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Überleben ist unser letzter Sabotageakt. Das Nachtvolk
Aïda Asgharzadeh

Frauen haben in Auschwitz Sabotage betrieben. Sie mussten im Rüstungsbetrieb der Union-Werke arbeiten und haben Pulver für den Auf... Weiterlesen
Kartonierter Einband, 61 Seiten  Weitere Informationen
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Beschreibung

Frauen haben in Auschwitz Sabotage betrieben. Sie mussten im Rüstungsbetrieb der Union-Werke arbeiten und haben Pulver für den Aufstand beiseite geschafft. Sie haben erfahren, dass Topf & Söhne Verbrennungsöfen lieferte, die auch der Massenvernichtung gewachsen waren. Darüber haben sie sich lustig gemacht. So haben diese Frauen im Angesicht des Todes ihre Würde bewahrt. Ein Theaterstück, das unter die Haut geht.

"Das Nachtvolk" der iranisch-französischen Autorin Aïda Asgharzadeh wurde in den Jahren 2012 und 2013 mit großem Erfolg auf dem Theaterfestival in Avignon aufgeführt, dem bedeutendsten Festival Frankreichs. Drei junge Frauen, die nach Auschwitz deportiert wurden: Sie werden ihrer Identität beraubt, wie Tiere behandelt. Indem sie sich gegenseitig bekämpfen und bespitzeln, begreifen sie, dass sie dieser Logik dienen. So beginnen sie, sich bei dem Versuch zu unterstützen, trotz des Wahnsinns zu leben. In der Waffenfabrik beteiligen sie sich an Sabotageaktionen und sammeln Waffen für den Aufstand. Die drei Frauen stehen für die Deportierten der Vernichtungslager ebenso wie für die politischen Gefangenen in den heutigen Foltergefängnissen von Guantanamo bis Teheran. Das Theaterstück wurde für den Geschichtsunterricht an französischen Schulen geschrieben. Von jungen Frauen gespielt, vermittelt es Jugendlichen einen emotionalen Zugang zum Thema Unterdrückung und Widerstand.

Autorentext

Aïda Asgharzadeh ist in der iranischen und französischen Kultur und Sprache zuhause. Sie ist 1986 in Paris geboren. Ihre Eltern flüchteten 1983 aus dem Iran, als es dort für sie lebensbedrohlich wurde.
Aïda ist Schauspielerin und schreibt Theaterstücke. Als Autorin stellt sie die Frage nach dem familiären, gesellschaftlichen und historischen Ursprung und Erbe in den Mittelpunkt ihres Schreibens.
Sie fragt nach dem Gewicht der Großen Geschichte in den Geschichten, die wir täglich erleben.
Homepage: www.aidaasgharzadeh.com



Leseprobe
6. GLYZINIEN Verteilung der täglichen Suppenration. Februar 1944. Jeanne Ich beobachte dich seit einigen Tagen auf der Baustelle. Du bist viel am Schwanken Esther Das ist die Müdigkeit. Wird schon vorbeigehn. Jeanne Bist du sicher? Wieviel Monate noch? Esther Jeanne Ach Esther, du bist so mager, da kannst du sicher sein, man wird es nicht sehen, wenn man nicht darauf achtet. Und ich kann dir versichern, dass du für sie keine so große Bedeutung hast. Ich hab dir schon gesagt, lass dir was einfallen für die Krankenschwester vom Revier. Die Metzger. Du besorgst ihr Zigaretten oder Kleidungsstücke, und in einer Woche hat sie schon einen Termin für dich. Esther Um was zu machen? Jeanne In der Regel ist es nicht sehr gut, krankgeschrieben zu werden. Wozu nützt du ihnen dann noch, wenn du nicht mehr normal funktionierst? Esther Nein, Jeanne, der Termin, was soll da geschehen? Jeanne Schau mal an, Esther, welches Spiel spielst du mit mir? Esther Kümmer dich um deine Angelegenheiten. Jeanne Weißt du, was sie mit den Babys machen, die hier geboren werden? Vorausgesetzt, dass sie dich nicht schon als Schwangere in die Kammer schicken? Sie schnappen sie sich und schmeissen sie Esther Hör auf! Jeanne Pst. Ich sag dir, besorg was für Agathe. Sie wird dir helfen abzutreiben! Esther bleibt allein zurück. Sie weiß, wenn sie auf die Krankenstation geht, dass sie sich von ihren letzten glücklichen Erinnerungen verabschiedet: von dem Tag, an dem er ihren Bauch rund gemacht hat. Esther An der Straßenecke vom Boulevard Poissonnière. Um siebzehn Uhr. Ich habe mich ein wenig verspätet. Nein, ich bin gar nicht zu spät. Fast noch pünktlich. Er hat noch Glyzinien gepflückt, im Stadtpark. Da bleibt ihnen die Spucke weg, den Polizisten. Er küsst mich zur Begrüßung. Nicht auf den Mund, nein. Auch nicht auf die Wange, nein. Den Hals. Ja. Auf den Hals. Ein Beben. "Schau die Sterne." Wie gut das neue Leder riecht, und über uns die Sterne, einige Sternschnuppen. "Schnell, Esther, wünsch dir was!" Ja, das ist schön "Pst, sag jetzt nichts." Er packt meine Hand. "Lauf! Komm schon, lauf!" Alles dreht sich. Das Pflaster der Rue Montmartre! Die Sonnenuhr vom Karussell! Oh, die Glocken von Notre-Dame! Die Glyzinie am Ufer der Seine "Lass einfach alles geschehn." Er verbindet mir die Augen. Nein! Das kristallene Klirren der Gläser, die aneinander stoßen. Sanftes, leichtes Gelächter. Sein sanftes und leichtes Lachen. Sein sanftes und leichtes Lachen. Sein sanftes und leichtes Lachen 7. CHARLES HAÏM Auf der Krankenstation des Lagers. Zwei Wochen später. Agathe Was hast du mir mitgebracht? Esther Meine Stiefel. Ich hab nichts andres. Agathe Das wird schon gehen. Etwas später Agathe Komm mit mir! Esther Warte! Er wird Jonathan heißen, nein Michael, nein Karl, ja Karl. Das ist diskreter als David oder Jakob. Agathe, sie begreift das Spiel. Das machst du richtig. Esther, erfindet Seine Lehrer werden ihn in der Schule turbulent finden, aber er wird kein böses Kind sein Seine Nachmittage wird er damit verbringen, dass er mit den Kameraden Fußball spielt. Er wird mir immer zurufen: "Ich komme! Ich komme!" Aber ich werde ihn jedes Mal von der Straße holen müssen Und dann wird er sich für Medizin interessieren. Er wird auf die große medizinische Fakultät in Paris gehen. Agathe In dem Fall wird er bestimmt auf meine Tochter treffen. Esther Ach, hast du eine Tochter? Agathe Ja, sie ist erst siebzehn Jahre alt! Sie ist brillant. Sie hat mir von deinem Karl erzählt. Sie findet ihn ganz schön unverschämt. Esther Das, das ist, weil sie verliebt ist! Agathe Überhaupt nicht! Esther Aber ganz bestimmt ist sie das, sie hat einen Strauß Glyzinien auf Karls Heft gelegt. Agathe Man kann nicht wirklich sagen, dass dein Karl meiner Tochter den Hof machen würde. Esther Nein, das geht von ihr aus ....

Produktinformationen

Titel: Überleben ist unser letzter Sabotageakt. Das Nachtvolk
Untertitel: Theaterstück
Autor: Aïda Asgharzadeh
EAN: 9783943446111
ISBN: 978-3-943446-11-1
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Edition Contra-Bass
Genre: Lyrik & Dramatik
Anzahl Seiten: 61
Gewicht: 101g
Größe: H221mm x B141mm x T7mm
Jahr: 2013

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