik Massenkultur und Gebrauchsmusik: Film und Rundfunk Das allmähliche Verschwinden der Avantgarden Hitler und die Moderne Kapitel II. Bolschewismus Vom Musikbolschewismus zum Kulturbolschewismus: Die Entstehung eines Konzepts (1918-1933) 1924-1928: die Stabilisierung der AvantgardenôEin gemäßigter Konservativer: Walter Braunfels Die Verherrlichung chauvinistischer Werte KulturbolschewismusôPolitisierung der Musik und politische Musik: Hanns Eisler und die KampfmusikôDer revolutionäre Komponist Kapitel III. Entartung Musik und EntartungôEntartung, Rassentheorien und PolitisierungôKapitel IV. Antisemitismus Das Aufkommen des Antisemitismus in der Musik Konservatismus und Antisemitismus am Beispiel des Bayreuther Kreises und der Bayreuther Blätter (1918-1938) Antisemitismus, Regeneration, DeutschtumôDie Bayreuther Blätter als Propagandaorgan der Wagner'schen Ideologie Die Annäherung zwischen Hitler und dem Bayreuther Kreis Angriffe auf die Neue MusikôMusik und Antisemitismus (1918-1933)ôGrundlagen des nationalsozialistischen AntisemitismusôGeschichte und RasseôRasse, Staat, Kultur Der Einfluss des Nationalsozialismus auf die kulturelle Debatte: Radikalisierung des Antisemitismus Moderne und Judentum Bolschewismus und Judentum Normative Ästhetik - Hitlers kulturpolitische VorstellungenôAntisemitismus und Kunstideologie bei Rosenberg und Goebbels Rosenberg oder die Reinheit des Blutes Goebbels oder die Propaganda Eine nationalsozialistische Rassenlehre Zweiter Teil. Säuberung Kapitel I. Die erste nationalsozialistische Kulturorganisation: Alfred Rosenbergs Kampfbund für deutsche Kultur Die NS DAP in der Landesregierung von Thüringen Der Kampf um die Kontrolle über die deutsche Kulturpolitik Kapitel II. Gesetze und Institutionen Die Säuberung des deutschen Musiklebens 1933-1934 Der gesetzliche Rahmen der antisemitischen Kulturpolitik Das Gesetz vom 7. April 1933 zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums Die Nürnberger Gesetze Administrative Rahmenbedingungen für eine staatliche Kontrolle des Musiklebens: die Reichsmusikkammer Entwürfe für eine berufsständische Organisation Der organisatorische Aufbau der Reichsmusikkammer Von der Standesvertretung zur systematischen Ausgrenzung Bürokratische Kontrollinstrumente und Arisierungspolitik Die Ausweitung der Reichsmusikkammer auf die annektierten Gebiete Schwierigkeiten bei der Durchführung der Gesetze Zwei Fälle bürokratischer Verbissenheit: Richard Mohaupt und Manfred Gurlitt Kapitel III. Instrumente der Denunziation: Handbücher und Nachschlagewerke Das Lexikon der Juden in der MusikôHerbert Gerigk Kapitel IV. Kulturelle Gettoisierung: der Jüdische Kulturbund Die Kulturbund-OrchesterôDie Komponisten der KulturbündeôEmigrationôErich Katz Rosy Geiger-Kullmann Oskar Guttmann und Alfred Goodman Deportationen und TodesfälleôKapitel V. Der Kampf gegen die Moderne Von der rassischen zur ästhetischen AusgrenzungôDer Fall HindemithôVon der Auflösung des Allgemeinen deutschen Musikvereins zur Organisation der ReichsmusiktageôDie Ausstellung Entartete Musik: Protagonisten und Kontroversen Welche Moderne ? Atonalität Jazz Dritter Teil. Schicksale Kapitel I. Exil und Deportationen Komponisten im ExilôRückbesinnung auf das Judentum Palästina und die jüdische IdentitätôAmaury du Closel, Erstickte Stimmen, 978-3-205-78292-6, Böhlau Verlag, Wien Stefan Wolpe oder die Utopie Die mediterrane Ästhetik Kapitel II. Exil in Frankreich Die zeitgenössische deutsche Musik im französischen Musikleben der 30er-JahreôÜberleben Hans Walter David Erich Itor Kahn Norbert Glanzberg Die Ausländerpolitik der SACEMôDie Aufnahme politisch engagierter KomponistenôHanns Eisler Paul Arma Louis Saguer Joseph Kosma Paul DessauôFilmmusik Operetten und Unterhaltungsmusik Komponisten in den französischen InternierungslagernôMusik in den Lagern Exil oder UntergrundôDeportationen Kapitel III. Exil in GroßbritannienôDie Immigration der KomponistenôDie Rolle der britischen Filmindustrie Die Rolle der englischen Musikinstitutionen Die Bedeutung der Kulturverbände: der Freie Deutsche Kulturbund und das Austrian CentreôDie britischen Internierungslager Musik und Komponisten in den britischen Internierungslagern Das Beispiel von Hans GálôWeitere Komponisten in InternierungshaftôKapitel IV. Musik in den Konzentrationslagern Die LagerorchesterôKomponieren im Lager Das Getto von Theresienstadt Die "Theresienstädter Komponisten" Der Einfluss Alois Hábas Viktor Ullmann, Hans Krása, Pavel Haas Die tschechische Oper im AufbruchôViktor Ullmann: Der Sturz des Antichrist Hans Krása: Verlobung im TraumôPavel Haas: Scharlatan Im Vorhof zur Hölle Die Stadt, die der Führer den Juden schenkt Die Oper als Ausdruck innerer Revolte: Brundibár und Der Kaiser von Atlantis Rudolf Karel in der "Kleinen Festung Theresienstadt" Weitere Komponisten in TheresienstadtôWeitere Opfer der Deportationen: Erwin Schulhoff, Leo SmitôIn den Händen der Gestapo: Josef Koffler und Léon Jessel Die Überlebenden Kapitel V. Amerikanisches Exil Immigration Die Komponisten in Hollywood Erich Wolfgang Korngold Filmmusik und "absolute" Musik Franz Waxman Miklos RozsaôErnst Toch Kommunistische Komponisten Alexandre Tansman Zwischen Hollywood und Broadway Die Integration an amerikanischen Universitäten Zwischen finanzieller Sicherheit und künstlerischer Frustration Ernst KrenekôStefan WolpeôPaul Hindemith Erich Zeisl Weitere Exilwege Erich Itor Kahn Ignaz Strasfogel Max Brand Alexander ZemlinskyôKapitel VI. Weitere Fluchtwege Im Schatten StalinsôIm Schweizer Exil: Paul Kletzki und Wladimir Vogel Destination Tokio Exil in Südamerika Kapitel VII. Innere Emigration Walter BraunfelsôPeter Schacht Anton WebernôKarl Amadeus Hartmann Strategisch begründeter Eintritt in die NS DAP: Max Butting und Felix Petyrek Boris Blacher und Gottfried von EinemôWeitere Schicksale Schlusswort Anhang Abkürzungen Literaturverzeichnis Register

Produktinformationen

Titel: Erstickte Stimmen
Untertitel: 'Entartete Musik' im Dritten Reich
Autor:
EAN: 9783205782926
ISBN: 978-3-205-78292-6
Format: Fester Einband
Herausgeber: Böhlau, Wien
Genre: Musik
Anzahl Seiten: 506
Gewicht: 1093g
Größe: H250mm x B182mm x T34mm
Veröffentlichung: 01.06.2010
Jahr: 2010