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Adaptionsprozesse bei TV-Serien: Von "Hatufim" zu "Homeland"

  • Kartonierter Einband
  • 158 Seiten
Der blühende internationale Formathandel ist von zahlreichen Fernsehserienadaptionen geprägt. Welche Voraussetzungen muss eine Ser... Weiterlesen
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Beschreibung

Der blühende internationale Formathandel ist von zahlreichen Fernsehserienadaptionen geprägt. Welche Voraussetzungen muss eine Serie aufweisen, damit sie für eine Adaption in Frage kommt? Welche Strategien werden bei Serienadaptionen angewendet und welche Gründe stecken dahinter? In dieser Untersuchung wird die israelische Originalserie Hatufim mit ihrer Adaption, der US-amerikanischen Serie Homeland verglichen. Wie haben die Amerikaner die Ursprungsserie aus Israel verändert? Welche Rolle spielen Kultur, Politik und 'nationale' Traumata? Der Vergleich dieser beiden Serien zeigt exemplarisch auf, welche Strategien in Adaptionsprozessen von Fernsehserien gewählt werden. Für die kontextuelle Einordnung wird ein Überblick über aktuelle Trends in Serienformaten gegeben. Als theoretische Grundlage liegen der Untersuchung Erläuterungen des Format- und Adaptionsbegriffes zu Grunde. Kulturwissenschaftliche Sekundärliteratur und Stellungnahmen der Produzenten zeigen auf, dass die Adaptionsstrategien aufgrund der Produktionsbedingungen und einem Kulturtransfer gewählt wurden. Der blühende internationale Formathandel ist von zahlreichen Fernsehserienadaptionen geprägt. Welche Voraussetzungen muss eine Serie aufweisen, damit sie für eine Adaption in Frage kommt? Welche Strategien werden bei Serienadaptionen angewendet und welche Gründe stecken dahinter? In dieser Untersuchung wird die israelische Originalserie Hatufim mit ihrer Adaption, der US-amerikanischen Serie Homeland, verglichen. Wie haben die Amerikaner die Ursprungsserie aus Israel verändert? Welche Rolle spielen Kultur, Politik und 'nationale' Traumata? Der Vergleich dieser beiden Serien zeigt exemplarisch auf, welche Strategien in Adaptionsprozessen von Fernsehserien gewählt werden. Für die kontextuelle Einordnung wird ein Überblick über aktuelle Trends in Serienformaten gegeben. Als theoretische Grundlage liegen der Untersuchung Erläuterungen des Format- und Adaptionsbegriffes zu Grunde. Kulturwissenschaftliche Sekundärliteratur und Stellungnahmen der Produzenten zeigen auf, dass die Adaptionsstrategien aufgrund der Produktionsbedingungen und einem Kulturtransfer gewählt wurden.

Autorentext

Die Autorin hat ihr medien- und literaturwissenschaftliches Studium an der Universität Hamburg mit dem akademischen Grad Master of Arts im Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen. Ihre Studienschwerpunkte waren Seriendramaturgie, unzuverlässiges Erzählen sowie inter- und transmediale Adaptionen. Ergänzend dazu sammelte die Autorin praktische Erfahrung in der Drehbuchentwicklung von TV-Serien bei Produktionsfirmen und Sendern. Diese Tätigkeiten, gepaart mit der großen impliziten Forschungsfrage nach ,nationalen' Erzählarten motivierten die Autorin dazu, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 7. Analyse der seriellen narrativen Strategien in Hatufim: Die folgende Analyse widmet sich der Vorlage Hatufim. Nach einer Einführung auf der Inhaltsebene (Kap. 7.1) und einer Betrachtung des Vorspanns (Kap. 7.2) wird die narratologische Kategorie der Zeit in der israelischen Serie untersucht (Kap. 7.3), da diese elementarer Bestandteil der Formatkonzeption ist. Darauf folgend wird die Darstellung der figuralen Wahrnehmung analysiert (Kap. 7.4). Dabei sind die beiden Kapitel eng miteinander verknüpft, da die Introspektionen der Figuren überwiegend Erinnerungen an die Vergangenheit - und somit Analepsen - sind. Hier ist eine Verwobenheit der Analysekategorien festzustellen. Darauf folgend wird auf die Figurenkonzeption (Kap. 7.5) und auf Formen der Spannung (Kap. 7.6) eingegangen, um als Zwischenfazit auf diesen Ergebnissen basierend eine Genrezuschreibung zu tätigen (Kap. 7.7). Dieser Aufbau wurde gewählt, da eine Analyse dieser Aspekte in beiden Analysegegenständen besondern gewinnbringend ist. Gleichzeitig handelt es sich bei den Kapiteln um narrative Strategien aktueller TV-Serien, die Allrath, Gymnich und Surkamp identifiziert haben (2005). 7.1 Einführung: Die Handlungsstränge: Die israelische fiktionale Prime-Time-Serie Hatufim erzählt die Geschichte von drei Israel Defense Forces-Reservisten, von denen zwei nach 17 Jahren der Gefangenschaft bei der Hisbollah im Libanon und in Syrien nach Israel zurückkehren. Der dritte Soldat Amiel Ben Chorin (Assi Cohen) gilt bis zum Ende der ersten Staffel als tot. Die Serie beginnt als Teaser in der ersten Episode mit der Szene der erfolgreichen Verhandlung, die zu der Freilassung führt. Über die zehn Folgen der ersten Staffel hinweg werden die Schwierigkeiten der Re-Integration von Nimrod Klein (Yoram Toledano) und Uri Zach (Ishai Golan) in ihre Familien thematisiert. In jeder Folge wird gezeigt, dass sie unter brutalen Erinnerungen oder Albträumen leiden, und mit Veränderungen in ihren Familien und in der Gesellschaft zurechtkommen müssen (vgl. Zanger 2005:5). Gleichermaßen werden die Probleme aus Sicht der Angehörigen gezeigt. Die horizontale Handlung, die an Amiels Schwester Yael Ben Chorin (Adi Ezroni) gebunden ist, stellt dar, wie sie mit dem vermeintlichen Tod ihres Bruders umgeht. Über die Staffel hinweg werden ihre verschiedenen Trauerphasen gezeigt. Außerdem halluziniert sie lange, dass ihr Bruder bei ihr sei. Nimrods Frau Talia Klein (Yael Abëcassis) wird nach der langen Wartezeit mit ihrem ehemals vertrauten Ehemann konfrontiert, der ihr nun fremd geworden und hochgradig traumatisiert ist. Auch eine klassische Dreiecksbeziehung findet sich in der israelischen Serie (vgl. Vossen 32011:435): Nurit Halevi-Zach (Mili Avital), Uris ehemalige Verlobte, hat während dessen Abwesenheit Uris Bruder geheiratet. Sie wird von Talia verachtet und nimmt die Rolle des 'nationalen' Sündenbocks ein, weil sie nicht auf Uris Rückkehr gewartet hat (vgl. Zanger 2015:8). Diesen melodramatischen Elementen der familiären und ehelichen Konflikte wird in Hatufim viel Erzählzeit beigemessen (Vossen 32011:437). Ein Zettel, der Nimrod bei seiner Freilassung von seinem Peiniger Jamal (Salim Dau) zugesteckt wurde, fungiert als MacGuffin der Haupthandlung in Staffel 1. Stutterheim definiert das von Alfred Hitchcock geprägte dramaturgische Mittel MacGuffin als ein handlungsauslösendes Element, das eine lang anhaltende Spannung entfacht (Stutterheim 2015:367). In Hatufim wird darüber zunächst die Frage eröffnet, ob die Telefonnummer auf dem Zettel bedeuten könnte, dass Nimrod als Schläfer für Jamal agiert. Allerdings wird schnell aufgeklärt, dass Nimrod und Uri selbst gemeinsam auf der Suche nach Antworten in Bezug auf die Gefangenschaft sind. Die Ermittlerfigur des Militärpsychologen Haim Cohen (Gal Zaid) nimmt dabei eine beobachtende und skeptische Perspektive auf die Rückkehrer ein und setzt die Militär-Agentin Iris (Sendi Bar) auf Uri an. Üb

Produktinformationen

Titel: Adaptionsprozesse bei TV-Serien: Von "Hatufim" zu "Homeland"
Autor:
EAN: 9783959353380
ISBN: 978-3-95935-338-0
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: disserta verlag
Genre: Medien & Kommunikation
Anzahl Seiten: 158
Gewicht: 270g
Größe: H221mm x B157mm x T15mm
Veröffentlichung: 01.12.2016
Jahr: 2016
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