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Karl Schweri: Die Biografie des Unerbittlichen

Karl Schweri Denner Portät
Karl Schweris grosses Vorbild war Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler (Bildquelle: Ringier).

Herr Lüönd, wie kam es zur Biografie über Karl Schweri?
Als Chefredaktor des «Züri Leu» und der «Züri Woche» zwischen 1980 und 1998 hatte ich fast jedes Jahr freundliche Kontakte mit Karl Schweri. Schliesslich war er ein Grossinserent. Mehr als einmal habe ich ihm gesagt: «Über Sie möchte ich ein Buch schreiben.» Und jedesmal hat er gelacht und geantwortet: «Das können Sie dann machen, wenn ich tot bin.» Am 21. Juni 2016 hat mich Denner angefragt, ob ich eine Biografie verfassen möchte, die zum 100. Geburtstag von Karl Schweri erscheinen sollte. Typisch Detailhandel! Alles im Tempo Teufel. Aber die Quellenlage war gut: Tolles Archiv, eine liebenswürdig kooperative Familie - und kein einziger Interviewpartner lehnte ab, obwohl nicht wenige im Streit von Schweri schieden. Da legte ich halt ein paar Nachtschichten ein.

Hat sich Ihr Bild über Karl Schweri während der Recherche grundlegend verändert?
Nicht wirklich. Ich hatte ihn immer als Kämpfer und Aussenseiter gesehen. Neu waren für mich seine frühen Jahre: die starke religiöse (katholische) Prägung. Dann die Nahtoderfahrung mit der Tuberkulose. Die Kämpfe mit den Grossbanken um die Anlagefonds - und dass es eindeutig Schweri war, der die Initiative zum Bau des ersten Schweizer Einkaufszentrums in Spreitenbach ergriffen hatte.

Welche drei Charakterzüge fallen Ihnen spontan zu Karl Schweri ein?
a) Unermüdlicher Arbeiter, b) Unternehmerisch neugierig wie ein junger Hund, und zwar bis ins hohe Alter, c) Unglaublich hartnäckig. Mit dem Tabakkartell hat er über 25 Jahre lang prozessiert.

Denner Initiative "billiger wohnen" Karl Schweri
Die treibende Kraft von Denner lancierte insgesamt 10 eidgenössische Volksinitiativen und ergriff ein Referendum nach dem anderen (Bildquelle: Ringier).

Was sind spezielle Herausforderungen, wenn man eine Biografie schreibt?
Die Informationen aus den schriftlichen Quellen und die Originaltöne aus den Interviews unvoreingenommen an sich herankommen zu lassen, ohne Schablonen und Vorurteile zu benutzen. «Wandersagen» zu entlarven, die sich um jeden erfolgreichen Menschen ranken, indem man gnadenlos an die Quellen geht. Ein Beispiel: Es hiess in der Familie Schweri wie auch in der Familie seiner Frau, er hätte einer Zürcher Studentenverbindung angehört und den Studentennamen «Taxi» erhalten, weil er als Einziger schon ein Auto besass. Ich löcherte die Aktuare aller Verbindungen so lange mit Fragen, bis feststand: Es gibt dafür nicht die Spur eines Beweises. Am wichtigsten scheint mir aber: Nicht urteilen, schon gar nicht aus dem bequemen Wissensstand von heute heraus – lieber versuchen zu erklären.

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