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Ich mag es einfach, die Gefühlswelten meiner Figuren zu erforschen

Julie Clark hautnah

Interview von Ex Libris

Julie Clark Porträt
Bild: © Eric A. Reid Photography

Ihr neues Buch «Der Plan» ist ein spannungsgeladener Thriller, der die Leserin von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Für alle, die es noch nicht gelesen haben, können Sie uns ein bisschen davon erzählen?
«Der Plan» erzählt die Geschichte von Meg Williams, einer Frau, die durch das Land reist und Männer um ihr Geld und ihren Ruf bringt. Sie findet deren Schwachstellen und nutzt diese gezielt aus. Dabei arbeitet sie immer unter einem anderen Namen und konstruiert Geschichten, um ihre Lügen zu untermauern. All das soll sie auf ihr endgültiges Ziel vorbereiten: den Mann, dem sie die Schuld für ihre zerstörte Kindheit gibt. Doch als sie nach Los Angeles zurückkehrt, um ihren Plan in die Tat umzusetzen, ahnt sie nicht, dass ihr jemand auf den Fersen ist. Eine andere Frau, die auf Rache aus ist... Rache an Meg.

Wie sind Sie auf die Idee für diese Geschichte gekommen?
Ich habe einen Podcast über einen Hochstapler in Australien gehört, einen Mann, der Frauen verführt und sie überzeugt, ihr Geld bei ihm zu «investieren». Das brachte mich auf den Gedanken, dass eine Frau in dieser Rolle sicherlich glaubwürdiger sein kann. Und da ich nicht gerne über Frauen schreibe, die unzuverlässige Erzählerinnen sind, musste ich eine Protagonistin erschaffen, mit der die Leser*innen mitfiebern können. Daraus wurde Meg.

Was gefällt Ihnen oder was fasziniert Sie am meisten an der Beziehung zwischen Ihren zwei Hauptfiguren Meg und Kat?
Sie wollen beide das Gleiche: Gerechtigkeit. Allerdings hat jede von ihnen eine andere Vorstellung davon, wie Gerechtigkeit aussieht und wie sie diese erreichen können.

Was war der schwierigste Teil beim Schreiben von «Der Plan»?
Sicherzugehen, dass alle von Megs Betrügereien tatsächlich funktionieren. Es war schwierig, alle rechtlichen Aspekte zu durchdenken, um sicherzustellen, dass das, was sie tut, auch wirklich glaubhaft klingt für die Leserinnen.

Ihr neuer Roman könnte auch eine sehr interessante Filmhandlung darstellen. Gibt es aktuell Pläne für eine Verfilmung? Wenn nicht: Würden Sie Ihre Geschichte gerne in einem visuellen Format neu interpretiert sehen?
Dazu kann ich keine Details nennen, aber so viel kann ich verraten: daran wird schon gearbeitet.

Ihre Bücher sind nicht nur in den Vereinigten Staaten beliebt, sondern auch international erfolgreich und zählen in Europa zu den Bestsellern. Was denken Sie, warum ist das so?
Ich denke, dass starke Frauenfiguren Menschen überall auf der Welt ansprechen. Überall mussten und müssen Frauen für ihren Platz, für Glaubwürdigkeit und dafür, dass ihre Stimmen wertgeschätzt und gehört werden, kämpfen. Ich glaube, wenn Leserinnen solche Frauen in der Literatur erleben, fühlen sie sich anerkannt und gesehen.

Warum haben Sie überhaupt angefangen, Thriller zu schreiben?
Als ich meinen ersten Entwurf für «Der Tausch» fertigstellte, wusste ich nicht, dass ich einen Thriller schreibe! Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es sich um Thriller handelt. Ich mag es einfach, die Gefühlswelten meiner Figuren zu erforschen, und wenn es so kommt, dass diese vor Drogendealern, gewalttätigen Männern oder Betrügern durch das ganze Land fliehen, dann macht das nur einen kleinen Teil dessen aus, wer sie sind.

Welcher Autor oder welche Autorin ist ein Vorbild für Sie?
So viele! Barbara Kingsolver, Jodi Picoult, Anna Quindlen… um nur ein paar zu nennen.

Welche Art von Büchern lesen Sie gerne?
Natürlich lese ich gerne Thriller. Aber ich liebe auch historische Romane, gehobene Unterhaltung, Liebesromane und Fantasy.

Was ist Ihr nächstes grosses Projekt?
Es ist jetzt noch zu früh, um darüber zu sprechen, aber seien Sie versichert, dass ich fleissig schreibe!