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Historische Krankheit, Wiederkunft und Gefühl bei Friedrich Nietzsche: Eine genealogische Untersuchung

  • Kartonierter Einband
  • 88 Seiten
In Friedrich Nietzsches Gesamtwerk einen roten Faden zu finden, scheint aufgrund seines unsystematischen Charakters schwierig. Die... Weiterlesen
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Beschreibung

In Friedrich Nietzsches Gesamtwerk einen roten Faden zu finden, scheint aufgrund seines unsystematischen Charakters schwierig. Die Lehre der ewigen Wiederkehr als zentrales Thema zu betrachten, erweist sich als sinnvolle Entscheidung, die es ermöglicht, die philosophischen Folgen der Intuition der ewigen Wiederkunft anhand ihrer Ursprünge im frühen Werk zu interpretieren. Diese Arbeit basiert methodologisch auf einer genealogischen Untersuchung, die von der Frage um Vergangenheit, Historie und Zeit ausgeht. Der Leitfaden der Fragen über die Zeit verweist zwar nur auf einen besonderen Aspekt der Philosophie Nietzsches, reduziert diese aber gleichzeitig nicht auf eine simple Betrachtung über die Natur der Zeit. Vielmehr erscheint die Überlegung über die Zeit als eine der besten Gelegenheiten, um die Besonderheiten des Werks Nietzsches zu betrachten. Es wird gezeigt, dass die Sprachauffassung, die Kritik an der Moral und der Entwurf eines nicht-linearen Zeitmodells einen gemeinsamen Ursprung in der Wiederkehrfrage finden und dass die Erfahrung des Augenblicks und die Philosophie der ewigen Wiederkehr als Fundament einer Rationalität des Leibes dienen. Zu diesem Zweck werden jüngere und ältere Werke aus Nietzsches Schaffen anhand ihrer Leitmotive miteinander verglichen.

Leseprobe
Textprobe: Kapitel 1, Zu Nietzsches Auffassung der Geschichtsschreibung: In Bekenntnis am Grabe Nietzsches beleuchtet Peter Gast ein zentrales Merkmal des Lebens seines Freundes Friedrich. Im Moment der höchsten Trauer und Erinnerung an den Verlorenen fühlt sich Gast dazu verpflichtet, ein Leitmotiv des Daseins Nietzsches zu betonen, das dabei helfen soll, sowohl die Bedeutung des Werkes als auch die Lebensgeschichte Nietzsches zu verstehen. Gast beschreibt das Leben von Friedrich Nietzsche als eine ungeheure Odyssee : ungeheuer, weil ihm eine triumphale Rückkehr in die Heimat versagt war. Ohne Ruhe war Nietzsche durch das Europa des späten 19. Jahrhunderts gewandert und niemals konnte sein Geist eine dauerhafte Gesundheit erleben. Er war von einem obskuren Leiden verfolgt, das eine vielfältige Symptomatik verursachte und ihm viel zu denken gab. Es war, wie er selber schrieb, ein Leiden am Menschen , ein nicht besser definiertes Unbehagen gegenüber seinen Mitmenschen und letztendlich gegenüber sich selber. Jene Idee des Leidens am Menschen , die 1885 in der Genealogie der Moral auftaucht, war tief im Denken Nietzsches verwurzelt und hatte eine besondere Relevanz in seinen Gedanken zur Problematik der Historie. Schon in der Genealogie kann eine Ursache dieses Leidens in jenem Irrtum, jenem gefährlichen Vorurteil des modernen Menschen individuiert werden, sich als Sinn und Spitze der Geschichte zu verstehen. Eine entwickelte Auffassung und Kritik dieses Gedankens befindet sich bereits in der zweiten Unzeitgemäßen Betrachtung, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben. Wenn auch nicht klar ausgesprochen, geht es in dieser Schrift darum, das programmatische Resultat des hegelschen Erbes einstürzen zu lassen. Nietzsche wendet sich gegen den Anspruch des Denkens Hegels, das Ende der Philosophie zu repräsentieren. Mit der Zweiten Unzeitgemäßen Betrachtung stellt Nietzsche die Konzeption der Vergangenheit des deutschen Idealismus drastisch in Frage. Es ist wichtig, sofort darauf hinzuweisen, dass der Ansatz Nietzsches (hier wie auch in den späteren Schriften) psychologischer Natur ist. Im Zentrum der Betrachtung stehen Begriffe wie Lebenskraft, Individuum und Inneres, deren Bedeutung vielschichtig sind, aber im philosophischen Diskurs immer wieder für die Interpretation des Subjekts als wissensstiftende Instanz herangezogen werden. In der Betrachtung ist oft davon die Rede, dass sich die Gesundheit als gute Entfaltung der Lebenskräfte gleichermaassen bei Einzelnen, Völkern sowie Kulturen zeigt. Für Nietzsche ist also gleichgültig, von welcher Ebene der geschichtlichen Realität man sich die zu betrachtenden Beispiele aussucht - das Lebendige gilt als überhistorischer Wert sowie als einziges Orientierungskriterium der Schrift und somit als Leitmotiv des Gedankengangs. Und es ist genau diese starke und bisweilen schwer zu folgende Variation der Blickpunkte auf den Prozess der Geschichtsschreibung, der es Nietzsche letztendlich erlaubt, Vorurteile über den Wert und die Funktion der Historie sichtbar zu machen. Um den Weg zur Enthüllung dieser Vorurteile nachzuvollziehen und sie innerhalb Nietzsches Auffassung der Geschichtsschreibung zu situieren, bietet es sich an, eine Zusammenfassung der drei Arten von Historie zu verfassen, die er sie in der Zweiten Unzeitgemäßen Betrachtung darstellt. 1.1, Monumentale und überhistorische Auffassungen: Die erste Skizzierung der drei Arten von Historie befindet sich im zweiten Kapitel der Betrachtung, in dem die drei Typen des Verhältnisses der Historie zum Leben dargestellt werden: In dreierlei Hinsicht gehört die Historie dem Lebendigen: sie gehört ihm als dem Thätigen und Strebenden, ihm als dem Bewahrenden und Verehrenden, ihm als dem Leidenden und der Befreiung Bedürftigen. Dieser Dreiheit von Beziehungen entspricht eine Dreiheit von Arten der Historie: sofern es erlaubt ist eine monumentalische, eine antiquarische und eine kritische Art der Histor

Produktinformationen

Titel: Historische Krankheit, Wiederkunft und Gefühl bei Friedrich Nietzsche: Eine genealogische Untersuchung
Autor:
EAN: 9783958505025
ISBN: 978-3-95850-502-5
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
Genre: Allgemeines & Lexika
Anzahl Seiten: 88
Gewicht: 162g
Größe: H221mm x B154mm x T10mm
Jahr: 2014
Auflage: Erstauflage
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