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Die Rolle der Ehefrau: Der rechtshistorische Vergleich der ehelichen Pflichten im Deutschen Recht und der Scharia

  • Kartonierter Einband
  • 92 Seiten
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Beschreibung

Oft wird mit Geschlechterdiskriminierung, insbesondere im Familienrecht, der Islam verbunden. Medien berichten kritisch über Menschenrechtsverletzungen unter der Scharia. Es werden Bilder von komplett verhüllten Frauen in den Nachrichten gezeigt. Viele bedenken jedoch oftmals nicht, dass Ehemänner in Deutschland noch im letzten Jahrhundert ein einseitiges Entscheidungsrecht in allen ehelichen Angelegenheiten besaßen oder, dass Vergewaltigung in der Ehe vor nicht einmal 15 Jahren im deutschen Strafrecht keinen Straftatbestand darstellte. Doch wie kam es dazu, dass in Deutschland im letzten Jahrhundert plötzlich die Gleichstellung der Geschlechter derart vorangebracht werden konnte? Wie gestaltete sich diese Entwicklung? Was sind die Gründe dafür, dass ein jahrtausendealtes Patriarchat in der Ehe in einem Land umgeworfen wird, während es in einem anderen bestehen bleibt? Um dies zu erörtern, werden in diesem Buch die Entwicklungen der ehelichen Pflichten im deutschen Recht und der Scharia verglichen um die gleiche oder ungleiche Rollenverteilung in der Ehe anschaulich darzustellen. Hierbei wird besonders auch auf die historische Entwicklung der Geschlechterrollen innerhalb der Ehe seit der Europäischen Antike eingegangen.

Autorentext

Alicia Danielsson wurde 1987 in Bielefeld geboren. Ihr Studium der Rechtswissenschaft begann sie an der Hanse Law School, ein rechtswissenschaftliches Studienangebot der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Universität Bremen und der niederländischen Rijksuniversiteit Groningen mit den Schwerpunkten Europäisches Recht und Rechtsvergleich. Hiernach folgten rechtswissenschaftliche Studien in England, an der University of Hertfordshire sowie in Schottland an der University of Dundee mit den Schwerpunkten Internationales Strafrecht und Menschenrechte. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende Erfahrungen in den Bereichen der Gleichberechtigungspolitik. Ihr großes Interesse an rechtssystemübergreifenden Frauenrechtsthemen motivierte sie, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.



Leseprobe
Textprobe: Kapitel C, Die Entwicklung der Ehe und deren Rechte und Pflichten in Europa: I, In der europäischen Antike: Es gibt einige Indizien dafür, dass im antiken Griechenland innerhalb der Familie eine eher patrilineare Struktur herrschte. Dort hatten Frauen bereits Bürgerrechte. Man vermutet, dass dies unter anderem auch mit dem Status von Neubürgern (Kindern) zusammenhing, um deren Bürgerrechte zu sichern. Trotz der Bürgerrechte waren Frauen in Griechenland den Männern nicht gleichgestellt. Nach der ursprünglichen Rollenverteilung waren die Frauen für das Haus und die Kindererziehung zuständig. Sowohl die Ehefrau als auch die Kinder standen unter der Hausgewalt des Familienvaters. Dies bedeutete, dass der Vater die Heirat seiner Tochter arrangieren konnte, ohne die Zustimmung der Tochter einzuholen. Bei einer Hochzeit ging eine Frau dementsprechend von der Hausgewalt des Vaters in die Hausgewalt des Ehemannes über. Die rechtmäßige Anerkennung einer Ehe war allein Sache der Familienstämme und wurde in dessen Rahmen mit einer Zeremonie geschlossen. Die rechtmäßige Ehe war für die Bürgerrechte der in der Ehe geborenen Kinder von großer Bedeutung. Scheidungen waren sowohl von Seiten des Mannes als auch von Seiten der Frau möglich. Ein ganz wichtiger Grund der Heirat war das Erbrecht, welches Solon als gesetzliche Regelungen aufgeschrieben hatte. Hiernach erbten eheliche Söhne in gleichen Teilen das Vermögen des Vaters. Töchter konnten vorerst nicht erben, da diese der Hausgewalt der Ehemänner unterlagen. Es war aber möglich, im Falle, dass ein Verstorbener nur eine Tochter hatte, diese zu verheiraten sodass der Besitz dann auf den Ehemann überging. Zur hellenischen Zeit verbesserte sich der Status der Frauen deutlich. Als Ehefrauen von Königen und als Königinnen selbst konnten sich Frauen im politischen Raum einfügen. Auf städtischer Ebene wurden einige Frauen als Stifterinnen geehrt, was eine veränderte vermögensrechtliche Stellung mit sich brachte sie durften erben. Interessant ist außerdem, dass im hellenischen Griechenland Mädchen und junge Frauen die Möglichkeit einer intellektuellen, künstlerischen oder wissenschaftlichen höheren Bildung hatten. Im Gegensatz zum Antiken Griechenland wurden im alten Ägypten die ehelichen Rechte und Pflichten fast ausschließlich juristisch mit Verträgen gehandhabt, was zu einer großen Selbstständigkeit der Frau führte. Dies lag vor allem daran, dass diese Verträge nicht nur zwischen Bräutigam und Brautvater sondern auch zwischen der Braut und dem Bräutigam geschlossen wurden. In den Eheverträgen wurden dann die Rechte und Pflichten beider Ehepartner festgehalten, wie beispielsweise das Verbot von außerehelichem Verkehr und finanzielle Fragen. In Ägypten waren auch Ehescheidungen möglich, welche sowohl von der Ehefrau als auch vom Ehemann ausgehen konnten. Im Falle einer Scheidung bekam die Ehefrau meistens die eingebrachte Mitgift zurück in einigen Fällen sogar mit einem Aufschlag. Das römische Recht ist zwar in vielerlei Hinsicht vom Rechtssystem des hellenischen Griechenlands beeinflusst worden, dennoch unterscheide sich beide Rechtssysteme sehr. Die meisten Rechtssysteme im modernen Europa basieren auf dem römischen Recht. Dieses römische Recht wird Justinian I. zugeschrieben. Dieser beauftragte am 15. Dezember 530 eine Kommission damit, eine einheitliche Sammlung des bis dahin entstandenen Rechts zusammenzustellen. Diese Digesten, welche 50 Bücher umfassten, waren Entscheidungshilfen für Richter und erhielten 533 Gesetzeskraft. Ein Jahr darauf trat das wohl wichtigste Werk des Römischen Rechts als Neuerarbeitung seiner ersten Sammlung kaiserlichen Rechts, der Codex Iusinianus, in Kraft. Diese zweite Auflage , welches alle relevanten Kaisergesetze enthielt, wurde später im 16. Jahrhundert unter dem Titel 'Corpus Iuris Civilis' bekannt. Das Corpus Iuris Civilis bewirkte einige Veränderungen bezüglich der rechtlichen S

Produktinformationen

Titel: Die Rolle der Ehefrau: Der rechtshistorische Vergleich der ehelichen Pflichten im Deutschen Recht und der Scharia
Autor:
EAN: 9783958506039
ISBN: 978-3-95850-603-9
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag
Genre: Sonstiges
Anzahl Seiten: 92
Gewicht: 160g
Größe: H221mm x B154mm x T10mm
Jahr: 2014
Auflage: Erstauflage