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Jugendwerke in internationalen Versöhnungsprozessen. Der Modellcharakter des Deutsch-Französischen und des Deutsch-Polnischen Jugendwerks

  • Kartonierter Einband
  • 76 Seiten
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Beschreibung

Jugendwerke sind ein wichtiges Element internationaler Versöhnungspolitik. Das Paradebeispiel hierfür sind die deutsch-französischen und deutsch-polnischen Beziehungen. Das Deutsch-Französische Jugendwerk war bei der Errichtung und in der Anfangsphase des Deutsch-Polnischen Jugendwerks Vorbild und Modell. Anschließend emanzipierte sich dieses "neue" Jugendwerk und beide Institutionen entwickelten eine engagierte Kooperation, u.a. im Rahmen von trinationalen Treffen zwischen Deutschland, Frankreich und Polen. Diese Studie untersucht anhand eines selbstentwickelten Modells, inwiefern diese beiden Jugendwerke als Vorbild auch für andere schwierige internationale Versöhnungsprozesse in Frage kommen und diese positiv beeinflussen können. Der Fokus liegt dabei auf den komplizierten französisch-algerischen (europäischer Kontext) und den südkoreanisch-japanischen Beziehungen (internationaler Aspekt).

Autorentext

Adrian Gmelch wurde 1993 in Rosenheim geboren. Nach dem deutsch-französischen Abitur absolvierte er den deutsch-französisch integrierten Studiengang Politikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und dem Institut d'Etudes Politiques de Rennes. Danach erwarb er einen Master an der Université Paris-Sorbonne in European Affairs. Der Autor war während seines Studiums Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. Neben seinem Interesse für politische Philosophie und Theorie engagiert er sich für die deutsch-französischen Beziehungen und glaubt fest an den positiven Einfluss der deutsch-französischen Freundschaft auf andere schwierige Versöhnungsprozesse der internationalen Politik.
Der Autor ist Verfasser zahlreicher Artikel und Buchbesprechungen, u.a. für Francia Recensio (Rezensionen politik- und geschichtswissenschaftlicher Neuerscheinungen). Er ist außerdem Autor von zwei Romanen und einem Buch über die politische Philosophie Arthur Schopenhauers.



Leseprobe
Textprobe: Kapitel 2.4. Die Anfangsjahre des DPJW und die Rolle des DFJW: Nachdem in den vorherigen Abschnitten dargelegt wurde, dass die Abkommen beider Jugendwerke über weite Strecken fast identisch sind und die Organisationsstruktur der Institutionen ebenfalls sehr nahe beieinander liegen, ist es eindeutig, dass das DPJW zunächst nach dem Modell des DFJW entworfen wurde. Die Neuüberarbeitung des DFJW-Abkommens wurde dann wiederum an das DPJW-Abkommen "angepasst". Trotzdem existieren einige fundamentale Unterschiede in beiden Gründungstexten. Dass das DFJW als "Modell" jedoch über das Abkommen hinausgeht, wird in folgendem Abschnitt gezeigt. Unter anderem anhand der Tätigkeitsberichte des DFJW und der Geschäftsberichte des DPJW ist es möglich, empirisch nachzuweisen, dass die "Modellfunktion" des DFJW auch nach der Unterzeichnung des Abkommens und in den Anfangsjahren des DPJW weiterbestand. So ist 1991 etwa dokumentiert, dass von Seiten des DFJW "eine enge Kooperation mit dem neugegründeten Deutsch-Polnischen Jugendwerk" gestartet wurde. Am 17. Juni, dem Tag der Unterzeichnung des Abkommens über die Gründung des DPJW, besuchte die polnische Jugendministerin Anna Popwicz außerdem das DFJW. Im September kamen anschließend vier polnische Mitarbeiter des neuen Jugendwerkes nach Bad Honnef und Paris, um die exakte Funktionsweise des DFJW in der Praxis zu studieren. Im Tätigkeitsbericht von 1992 ist dann die Rede von einer Fortsetzung der Kooperation: "Wie vereinbart hat das DFJW seine Erfahrung und sein Know-how dem DPJW und damit der Entwicklung des deutsch-polnischen Jugendaustausches zur Verfügung gestellt." Zunächst wurden seitens des DFJW zwischen dem 27. und 30. April in Warschau Arbeitsgespräche mit dem Aufbaustab der neuen deutsch-polnischen Institution geführt. Etwa einen Monat später fand in Warschau erneut ein Gespräch statt: Diesmal seitens des DFJW-Generalsekretärs mit Vertretern der polnischen Regierung, der Jugendorganisationen und des DPJW. Einen knappen halben Monat später am 16. Juni gab es wieder Gespräche mit dem deutschen Geschäftsführer des DPJW, diesmal in Bad Honnef. Und am 6. August fanden schließlich "Arbeitsbesprechungen im DFJW über Informatikfragen, Förderungsverfahren, Betriebsablauf, Personalführung usw. statt". Der erste Jahresbericht des DPJW aus dem Jahr 1993 gibt auch noch einmal interessante Einblicke in die Funktionsweise des DFJW. Letzteres überließ dem neuen Jugendwerk seine Programmsysteme für die Computer und beriet es dazu. Außerdem wurde das Zentralstellenverfahren für die Anträge für Austauschprogramme des DFJW übernommen. Im DFJW-Bericht von 1994 wird dem DPJW schließlich sogar ein eigener Abschnitt (1.3) gewidmet. Regelmäßige "Arbeitstreffen mit den Verantwortlichen" wurden fortgesetzt und es wurde eine Kooperationsvereinbarung für trilaterale Programme verfasst. Offiziell heißt es nun auch: "Das DFJW diente als Beispiel [...] bei der Gründung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes". Ein Jahr später waren die Beziehungen "besonders eng und fruchtbar" und ein Anwachsen "trilateraler deutsch-französisch-polnischer Austauschprogramme" ist zu verzeichnen, die die "Lebendigkeit" der Kooperation zeigen. Besonders stolz sind die Verfasser auf ein trinationales Jugendkolloquium über die Zukunft der Freiheit in Europa im September 1995. Eine ausführliche Beschreibung der Veranstaltung findet sich in dem Geschäftsbericht des DPJW für das Jahr 1995. Und 1996 wurde während einem Treffen von Vertretern beider Jugendwerke beschlossen, Veranstaltungen zu organisieren, die die bisherigen trinationalen Treffen auswerten und Multiplikatoren für zukünftige Begegnungen vorbereiten sollen. Spätestens mit dem DFJW-Tätigkeitbericht von 1995 wird eine Wandlung der Beziehungen deutlich, und damit auch eine Wandlung des Einflusses des DFJW auf das DPJW. So kann die Rolle des DFJW zunächst als wirkliches Modell gesehen werden, dann als wichtiges Beispie

Produktinformationen

Titel: Jugendwerke in internationalen Versöhnungsprozessen. Der Modellcharakter des Deutsch-Französischen und des Deutsch-Polnischen Jugendwerks
Autor:
EAN: 9783961465743
ISBN: 978-3-96146-574-3
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
Genre: Medien & Kommunikation
Anzahl Seiten: 76
Gewicht: 136g
Größe: H221mm x B157mm x T10mm
Jahr: 2017

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