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Die Kirche Indiens im politischen Prozess

  • Kartonierter Einband
  • 296 Seiten
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Ein junger Mann und ein Mädchen, die verschiedenen Kasten angehörten, wurden im August 2001 von Dorfbewohnern erhä... Weiterlesen
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Beschreibung

Klappentext

Ein junger Mann und ein Mädchen, die verschiedenen Kasten angehörten, wurden im August 2001 von Dorfbewohnern erhängt, weil sie sich nicht trennen wollten. Einige hundert Zuschauer hatten sich eingefunden, als das Paar in Alipur im Bundesstaat Uttar Pradesh, in Nordindien, auf dem Dach eines Hauses getötet wurde. Am 22. Mai 2002 wurden zwei Kastenlose gezwungen, sich gegenseitig mit menschlicher Ausscheidung zu "füttern", weil sie beide einem anderen Kastenlosen geholfen hatten, der gegenüber einem Kastenangehörigen in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Eine kastenlose Frau im Dorf Vanenur im Bundesstaat Karnataka musste am 26. August 2001 nackt durch die Strassen laufen, weil ihr nachgesagt wurde, einem Ehepaar geholfen zu haben, von dem ein Teil kastenlos und der andere kastenangehörig war. Menschen in dieser Weise zu entwürdigen, herabzusetzen und im höchsten Maß zu diskriminieren ist in der indischen Gesellschaft seit 2000 Jahren eine gängige Praxis und immer noch an der Tagesordnung. Dagegen stehen die Aussagen der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten, die Verfassung Indiens und die Überzeugung der Päpste. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO von 1948 besagt in Art. 1: "Alle menschlichen Personen sind mit Würde und Rechten frei und gleich geboren" und fährt weiter in Art. 5 fort: "Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden". Die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950, die von den Regierungen und Mitgliedern des Europarates vereinbart wurde, verlangt in Art. 14, dass Rechte und Freiheiten ohne Unterschied des Geschlechtes, der Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion gewährleistet werden müssen. Die indische Verfassung, welche 1950 in Kraft getreten ist, sichert in der Präambel die Würde jedes Einzelnen und bekräftigt in Art. 15 das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes, der Rasse und der Kaste. Solche Aussagen finden sich auch in der Soziallehre der Kirche. So betont beispielsweise Johannes XXIII., dass alle Menschen in der natürlichen Würde unter sich gleich sind (PT 268), was auch der jetzige Papst Johannes Paul II. nachdrücklich betont. Diese Würde, diese Freiheit und diese Rechte werden in Indien immer wieder mit Füßen getreten. In diesem Punkt stehen die Verhältnisse in der indischen Gesellschaft in absolutem Gegensatz zur christlichen Auffassung über den Menschen, die davon ausgeht, dass der Mensch ,Bild Gottes' (Gen 1, 26) ist. Diskriminierende Fälle der Art, wie sie oben geschildert wurden, sind in der indischen Gesellschaftsordnung, dem Kastensystem, verwurzelt. Nicht nur sind 160 Millionen Kastenlose (Dalits) davon betroffen; diese Diskriminierung beeinträchtigt das gesamte soziale Gefüge der indischen Gesellschaft in hohem Maß.

Produktinformationen

Titel: Die Kirche Indiens im politischen Prozess
Untertitel: Eine vergleichende Analyse der katholischen Soziallehre und der indisch-katholischen Dalittheologie
Autor:
EAN: 9783832218553
ISBN: 978-3-8322-1855-3
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Shaker Verlag
Genre: Politikwissenschaft
Anzahl Seiten: 296
Gewicht: 408g
Größe: H209mm x B149mm x T17mm
Veröffentlichung: 01.09.2003
Jahr: 2003